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Unterfranken-CSU fordert außerunversitäre Forschungseinrichtungen: "Jetzt sind wir dran!"

2010-07-05 @ 12:35 in Politik

CSU-Bezirksparteitag in Randersacker. Foto (c) P.WötzelFünf Tage vor der Kabinettssitzung in Bad Kissingen hat die unterfränkische CSU von der Staatsregierung Unterstützung für den Wissenschaftsstandort Unterfranken und die Einhaltung von Zusagen zur Einrichtung eines Forschungszentrums für Nanotechnologie in Würburg eingefordert.

In Anwesenheit von Innenminister Joachim Herrmann verabschiedete der Bezirksparteitag in Randersacker am Samstag einstimmig ein Positionspapier, in dem die Einrichtung außer-universitärer Forschungseinrichtungen dringend angemahnt wird.

Das neue Motto der Unterfranken-CSU stammt von Landtagspräsidentin Barbara Stamm: „Jetzt sind wir dran“, betonte sie Anfang Mai, als Ministerpräsident Horst Seehofer an einer Vorstandssitzung in Würzburg teilnahm.

Seehofer versicherte damals, Unterfranken werde in München „gleichwertig mit allen anderen Teilräumen Bayerns“ gesehen. Während der Ministerpräsident am Samstag beim „Tag der Franken“ in Kulmbach weilte und dort schon einmal die Absicht der Staatsregierung zum „Ausbau der außeruniversitären Forschungslandschaft in Nordbayern“ zusagte, wurde sein Innenminister bei tropischen Temperaturen in der Sporthalle des Weinorts Randersacker mit ganz konkreten Forderungen konfrontiert.

Herrmann, Glos. Foto (c) P.WötzelUnterfranken dürfe nicht nur Produktionsstandort sein, der „von anderen Zentralen aus gelenkt wird“, betonte der CSU-Bezirksvorsitzende Michael Glos. Wohin das führen könne, habe der Stellenabbau bei Siemens in Bad Neustadt gezeigt: „Unterfranken muss direkte Forschungszentralen bekommen“, so der Ex-Wirtschaftsminister.

Entworfen wurde das Positionspapier zum Forschungsstandort Unterfranken im Arbeitskreis Hochschule der Unterfranken-CSU von der Europa-Abgeordneten Anja Weisgerber und den Landtagsmitgliedern Oliver Jörg (Würzburg), Eberhard Sinner (Marktheidenfeld) und Winfried Bausback (Aschaffenburg).

Konkret geht es darin um die Einrichtung namhafter außeruniversitärer Forschungseinrichtungen im Umfeld der unterfränkischen Hochschulen. „Es gibt 27 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im Freistaat, 22 davon sind in Oberbayern. Unterfranken ist klar benachteiligt worden. Dabei sind wir exzellent aufgestellt und stehen in vielen Bereichen bereits in den Startlöchern. Wir brauchen ein ganz deutliches Signal aus der Kabinettssitzung“, betonte Weisgerber.

Eberhard Sinner. Foto (c) P.WötzelNoch deutlicher wurde Ex-Staatskanzleichef Sinner: Bereits im September 2008 habe der Freistaat mit dem Bund unter anderem vereinbart, dass an der Universität Würzburg ein Forschungszentrum für Nanotechnologie eingerichtet wird, das nach der Aufbauphase in die Trägerschaft einer etablierten Forschungsorganisation wie der Helmholtz-Gesellschaft übergehen sollte.

Andere Projekte aus dieser Vereinbarung seien bereits in der Umsetzung: „Es kann nicht sein, dass gerade der unterfränkische Teil nicht läuft. Konzertsäle in München sind wichtig, aber das Institut in Würzburg ist wichtiger“, sagte Sinner.

Ohne namhafte außeruniversitäre Einrichtungen mit klangvollen Namen wie Max Planck, Leibniz oder Helmholtz könne sich die Universität Würzburg in der kommenden Runde der Exzellenz-Initiative keine Chance ausrechnen, Eliteuniversität zu werden. „Aber nur dann bekommen wir die nötigen Fördergelder“, so Sinner.

Er forderte Herrmann auf, sich für unterfränkische Projekte ebenso einzusetzen wie für das Max-Planck-Institut in seiner Heimatstadt Erlangen: „Wir müssen gesamtbayerisch denken und brauchen eine Innovationsachse München-Erlangen-Würzburg mit der Vernetzung nach außen.“

Glaubt man Herrmanns Worten, dann rannten seine unterfränkischen Kollegen bei ihm offene Türen ein: „Das Thema ist für die Zukunftschancen einer Region sehr wichtig. Die Investition in Forschungseinrichtungen ist für den Arbeitsmarkt hundertmal bedeutsamer als irgendwelche Verwaltungsarbeitsplätze von München nach Franken zu verlegen.“ Die Staatskanzlei hatte am Samstag bekannt gegeben, dass in Wunsiedel 70 neue Stellen in der Finanzverwaltung entstehen sollen. Herrmann kündigte an, dass Seehofer am Mittwoch in Bad Kissingen „bestimmte Dinge“ verkünden wird: „Dem will ich heute nicht vorgreifen“, so der Innenminister.

Hier als Anhang der entscheidende Ausschnitt aus der Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung vom 11. September 2008:

Bayern und der Bund sind sich einig, dass die Nanotechnologie eines der größten Zukunftsthemen für viele Bereich der deutschen Wirtschaft ist. Bayern ist auch auf diesem Zukunftsfeld sehr gut aufgestellt. So hat die Universität Würzburg im Bereich der Nanotechnologie für elektronische und photonische Bauelemente auf Basis von Verbindungshalbleitern deutschlandweit eine Sonderstellung. Diese führende Position wollen wir weiter ausbauen. Unser Ziel ist der Aufbau eines Forschungsinstitutes für Nanotechnologie am Standort Würzburg als Kooperation der Uni Würzburg mit den Forschungszentren Karlsruhe und Jülich. Der Bund ist bereit mit einzusteigen, damit in Würzburg ein internationales sichtbares Forschungszentrum entsteht. Nach der Aufbauphase für das Nanozentrum wird die Übernahme in die Trägerschaft einer etablierten Forschungsorganisation wie der Helmholtz-Gemeinschaft angestrebt.

 

 

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