Uni-Präsident Alfred Forchel weist Ultimatum zurück
Eigentlich wollten sich die ehemaligen Besetzer der Universität Würzburg am Donnerstagabend mit Uni-Präsident Professor Dr. Alfred Forchel treffen, um von ihm etwas über die geplante Umsetzung ihrer Forderungen zu hören. Ein von den Studenten bei ihrem Abzug am 17. Dezember ausgesprochenes Ultimatum läuft am heutigen Freitag ab.
Doch es kam anders: In seinem zweiten offenen Brief binnen vier Tagen an die Protestierenden schrieb Forchel gestern: „Universitätsleitung, die Fakultäten und Institute halten ein Ultimatum nicht für ein geeignetes Mittel zur Führung eines Diskussions- und Reformprozesses.“ Man hoffe vielmehr auf eine konstruktive Mitarbeit der Studenten an der Umsetzung der bereits in Angriff genommenen Reform der Bachelor- und Master-Studiengänge und stehe dafür zu Gesprächen bereit, so Forchel. Seinen Brief haben auch der Kanzler, die vier Vizepräsidenten und zehn Fakultätsdekane unterzeichnet.
Die ehemaligen Besetzer, denen die Uni seit Jahresbeginn eine Räume für ihren Protest mehr zur Verfügung stellt, zeigten sich enttäuscht über die Haltung des Präsidenten. Das Ultimatum war unter anderem mit der Forderung nach mehr Mitbestimmung und einer Senkung der Studienbeiträge an der Uni Würzburg auf den Mindestbetrag von 300 Euro pro Semester verbunden. Das scheint derzeit nicht möglich zu sein: Die Einnahmen aus Studienbeiträgen seien aufgrund neuer Befreiungsgründe im Wintersemester um über acht Prozent gesunken, obwohl sich die Zahl der Studierenden erhöht habe, schreibt Forchel. Er wolle aber „auch unter dieser erschwerenden Rahmenbedingung die Möglichkeit einer Reduzierung sorgfältig prüfen.“
Würzburger Vertreter der Gewerkschaften GEW, ver.di und IG Metall haben Unileitung und Studenten aufgefordert, ihren konstruktiven Dialog fortzusetzen. Die Kontroverse zwischen Besetzern und Unileitung wegen der zwangsweisen Räumung des Max-Scheer-Hörsaals am 29. Dezember dürfe dabei nicht hinderlich sein: „Die Fortsetzung des Dialogs darf keinesfalls an persönlichen Eitelkeiten scheitern“, so die Gewerkschaften.





comments
Raumfrage [Reply]
Die ehemaligen Besetzer, denen die Uni seit Jahresbeginn eine Räume für ihren Protest mehr zur Verfügung stellt, zeigten sich enttäuscht über die Haltung des Präsidenten.
--
Es konnte lediglich am 7.1. ein Plenum im Audimax stattfinden. Nach Ansicht des Präsidenten ist unsere Kritik am Kanzler Kruse nicht hinnehmbar, was zur Verweigerung weiterer Räume führte: Das Plenum am 11.1. fand vor dem Audimax statt und zog später in die ESG um. Dies zeigt deutlich, das die Strategie der Unileitung, uns per Zwangsräumung und Raumverweigerung, nicht aufgeht - der Rückhalt in der Gesellschaft ist so groß, das ohne größere Probleme alternative Räume gefunden werden können. Momentan finden die Plena und sonstige AK-Treffen im Festsaal über der Burse statt.