Kommt bald der Augustiner-Hochhaus-Abriss?
Die Anzeichen mehren sich, dass sich die mittlerweile über fünf Jahre währende Geschichte um das abrissreife ehemalige Ämterhochhaus in der Würzburger Augustinerstraße ihrem Ende nähert.
Nachdem der Bauherr „Informica Real Invest“ aus Reichenberg (Kreis Würzburg) neue Pläne eingereicht hat, die jetzt den Vorgaben des Stadtrats entsprechen, hat der Bau- und Ordnungsausschuss am vergangenen Dienstag dem aktualisierten Vorhaben- und Erschließungsplan für den neuen „Tricyan Tower“ grünes Licht gegeben.
Seinen 80. Geburtstag hat das marode gebäude mittlerweile gefeiert. Anfang April war es genau fünf Jahre her, dass das Haus wegen akuter Einsturzgefahr geräumt und eingerüstet wurde. Seither steht es äußerlich unverändert wie ein Fels in der Augustinerstraße und wartet auf sein Schicksal. Der Abriss ist beschlossene Sache.
Allerdings machte sich der Investor beim Stadtrat unbeliebt, weil er den Nachfolger ein gutes Stück zu hoch plante.
Der Umwelt- und Planungssausschuss legte inzwischen die Maximalhöhe auf 33,90 Meter inclusive aller Aufbauten fest. Das sind immer noch 1,20 Meter mehr als das bisherige Ämtergebäude, von dessen Dach aus aber Antennen hoch in den Himmel ragen.
Mit dem ursprünglichen Entwurf hatte das Würzburger Architekturbüro Hoffmann, Keicher und Ring im Dezember 2007 den Architektenwettbewerb für den „Tricyan Tower“ gewonnen.
Jetzt wurden veränderte Pläne eingereicht und in den Bebauungsplan eingearbeitet, den jetzt noch der Gesamtstadtrat am 15. Juli absegnen muss. Erst dann kann die Baugenehmigung erteilt werden.
“Der Bauherr hat die Vorstellungen des Stadtrats übernommen und will das Projekt zügig umsetzen“, so Baureferent Christian Baumgart.
In der Domstadt ist der Neubau auch nach den eindeutigen Beschlüssen des Stadtrats weiter heftig umstritten.
Verschönerungsverein, Reitberger-Stiftung und die Bürgerinitiative „Ringpark in Gefahr“ setzten sich zunächst den Erhalt des bisherigen hohen Gebäudes ein.
Jetzt fordern die Tricyan-Gegner, die Gesamthöhe des Gebäudes müsse sich an den Gebäuden der Umgebung orientieren, um die Würzburger Dachlandschaft nicht zu beeinträchtigen.
Die Forderung ist für Baumgart nicht nachvollziehbar: „Wo ein altes Gebäude über die Stadtsilhouette hinausragt, da darf auch ein neues Gebäude darüber hinausragen.“




