Bürger erkunden das Leighton-Areal
„Überraschend viel Grün“ und im Unterschied zu den bisher gezeigten Animationen und Bildern „nicht so monoton wie erwartet“: So erlebten etwa 140 Teilnehmer an der neuesten Bürgerwerkstatt das Gelände der ehemaligen Leighton Barracks. Mit einem ausführlichen Rundgang über das für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Gelände wurde den Bürgern kürzlich ein häufig geäußerter Wunsch erfüllt.
Mit drei Bussen und dem kompletten Planungsteam waren die Teilnehmer mehrere Stunden auf dem Gelände unterwegs und wurden von den Städteplanern über neueste Details der Rahmenplanung informiert. Für Rundgang und die anschließende intensive Diskussion in der Franz-Oberthür-Schule wurde das Planungsgebiet rund um das Areal für die Uni-Erweiterung in die drei Teilbereiche Westen, Osten und Süden eingeteilt.
Im Osten, zwischen dem Uni-Areal und der Lehnleite, befindet sich der „Kürnacher Berg“, nach den Worten von Staädteplaner Thorsten Becker (BS+ Städtebau und Architektur, Frankfurt) „ein tolles und erhabenes Wohngebiet“, das noch höher liegt als die Festung auf der anderen Seite des Würzburger Kessels. Bis zu einer Wohnbebauung an dieser Stelle wird es freilich noch viele Jahre dauern, denn der Kürnacher Berg ist im Zeitplan der Entwicklung des Stadtteils Hubland für gut 4.000 Einwohner das letzte Puzzlestück. Gerade in diesem Bereich befürchten die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt unangenehme Überraschungen durch Altlasten. Schon jetzt fordern sie, auch bei einer Altlastensanierung die Topografie auf keinen Fall zu verändern.
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Neue Straßenbahn: IWS und Co. fordern Ringpark-Durchstich
Dass in Würzburg eine neue Straßenbahnlinie vom Bahnhof, an der Residenz vorbei und durch das Frauenland zum neuen Stadtteil Hubland gebaut wird, ist beschlossene Sache. Auch die Trasse ist bereits festgelegt und vom Stadtrat abgesegnet. Inzwischen geht es um die Planung der einzelnen Trassenabschnitte im Detail, und viele Streitfragen tauchen auf. Ein zentrales Thema: Die Durchquerung der Straba-Trasse durch das Würzburger Glacis.
Zwei Möglichkeiten für einen Ringpark-Durchstich gibt es: Entweder entlang der bestehenden Ottostraße mit zwei rechtwinklingen Kurven über den Friedrich-Ebert-Ring in die Siebildstraße. Oder – und das ist die Variante, die die Planer bevorzugen – eine neue, etwa 30 Meter breite Schneise durch den Park zwischen Otto- und Sieboldstraße ohne scharfe Kurven. Gleichzeitig würde die Ottostraße verlegt und in ihrem bisherigen Verlauf durch den Ringpark renaturiert. Gegen diese Variante erhebt sich Widerstand bei den Natur- und Ringparkschützern des Verschönerungsvereins (VVW) und des Naturwissenschaftlichen Vereins (NWV). „Zahlreiche alte und wertvolle Gehölze“ würden durch den Eingriff vernichtet, heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem sollen in dem betroffenen Abschnitt schützenswerte Tierarten leben, deren Lebensräume vernichtet würden.
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Neue Straßenbahn: Ringpark-Schützer melden sich zu Wort
Auch wenn es sich bei der Straßenbahn um ein Verkehrsmittel mit guter Öko-Bilanz handelt: Einige Details der Planung für die neue Linie von der Innenstadt durch den Stadtteil Frauenland hinauf zum Uni-Campus am Hubland sorgen für Kritik bei Stadtbild- und Naturschützern.
In einer gemeinsamen Stellungnahme lehnen der Verschönerungsverein Würzburg (VVW) und der Naturwissenschaftliche Verein Würzburg (NWV) den geplanten „Durchstich“ durch den Ringpark kategorisch ab. Um der Straßenbahn einen besseren Kurvenradius zu ermöglichen, soll das letzte Teilstück der Ottostraße zwischen Sanderring und Friedrich-Ebert-Ring (Foto) ein Stück nach Osten verlegt werden. Die bisherige Straße soll anschließend renaturiert und Teil des komplett unter Denkmalschutz stehenden Glacis werden.
„Diese Maßnahme würde zahlreiche alte und wertvolle Gehölze vernichten. Grünbereiche sein keine toten Dekorationsobjekte, die man nach Belieben planerisch verschieben kann“, heißt es in der Stellungnahme der Ringparkschützer. Im betroffenen Abschnitt leben demnach einige besonders schützenswerte Tier- und Pflanzenarten, von denen einige auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen sollen.
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Wittelsbacherplatz: Kritische Anmerkungen der "KoSA"
Premiere für die neue Würzburger „Kommission für Stadtbild und Architektur (KoSA): In seiner ersten Sitzung setzte sich das vom Stadtrat eingesetzte Gremium mit sechs auswärtigen Experten kritisch mit der Straßenbahnplanung und anderen Prestige-Projekten in der Domstadt auseinander.
Über kein anderes Thema wird in Würzburg so gerne und so ausgiebig diskutiert und gestritten wie über das Stadtbild. Bei fast jedem Projekt an prominenter Stelle gehen die Meinungen in Bevölkerung und Stadtrat weit auseinander, immer wieder wird von professionellen Stadtbild-Schützern wie dem „Verschönerungsverein“ lautstark Kritik an geplanten Neubauten geäußert. Jetzt soll die vom Stadtrat eingesetzte Kommission dafür sorgen, dass über neue Vorhaben bereits im Vorfeld öffentlich und sachlich diskutiert wird.
Der historische erste Tagesordnungspunkt in der Premierensitzung war die neue Straßenbahn vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt und den Stadtteil Frauenland hinauf zum Uni-Campus und dem geplanten neuen Stadtteil „Am Hubland“. Derzeit wird die vom Stadtrat festgelegte Trasse im Detail geplant, dabei sind noch viele Fragen zu lösen. Die auswärtigen Architekten ließen keinen Zweifel daran, dass eine Straßenbahn sinnvoll ist: „Die Tram ist ein richtig erfolgreiches öffentliches Verkehrsmittel, das sieht man bei allen neuen Projekten“, betonte die ehemalige Münchner Baureferentin Christiane Thalgott.
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Würzburger Liste stellt Straßenbahntrasse in Frage
Die Trasse wurde vom Stadtrat mit großer Mehrheit festgelegt, die Planungen sind in vollem Gange. Davon lässt sich allerdings die dreiköpfige Stadtratsfraktion der Würzburger Liste (WL) nicht abhalten, grundsätzliche Kritik an der geplanten neuen Straßenbahnlinie in Würzburg zu üben. „Wie viel Straßenbahn braucht Würzburg, wie viel Straßenbahn verträgt Würzburg?“, fragte der Fraktionsvorsitzende und Alt-Oberbürgermeister Jürgen Weber bei einer Bürger-Information am Mittwoch.
Wesentliche Kritikpunkte der WL sind die Finanzierung des auf rund 130 Millionen Euro geschätzten Projekts und die Wirtschaftlichkeit der neuen Linie, die ab dem Jahr 2017 die Innenstadt durch den Stadtteil Frauenland mit dem Uni-Campus am Hubland und dem dort geplanten neuen Stadtteil auf den Konversionsflächen der Leighton Barracks verbinden soll. Weber und seine Fraktionskollegen Ingo Klünder und Alt-OB Klaus Zeitler fordern gleichzeitig mit der neuen Linie den Bau einer 450 Meter lange „Querspange“ als Verbindung zur bestehenden Trasse am Würzburger Sanderring: „Nur so lässt sich die neuen Linie wirtschaftlich betreiben“, behauptet Weber.
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Bund sagt 54 Millionen Euro für Frauenland-Straßenbahn zu
Aus einer Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten Walter Kolbow:
Bei ihrem Besuch in Würzburg am 25. Juni 2009 war die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Karin Roth unter anderem auf den Würzburger Straßenbahnbau (Linie 6 zum Hubland) angesprochen worden. Heute konnte sie Walter Kolbow mitteilen, dass der Bund sich grundsätzlich bereit erklärt habe, dieses Projekt mit 54 Mio. Euro - das entspricht 60 % der zuwendungsfähigen Kosten - zu fördern. Rechtsgrundlage ist das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), mit dem der Bund Mittel zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden gewährt.
NACHTRAG: Stadtrat befürwortet wie erwartet die Trasse "2c"
Die Detailplanung kann beginnen: Mit nur einer Gegenstimme hat sich der Würzburger Stadtrat am Montagnachmittag für die bereits im Vorfeld favorisierte Trasse für eine neue Straßenbahnlinie von der Innenstadt zum Universitätsgelände am Hubland ausgesprochen. Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) freute sich über das eindeutige Bekenntnis des Stadtrats zum ÖPNV-Ausbau: „Der Rückenwind für das Projekt ist enorm.“
Dass die Räte sich mit großer Mehrheit für die so genannte Trasse „2c“ aussprechen würden, war vorher klar. Nach einer mehrstündigen umfassenden Information über die wichtigsten Eckdaten und Aspekte des Projekts war die Abstimmung reine Formsache. Nur Uwe Dolata (ödp) stimmte gegen die längste und damit auch teuerste Trassenvariante. Nach dem erklärten Willen des Stadtrats wird die neue Straßenbahnlinie am Hauptbahnhof abfahren und auf bestehenden Gleisen ein kurzes Stück durch die Kaiserstraße zum Barbarossaplatz fahren.
Hier zweigt der neue Gleiskörper ab und führt durch die Theaterstraße zur Residenz. Bei der abgelehnten Trasse „2a“ wäre es an dieser Stelle geradeaus durch das historische Oeggtor weitergegangen. Die gewählte Variante biegt rechts ab und führt vor der Residenz vorbei durch Balthasar-Neumann-Promenade und Ottostraße am Würzburger Justizzentrum und der Neuen Universität vorbei zum Glacis.
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Stadtrat: Straßenbahn-Trassenentscheidung am 15. und 22. Juni
Eine im wahrsten Sinne des Wortes richtungweisende Entscheidung für die neue Straßenbahnlinie trifft der Würzburger Stadtrat am 22. Juni: Nach Vorberatungen im Hauptausschuss an diesem Montag soll dann die Entscheidung für eine von drei Trassen zwischen der Innenstadt und dem Universitätscampus am Hubland fallen.
Grundsätzlich ist das Projekt beschlossene Sache, jetzt geht es ins Detail. Gegen eine Straßenbahn durch den Stadtteil Frauenland erheben sich in Würzburg nur noch vereinzelte Stimmen, zumeist Anwohner, die keine Schienen vor der eigenen Haustür haben wollen. Die von ihnen vorgetragenen Bedenken konnten sich in der öffentlichen Diskussion nicht durchsetzen.
In den vergangenen Wochen wurde nur noch darüber diskutiert, welche Trasse für die geplante Linie die Beste ist. Dass das Uni-Gelände am Hubland und seine Erweiterung samt neuem Stadtteil auf den Konversionsflächen der von den US-Streitkräften aufgegebenen Leighton Barracks nur mit einer Straßenbahn vernünftig erschlossen werden kann, bezweifelt fast niemand mehr.
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Theaterstraße fordert komplette Verkehrsberuhigung
Straßenbahn und Fußgängerzone in der Theaterstraße? Kein Problem, zumindest für den Bund der Selbstständigen und die betroffenen Geschäftsleute. Die Forderung der Anlieger gehen sogar über die bisherigen Pläne hinaus: An Stelle einer Auto-Fahrspur Richtung Bahnhof zwischen Ludwigstraße und Semmelstraße soll nach den Wünschen der Gewerbetreibenden die Theaterstraße komplett vom Autoverkehr befreit werden.
Thomas Schäfer hat eine Mission: Der WVV-Geschäftsführer ist in diesen Wochen fast täglich unterwegs, um möglichst viele Würzburger frühzeitig über das Projekt Frauenland-Straßenbahn zu informieren. Dabei erlebt er nicht nur kritische Fragen und Widerstand, sondern zunehmend auch positive Überraschungen. Dass gegen eine mögliche Verlegung der Ottostraße samt Straßenbahntrasse durch das Glacis bisher kein Widerspruch kam, hat nicht nur Schäfer überrascht.
Am vergangenen Dienstag sprach er auf Einladung des Bundes der Selbstständigen im Bürgerspital über die Straßenbahn-Pläne und wurde dabei mit einer unerwarteten Entwicklung konfrontiert. „Es gibt bei uns einen vollkommenen Konsens für die Straßenbahn“, so die Vorsitzende des Selbstständigen-Bundes, Charlotte Schlossareck. Die Geschäftsleute in der Theaterstraße, allen voran Bürgerspital-Wirt Peter Wiesenegg, sprachen sich sogar für eine komplette Verkehrsberuhigung der Theaterstraße aus.
Zwei der drei Trassen, zwischen denen sich der Stadtrat am 22. Juni entscheiden muss, führen von der Juliuspromenade durch die Theaterstraße zur Residenz. Bisher ist geplant, den unteren Teil zwischen Barbarossaplatz und Textor-/Semmelstraße vollständig vom Autoverkehr zu befreien zur Fußgängerzone zu machen. Im oberen Teil bis zur Ludwigstraße ist eine Auto-Fahrspur mit Einbahnverkehr Richtung Bahnhof vorgesehen. Damit können sich die Geschäftsleute nicht anfreunden, sie fordern eine komplette Verkehrsberuhigung. Der Grund: „Straßenbahn und Einbahnregelung waren der Tod der Sanderstraße“, so Charlotte Schlossareck.
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Straßenbahn bringt Stadtentwicklung und neue Fahrgäste
Eine neue Straßenbahnlinie bringt die städtbauliche Entwicklung voran, lockt mehr Fahrgäste an als jeder Bus und sorgt bei den Verkehrsbetrieben für ein besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis. So war es in Gera mit der „Stadtbahn-Linie 1“, und so wird es auch in Würzburg sein. Davon sind die Veranstalter und die rund 60 Teilnehmer des ÖPNV-Tages überzeugt, bei dem es am Samstag im Kulturspeicher nur um ein Thema ging: Die Erweiterung der Würzburger Straßenbahn durch die geplante Frauenland-Linie von der Innenstadt zum Hubland und Leighton-Areal. Noch stehen drei Trassen zur Auswahl, am 22. Juni wird sich der Stadtrat in einer mit Spannung erwarteten Sondersitzung für eine davon entscheiden. Die Veranstalter des gut besuchten ÖPNV-Tages, der Verkehrsclub Deutschland (VCD), die Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn (IWS) und der Fahrgastverband „Pro Bahn“ bevorzugen eindeutig die so genannte Variante „2c“, für die rund 60 Millionen Euro veranschlagt und mit der nachweislich die meisten potenziellen ÖPNV-Nutzer erreicht werden.
Sie führt bekanntlich durch die Theaterstraße, Balthasar-Neumann-Promenade, Ottostraße, Zeppelinstraße, Zu-Rhein-Straße und Frauenland-Platz zum Wittelsbacher Platz und von dort über Zwerchgraben und Maurmeierstraße auf die Hubland-Höhen. Zusätzlich wünschen sich die ÖPNV-Befürworter die „Spange“ von der Haltestelle Sanderring hinüber zur Ottostraße. „Auch die Mehrheit des Stadtrats und ich selbst befürworten die Trasse 2c“, betonte Bürgermeisterin Marion Schäfer (SPD) bei der Eröffnung des ÖPNV-Tages. Begrüßen konnte sie dabei Stadtratskollegen von SPD, Grünen und der Linkspartei.
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NACHTRAG: Stimmen aus der Straba-Informationsveranstaltung
Das Projekt insgesamt wird in Würzburg bisher nur von einer kleinen Minderheit in Frage gestellt. Über die bisher bekannten Details der neuen, bis zu 60 Millionen Euro teuren Straßenbahnlinie durch das Frauenland lässt sich freilich trefflich streiten. Hier ein paar Beispiele und Zitate aus der Bürger-Information der WVV am Samstag in der Franz-Oberthür-Schule.
Klaus Uphoff, Verkehrsplaner vom Darmstädter Büro BPR, hält die kürzeste der von ihm untersuchten drei Trassen-Varianten städtebaulich für wenig empfehlenswert: „Eine Anbindung über den Sanderring wäre eine vergebene Chance, die Theaterstraße umzugestalten und aufzuwerten.“ Kein Problem haben die Bürger offenbar mit der Querung des Ringparks bei gleichzeitiger Verlegung der Ottostraße: Kein Wort wurde am Samstag darüber verloren. WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer nahm „mit Freude zur Kenntnis, dass man sich einen Durchstich durch den Ringpark vorstellen kann und auf sehr konstruktive Art mit dem Thema umgegangen wird.“
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NACHTRAG: Nur ein "Maurmeier" stellt die neue Straßenbahn in Frage
Der Zeitplan ist ambitioniert: Auch ohne Landesgartenschau soll die geplante Straßenbahnlinie von der Innenstadt zur Hubland-Uni und zum Leighton-Areal bis Mitte 2016 fertiggestellt sein. Im Juni wird sich der Stadtrat für eine von drei Trassen entscheiden, bis auf eine Verkehrsprognose für das Jahr 2025 liegen schon jetzt alle relevanten Informationen vor. Am Samstag durften erstmals die Bürger ihre Meinung sagen: Gut 150 Frauenland-Bewohner und andere Interessierte kamen zur Diskussion mit der WVV-Geschäftsführung in die Franz-Oberthür-Schule.
Zu Beginn gab es reichlich Informationen über Vor- und Nachteile der drei Trassen-Varianten und ihre Auswirkungen auf den Autoverkehr. Nach Abwägung aller Chancen und Risiken schlägt die Waage immer deutlicher in Richtung der Variante aus, die über die Theaterstraße, Balthasar-Neumann-Promenade, Ottostraße, Zeppelin- und Zu-Rhein-Straße zum Wittelsbacher Platz führt: „Wenn man es objektiv betrachtet, ergibt sich nach dem derzeitigem Stand dafür schon eine kleine Präferenz“, erklärte Verkehrsplaner Klaus Uphoff vom Darmstädter Planungsbüro BPR.
Der Grund: Die längste und damit auch teuerste der drei Strecken würde die meisten potenziellen Straßenbahn-Nutzer erreichen und an vielen Stellen, unter anderem in der Theaterstraße, am Residenz- und am Wittelsbacher Platz, eine städtebauliche Aufwertung ermöglichen.
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SPD-Diskussion über neue Straßenbahn
Nicht repräsentativ, aber ein brauchbares Stimmungsbild: Die überwiegende Mehrheit der knapp 80 Bürger bei einer Informationsveranstaltung der SPD stellten die geplante neue Straßenbahn-Linie zum Hubland nicht in Frage. Heftig diskutiert wurde am Dienstag im Falkenhaus vorwiegend über Details der einzelnen Trassen-Bausteine – ein kleiner Vorgeschmack auf künftige Auseinandersetzungen.
Michael Frank, Vorsitzender der SPD Stadtmitte, und Stadtrat Alexander Kolbow versuchten, die Veranstaltung von Beginn an in geordnete Bahnen zu lenken: „Wir wollen keine Grundsatzdiskussion über das Projekt. Heute geht es nur darum: Wie bekommen wir die Straßenbahn dort hinauf?“, sagte Kolbow. Die weit überwiegende Zahl der Zuhörer hatte er auf seiner Seite. Nur wenige waren grundsätzlich gegen die Straba-Linie, die den Hubland-Campus der Universität und den geplanten neuen Stadtteil oberhalb des Frauenlands an die Stadt anbinden soll. „Ich muss die Sinnhaftigkeit eines Projekts, das die Bürger gar nicht wollen, in Frage stellen!“, rief einer, als WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer gerade mit seinem Vortrag begonnen hatte. „Hör lieber erst mal zu!“, wurde er von anderen Zuhörern zurecht gewiesen.
Das Interesse an Schäfers Ausführungen war groß, Diskussionen über und Protest gegen einzelne Trassenabschnitte gab es dann im Anschluss. Dabei war die für Würzburger Verhältnisse gewagte Planung mit Verlegung der Ottostraße an eine andere Stelle des Glacis kein Thema. Widerstand regte sich unter anderem gegen die Anbindung der Innenstadt vom Barbarossaplatz durch die Theaterstraße und an der Residenz vorbei. Mehrere Bürger hielten es für ausreichend, die neue Linie am Sanderring beginnen zu lassen: „Ein Mammutprojekt ist überflüssig“, sagte einer.
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Frauenland-Straßenbahn: SPD will die Trasse "2c"
Die SPD hat sich entschieden: zumindest die Ortsvereine Frauenland und Stadtmitte bevorzugen bei der Planung der neuen Straßenbahnlinie zum Hubland die Trasse 2c. Hier die entsprechende Pressemiteilung im Wortlaut:
"In einer gemeinsamen Presseerklärung haben die SPD-Stadtratsfraktion und die betroffenen Ortsvereine Frauenland und Stadtmitte in der Auswahl einer Trasse für die neue Straßenbahnlinie ins Frauenland klar Stellung bezogen. Die Vorsitzenden Stadtrat Alexander Kolbow / Frauenland und Michael Frank / Stadtmitte favorisieren mit der SPD-Fraktion eine künftige Trassenfühurng über die Theaterstraße / Balthasar-Neumann-Promenade / Ottostraße / Südbahnhof / Zeppelinstraße zum Wittelsbacher Platz, somit die im Auswahlverfahren so genannte Trassenvariante 2c.
„Diese Linienführung schöpft das Fahrgastpotenzial mit Abstand am besten aus und ist daher verkehrspolitisch und bei der Kosten- und Nutzenbetrachtung besonders effektiv und attraktiv“, begründen die Vorsitzenden diese Entscheidung. „Keine andere Trassenvariante verbindet eine neue Erschließung der Innenstadt durch die Straßenbahn mit so vielen öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Bildungsstätten jeweils mit hohen Benutzerzahlen. Dies beginnt am Theater, einem als Einkaufszentrum neu gestalteten Kardinal-Faulhaber-Platz, der Residenz, dem erweiterten Justizzentrum an der Ottostraße, den Schulen am Frauenlandplatz, der Universität am Wittelsbacher Platz bis hin zu den großen Schulen am Zwerchgraben vor dem Anschluss der Hublanduniversität“ betonen die Kommunalpolitiker.
„Hinzu kommt, dass in einem späteren Bauabschnitt durch die kurze Verbindung zwischen dem Gleisdreieck Sanderirng und der neuen Linie in der Ottostraße der von den Straba-Planern schon seit langem erwünschte Ringschluss des innerstädtischen Straba-Netzes verwirklicht werden kann“.
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Linie 6: Immer noch drei Trassen in der Diskussion
Es wurde nicht so interessant, wie es sich die gut fünfzig Zuhörer bei der Sitzung des Stadtrats am Donnerstag erhofft hatten: Noch immer stehen für die bis Ende 2015 geplante neue Straßenbahnlinie in der Domstadt drei Trassen in der Auswahl. Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) und einige Ratsmitglieder offenbarten aber bereits ihren persönlichen Favoriten: „Die optimale Linie erschließt die meisten Fahrgast-Potenziale“, so SPD-Fraktionschef Hans-Werner Loew.
Dass es eine neue Linie durch den Stadtteil Frauenland geben muss, um den neuen Stadtteil und die Uni-Erweiterung auf den 135 Hektar großen Konversionsflächen der ehemaligen ameirkanischen Kaserne „Leighton Barracks“ an die Innenstadt anzubinden (wir berichteten), darüber herrscht im Würzburger Stadtrat bisher große Einigkeit.
Drei Trassen stehen in der engeren Auswahl, in den kommenden Monaten müssen sich die Volksvertreter für eine davon entscheiden.
Ein Planungsbüro hat sich insgesamt 15 Kilometer durch Würzburg genau angesehen und analysiert. Jede Trasse birgt unterschiedliche Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken. Ein echtes KO-Kriterium wurde bisher nicht ausgemacht. Auch die Trassenführung vorbei am UNESCO-Weltkulturerbe Residenz in zwei Varianten ist zumindest für die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung kein Problem. Die UNESCO hat sich noch nicht zu Wort gemeldet.
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Straßenbahn-Befürworter und Einzelhandel im Gespräch
Der Würzburger Einzelhandel hat den Wert eines gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) noch nicht erkannt. Das meint zumindest der ehemalige Vorsitzende der „Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn“ (IWS), Eckard W.K. Beck. „Kunden kommen nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit der Straßenbahn, dem Bus, dem Fahrrad und zu Fuß“, sagte Beck am Dienstag beim monatlichen Treffen der Straba-Freunde.
Eingeladen hatte der IWS den Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Volker Wedde. In der Vergangenheit habe es immer wieder Auseinandersetzungen mit dem Einzelhandel gegeben, „weil da der Fokus immer auf den Parkplätzen lag“, sagte Beck. Offenbar ändert sich die Lage langsam: „Parkplätze sind wichtig, aber sie sind kein Allheilmittel. Auch Einzelhandel und ÖPNV gehören zusammen“, antwortete Wedde.
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Ringpark: Naturschutz kontra Straßenbahn
Die CSU und die Grünen sind sich einig, die Sozialdemokraten schießen quer: Bei der Entscheidung, ob der Würzburger Ringpark unter Naturschutz gestellt werden soll, gab es im Stadtrat eine kontroverse Diskussion.
Der Vorschlag kam von Umweltreferent Wolfgang Kleiner: Der 3,3 Kilometer lange und 27 Hektar große Grüngürtel im Herzen Würzburgs soll so bald wie möglich unter Naturschutz gestellt werden. Das bedeute nicht, dass der Ringpark von den Bürgern nicht mehr zur Naherholung genutzt werden können, betonte Kleiner im Stadtrat.
Eine Kartierung der grünen Lunge, die zu den zehn baumartenreichsten Parkanlagen in Deutschland gehört, ist abgeschlossen. Jetzt soll mit Unterstützung des Vogelschutzbundes als nächster Schritt ein ornithologisches Gutachten erstellt werden.
Kleiners Ziel, den in den 1880er Jahren entstandenen Ringpark für kommende Generationen zu erhalten, traf in den verschiedenen Gremien des Stadtrats überraschend nicht nur auf Gegenliebe. Vor allem die SPD und ihr Fraktionsvorsitzender Hans-Werner Loew sind derzeit dagegen. Loew, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Würzburger Straßenbahn GmbH ist, fürchtet durch den Naturschutz Probleme bei der Trassenfindung für eine neue Straßenbahnlinie, die den Ringpark an einer Stelle queren muss.
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Gaspreise steigen zum 1. Dezember erneut
Nach 10,6 Millionen Euro Konzessionsabgaben und 2,6 Millionen Euro Gewerbesteuer hat die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) im vergangenen Jahr auch noch zwei Millionen Euro Gewinn für den Haushalt der Stadt erwirtschaftet. „Unter dem Strich bin ich zufrieden“, sagte Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Georg Rosenthal bei der Bilanzpressekonferenz. Schlecht für die WVV-Kunden: Auf sie kommt voraussichtlich am 1. Dezember erneut eine spürbare Erhöhung der Gaspreise zu. „Wir gehen von 10 bis 20 Prozent aus“, so WVV-Geschäftsführer Norbert Menke.
Die Gründe liegen auf der Hand: Die Preisexplosion auf dem Gasmarkt muss auch die WVV an die Endverbraucher weitergeben. Forderungen von Politikern nach einem günstigen Tarif für sozial Schwache erteilten Rosenthal, Menke und dessen Geschäftsführer-Kollege Thomas Schäfer eine klare Absage. Die meisten öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema seien reiner Populismus: „Es ist allein die Aufgabe des Staates, den steigenden Preisen im Rahmen der Transferleistungen Rechnung zu tragen“, sagte Menke. Auch Rosenthal hält es für notwendig, die Höhe der Sozialleistungen zu überprüfen. Die WVV müsse leistungsfähig bleiben, so der OB.
Er hob die Bedeutung des Konzerns mit seinen 1.300 Mitarbeitern für Stadt und Region hervor. Neben Gewinnen, Steuern und Konzessionszahlungen für den städtischen Haushalt schultert der Konzern den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit einem jährlichen Defizit von rund 18 Millionen Euro. „Auch das ist eine Leistung für die Stadt“, so Rosenthal. 30 Millionen Euro steckt das Kommunalunternehmen in den Ausbau des eigenen Heizkraftwerks durch eine zweite Gas- und Dampfturbine und steigt damit zum drittgrößten kommunalen Stromerzeuger in Bayern auf.
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"Andere Städte haben das längst erledigt"
Mit einer „wichtigen Anregung“ im Zusammenhang mit der Planung einer neuen Straßenbahnlinie durch das Frauenland zum Uni-Campus am Hubland hat sich am Dienstag die „Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn“ (IWS) zu Wort gemeldet.
„Wir brauchen dringend einen bindenden Grundsatzbeschluss des Stadtrats“, forderte Thomas Naumann von der IWS bei einer Veranstaltung mit SPD-OB-Kandidat Georg Rosenthal im Falkenhaus. Die Zeit drängt, wenn die so genannte „Linie 6“ möglichst bald in die Liste der Förderprojekte des Bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums aufgenommen werden soll, betonte Naumann.
Der Verkehrsexperte hat gute Kontakte ins Ministerium und weiß, dass der für die ÖPNV-Förderprojekte zuständige Referent Ende März in den Ruhestand geht. Danach werde es viel schwieriger, zeitnah in die Projektliste aufgenommen zu werden, prognostiziert Naumann. Er befürchtet eine Verzögerung von mindestens zwölf Monaten, wenn der Stadtrat nicht noch in diesem Jahr einen Grundsatzbeschluss fasst. Damit könnte dann noch im Januar eine Delegation nach München fahren und im Ministerium ein so genanntes „Einplanungsgespräch“ führen.
„Andere Städte haben das längst erledigt. Es besteht schon wieder die Gefahr, dass Würzburg nur zuschaut, während andere die Fördergelder abrufen“, betonte Naumann. Die IWS fordert deshalb noch vor Jahresende den vom SPD-Fraktionsvorsitzenden und WSB-Aufsichtstratsvorsitzenden Hans-Werner Loew schon lange versprochenen interfraktionellen Antrag im Stadtrat, um die „Linie 6“ schnell auf den Weg zu bringen. OB-Kandidat Georg Rosenthal versprach, sich in einem Gespräch mit Loew dafür einzusetzen, dass die Sache im Stadtrat auf die Tagesordnung kommt.
Rosenthal verspricht mehr Bürgerbeteiligung
Sollte SPD-Kandidat Georg Rosenthal im März zum neuen Würzburger Oberbürgermeister gewählt werden, dann wird es bei allen wichtigen Projekten „einen leidenschaftlichen bürgerschaftlichen Dialog geben, bevor die Entscheidungen fallen“. Das hat Rosenthal bei seinem ersten größeren Wahlkampf-Auftritt am Dienstag im Falkenhaus versprochen.
Aufhänger war ,wie so oft in diesen Tagen, der Neubau der VR-Bank am Unteren Markt. „Dieser Klotz würde dort nicht stehen, wenn vorher öffentlich darüber diskutiert worden wäre“, ist sich Rosenthal sicher. Themen, die die derzeit auf der „Baustelle Würzburg“ - so das Thema der SPD-Veranstaltung – besprochen werden müssen, gibt es auf jeden Fall genug.
Der Nachfolger des Petrini-Hauses am Unteren Markt sollte nach Rosenthals Ansicht ein Wendepunkt in der Stadtpolitik werden. Bei künftigen wichtigen Projekten wie Entwicklung der Leighton Barracks, Neubau einer Straßenbahnlinie durch das Frauenland und Bebauung von Mozart-Areal und Kardinal-Faulhaber-Platz müsse ein „öffentlicher bürgerschaftlicher Dialog“ geführt werden, forderte Rosenthal vor knapp hundert interessierten Bürgern im gut gefüllten Dauthendey-Saal.
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