Internationaler Architektur-Workshop auf dem Bürgerbräu-Gelände
Am Sonntag geht es los: „Neues Leben in der alten Brauerei“ - unter diesem Motto steht der 8. internationale Architektur-Workshop vom 18. bis 30. Juli in Würzburg. Mit der „alten Brauerei“ ist das Bürgerbräu-Gelände in der Zellerau gemeint. Dort wurde von 1877 bis 1991 Bier gebraut, im Anschluss fanden dort einige kulturelle Einrichtungen, unter anderem das mittlerweile geschlossene Autonome Kulturzentrum AKW, eine Heimat.
In einer der Hallen trainieren die Zweitliga-Korbjäger der Würzburg Baskets in einem Basketball-Zentrum mit Fitness-Studio. Eine Sektkellerei stellt auf dem Gelände handgerüttelten Frankensekt her.
Der Gesamtkomplex mit seinen frühindustriellen roten Backsteinbauten und historischem Baubestand wird für zwei Wochen sozusagen „Spielwiese“ für etwa 50 Architektur-Studenten aus ganz Europa. Sie sollen bestehende Nutzungen neu definieren und Ideen für die nicht genutzten Teile des Geländes entwickeln.
Namhafte Professoren und Tutoren kommen von Hochschulen aus den Niederlanden, Protugal, Spanien, Finnland, Italien und Deutschland nach Würzburg und betreuen die Studenten. In der großen Halle auf dem bürgerbräu-Areal wird ein provisorische Architekturbüro eingerichtet. Nach Abschluss des Workshops präsentieren die Teilnehmer ihre Entwürfe, die dann auch im Würzburger Rathaus ausgestellt werden.
Organisator der Veranstaltung, die sich in der internationalen Archtekturszene etabliert hat, ist Architekt Bernd Müller aus Marktheidenfeld: „Bei diesem Gelände geht einem Architekten das Herz auf. Das Areal liegt im Dornröschenschlaf. Es wird Zeit, dass es wachgeküsst wird.“ So wie der Alte Hafen in Würzburg, Thema beim ersten Architektur-Workshop im Jahre 1995: „Das war damals die Initialzündung. Die Ideen sind wesentlich in die Entwicklung des Kulturspeichers eingeflossen“, so Würzburgs Stadtbaurat Christian Baumgart. Auch mit dem Areal der ehemaligen Mozartschule, derzeit wegen des dort geplanten Einkaufszentrums wichtiges Thema in der Domstadt, oder mit einer Industriebrache im Stadtteil Heidingsfeld, für die kürzlich ein Investor gefunden wurde, haben sich die Workshop-Teilnehmer in der Vergangenheit beschäftigt.




