calendar
« August 2010 »
Mo Tu We Th Fr Sa Su
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31          
search
recently...
Categories
Links
archives
Syndicate
Credits
LifeType IE7 XHTML CSS Firefox

Messerstich gegen untreuen Ehemann war kein Mordversuch

2010-08-14 @ 13:06 in Juristisches

Aus Verzweiflung und Wut über die Trennung hat eine 49-jährige Würzburgerin am 31. Oktober 2009 im Affekt mit dem Messer auf ihren Ehemann eingestochen und den 44-Jährigen schwer verletzt. Am Freitag wurde die Altenpflegerin vom Landgericht Würzburg wegen gefährlicher Körperverletzung zu 2 Jahren und 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

Warum die Frau ein Küchenmesser in ihrer Handtasche versteckte, bevor sie sich nach dem Konsum von zwei Schoppen Wein von ihrer Schwiegertochter zur Wohnung ihres getrennt lebenden Mannes fahren ließ, das konnte auch in der zweitägigen Beweisaufnahme nicht endgültig geklärt werden. Die Angeklagte sprach von „Selbstschutz“ und davon, ihren Ehemann dazu zwingen zu wollen, ihr zuzuhören.

„Braucht man denn ein Messer, um sich Gehör zu verschaffen?“, fragte der Vorsitzende des Schwurgerichts. Am Tatort stellte sich die Situation dann auch anders dar: Gleich an der Wohnungstür stieß sie den 44-Jährigen zur Seite, um zu seiner Freundin vorzudringen, die sie zur Rede stellen wollte.

 (More)

Großmaul gesteht Mordversuch

2010-08-13 @ 13:00 in Juristisches

Weil er bei der Polizei unbedingt den starken Mann markieren und keine Schwäche zeigen wollte, sitzt ein 16-Jähriger aus Kitzingen seit Anfang Februar in Untersuchungshaft und seit Donnerstag auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft legt ihm einen Mordversuch zur Last, der ohne die Aussage des Schülers nie vor Gericht gekommen wäre.

Die beiden Vorführbeamten der Polizei sind angespannt, der Vorsitzende der Jugendkammer dagegen ganz ruhig: Direkt vor Richter Arno Hess steht der 16-Jährige, in der Hand das große Küchenmesser, mit dem er einem Freund, der ihn wegen gemeinsam begangener Einbrüche bei der Polizei angeschwärzt hatte, einen Denkzettel erteilen wollte. Das Messer hat Hess dem Jugendlichen in die Hand gedrückt, damit der die Szene nachspielen kann, die ihn am 3. Februar 2010 hinter Gitter gebracht hat.

Es hat mich genervt, dass er mich verpetzt hat“, sagt der 16-Jährige. Er demonstriert, wie er mit links das Messer gezogen und es hinter seinem Rücken in die rechte Hand gewechselt hat. Ob er in diesem Augenblick wirklich zustechen wollte, das ist die zentrale Frage des Prozesses.

 (More)

Würzburgs Ex-Generalmusikdirektor Jin Wang ab 2. November vor Gericht

2010-08-12 @ 23:13 in Juristisches

Der ehemalige Würzburger Generalmusikdirektor (GMD) Jin Wang muss sich im Herbst wegen sexueller Nötigung vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft Würzburg am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, hat die 1. Strafkammer des Würzburger Landgerichts den Prozess auf den 2., 3. und 4. November 2010 terminiert.

Wang wird zur Last gelegt, sich im Mai 2007 einer damals 21-jährigen Musikstudentin in Würzburg intim genähert und sie zur Duldung sexueller Handlungen genötigt zu haben (wir berichteten ausführlich). Das Landgericht hatte die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen nicht hinreichendem Tatverdacht zunächst nicht zur Anklage zugelassen. Dagegen legte die Anklagebehörde mit Erfolg Beschwerde zum Oberlandesgericht (OLG) Bamberg ein.

Das OLG hob die Entscheidung des Landgerichts auf und eröffente das Verfahren vor der 1. Strafkammer. Die Bamberger Richter halten Wang für hinreichend verdächtig, eine sexuelle Nötigung begangen zu haben. Das von der Geschädigten in ihrer Zeugenaussage geschilderte Verhalten ist nach Ansicht des OLG „als Gewalt zur Erzwingung sexueller Handlungen zu werten“.

18-jähriger Messerstecher zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt

2010-08-12 @ 23:10 in Juristisches

Ein 18-jähriger Gymnasiast muss nach einem grundlosen Messerstich gegen einen ihm völlig unbekannten Mann für vier Jahre in die Jugendstrafanstalt. Die Jugendkammer des Würzburger Landgerichts verurteilte den Heranwachsenden am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Jugendstrafe. Der Angeklagte hatte gestanden, in den frühen Morgenstunden des 7. Februar 2010 auf offener Straße in Würzburg einem 64-jährigen Mann im Vorbeilaufen grundlos sein Springmesser in den Bauch gestoßen zu haben.

Angeklagt war der 18-Jährige wegen versuchten Totschlags. Dieser Vorwurf hat sich aber nicht bestätigt: „Das ist der klassische Fall eines freiwilligen Rücktritts vom Totschlagsversuch“, so der Vorsitzende der Jugendkammer, Arno Hess. Er habe durch die brutale Messerattacke seinen „ganzen Frust“ nach einem Streit mit Freunden an dem 64-Jährigen ausgelassen, sagte der 18-Jährige, den demnächst ein weiteres Strafverfahren wegen räuberischer Erpressung erwartet. Das Opfer wurde durch den Stich am Darm verletzt und überlebte nach einer Notoperation.

Die Jugendkammer folgte mit ihrem Urteil dem Antrag von Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen. Verteidiger Konrad Scheckenbach (Würzburg) hatte drei Jahre Jugendstrafe gefordert und gleichzeitig Kritik am bayerischen Jugendstrafvollzug geäußert: Der Gymnasiast will die Zeit im Gefängnis nutzen, um sein Abitur nachholen. Dies sei aber in ganz Bayern - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - nicht möglich, sagte Scheckenbach.

Dem Ehemann das Messer in den Bauch gestoßen

2010-08-10 @ 23:00 in Juristisches

Die Anklage spricht von versuchtem Mord, die Angeklagte von einer angespannten Situation, in der sie "keinen klaren Gedanken fassen" konnte: Weil sie im Streit ihrem getrennt lebenden Ehemann ein Messer tief in den Bauch gestoßen hat, muss sich eine 49-jährige Altenpflegerin aus Würzburg seit Dienstag vor dem Schwurgericht verantworten.

Die Vorgeschichte: Seit Frühjahr 2009 lebten die Angeklagte und ihr 45 Jahre alter Ehemann getrennt, weil der Mann sich für eine andere Frau entschieden hatte, mit der er bereits seit 1999 mehrfach ein Verhältnis hatte. Die 42-jährige Zahnarzthelferin lässt heute kein gutes Haar mehr an dem Mann: "Ich war nur ein Sprungbrett für ihn, um von seiner Frau wegzukommen."

Die Angeklagte brauchte nach eigener Aussage lange, um sich mit der Trennung abzufinden. Doch dann kam am 25. Oktober 2009 eine SMS von der Nebenbuhlerin: "Dein Traummann ist wieder frei, er wollte mich doch nicht." Die neu erwachte Hoffnung der Angeklagten auf eine Rückkehr ihres Mannes war nicht von langer Dauer: Am 31. Oktober sagte er ein geplantes Zusammentreffen ab, weil er sich mit seiner Freundin aussprechen wollte.

 (More)

"Todesfahrerin von Ochsenfurt" muss nicht in die Psychiatrie

2010-08-05 @ 22:45 in Juristisches

Eine 68-jährige Frau, die eine Rentnerin auf einem Supermarktparkplatz überfahren und getötet hat, muss nicht in die Psychiatrie. Die 2. Strafkammer des Würzburger Landgerichts hat jetzt entschieden, dass die Unterbringung der als „Todesfahrerin von Ochsenfurt“ bekannt gewordenen Frau in einer psychiatrischen Anstalt nicht angeordnet wird.

Wie ausführlich berichtet, wurde die 68-Jährige am 7. Februar 2008 wegen Körperverletzung mit Todesfolge rechtskräftig zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hat im Januar 2007 auf einem Supermarkt-Parkplatz in Ochsenfurt eine 84-jährige gehbehinderte Rentnerin absichtlich angefahren, mit ihrem schweren BMW überrollt und getötet, weil die Frau zu langsam die Straße überquerte. Im Ersturteil hatte das Würzburger Schwurgericht die Angeklagte als „für die Allgemeinheit gefährlich“ eingestuft und neben der Freiheitsstrafe ihre Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.

Der Bundesgerichtshof bestätigte nach Revision der Verteidigung den Schuldspruch und die Freiheitsstrafe, hob aber die Unterbringung auf, über die vom Landgericht Würzburg neu entschieden werden musste. Zu dem Prozess erschien die 68-Jährige als freie Frau: Ende Juni hatte sie zwei Drittel ihrer fünfjährigen Strafe abgesessen und wurde auf Bewährung entlassen. Die Strafaussetzung zur Bewährung beruhte auf einem aktuellen psychiatrischen Gutachten, in dem keine besondere Gefährlichkeit der Angeklagten mehr festgestellt wurde.

 (More)

Motorrad-Gang-Mitglieder freigesprochen

2010-08-04 @ 19:50 in Juristisches

Es muss eine Szene wie aus einem Hollywood-Actionstreifen gewesen sein, die sich an einem Augustnachmittag im vergangenen Jahr auf der A7 bei Estenfeld abgespielt hat: Eine Gruppe von Motorradfahrern stoppte aus bis heute unbekannten Gründen mitten auf der Autobahn einen LKW und den nachfolgenden Verkehr. Dann versuchte einer der Rocker, den LKW-Fahrer aus seinem Fahrzeug zu ziehen und schlug auf den Mann ein.

Drei Mitglieder der Motorrad-Gang mussten sich als mutmaßliche Täter des Überfalls wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung vor dem Würzburger Amtsgericht verantworten. Das Trio wurde freigesprochen. Zwei der Männer sollen für das Stoppen des nachfolgenden Verkehrs verantwortlich gewesen sein. Bei ihnen war der Freispruch aus Mangel an Beweisen eine klare Sache. Enger war die Entscheidung bei dem 35-Jährigen, der als mutmaßlicher Haupttäter auf der Anklagebank saß.

 (More)

Frustrierter Reifenstecher kommt mit Weisungen davon

2010-08-03 @ 19:49 in Juristisches

Mit Weisungen des Jugendrichters ist ein 20-jähriger Intensiv-Reifenstecher aus Würzburg davongekommen. Aus Frust und Wut über seine untreue Freundin und seine Probleme am Arbeitsplatz wurde der Bahn-Angestellte zum Straftäter und stach im vergangenen Herbst im Würzburger Stadtteil Aumühle bei zwei Gelegenheiten jeweils an 24 Autos teilweise alle Reifen aufgestochen. Außerdem hat er einen Motorroller beschädigt sowie ein Wohnmobil und einen PKW-Anhänger in Brand gesetzt. Von einer Polizeistreife erwischt wurde er in der Nacht vom 29. auf 30. Oktober 2009, als er mit 2,6 Promille Alkohol neben einem PKW auf dem Boden lag und versuchte, das Reifenventil aufzudrehen.

Danach saß der 20-Jährige knapp vier Wochen in Untersuchungshaft und absolvierte im Anschluss eine stationäre Alkoholtherapie. Entstanden war sein übergroßer Frust, nachdem seine Freundin ihn betrogen hatte. Am Arbeitsplatz war er außerdem das schwächste Glied, musste häufig die Wochenend-Dienste übernehmen und hatte so in kurzer Zeit über 400 Überstunden angehäuft. Zu einer der angeklagten Taten kam es, nachdem ihm kurzfristig zu Gunsten von Kollegen der Jahresurlaub gestrichen wurde.

 (More)

VG Würzburg bestätigt Gewerbeuntersagung wegen Unzuverlässigkeit

2010-07-27 @ 18:58 in Juristisches

Zu unzuverlässig für ein Gewerbe: Weil er bereits hohe Schulden beim Finanzamt und auch mehrere eidesstattliche Versicherungen abgegeben hat, wurde einem Mann aus Schollbrunn vom Landratsamt Main-Spessart jegliche selbstständige Tätigkeit untersagt. Diese Entscheidung hat nun auch das Würzburger Verwaltungsgericht bestätigt

Offenbar muss nicht nur der Kläger, der seine Anmeldung eines Gewerbes für "Dienstleistungen rund ums Haus" vor Gericht durchsetzen wollte, als unzuverlässig eingestuft werden. Auch sein Rechtsanwalt, der drei Wochen vor der Verhandlung fristgerecht die Ladung erhielt, fehlte am Mittwoch unentschuldigt. Vielleicht lag die Abwesenheit aber auch daran, dass die Klage ohnehin wenige bis keine Erfolgsaussichten hatte: Schon mit einem Eilantrag in gleicher Sache war der Kläger gescheitert. Immerhin: Mit einer Klagerücknahme hätte der offenbar völlig verschuldete Mann seine Verfahrenskosten reduzieren können.

 (More)

NACHTRAG: Friseurmeisterin voll schuldfähig - Fast sieben Jahre Haft

2010-07-20 @ 18:27 in Juristisches

Im Prozess um den brutalen Überfall auf ein Ochsenfurter Rentner-Ehepaar vor dem Würzburger Landgericht hat ein psychiatrischer Gutachter der 60-jährigen Angeklagten volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Zwar müsse man zu Gunsten der Friseurin davon ausgehen, dass sie an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leide, so Professor Dr. Martin Krupinksi: „Es gibt aber nichts, was eine Einschränkung der Steuerungsfähigkeit begründen könnte

Auch die sorgfältig geplante und vorbereitete Tat – die Angeklagte schminkte und maskierte sich und gab sich als Blumenbotin aus – spricht dagegen. Fest steht für Krupinksi, der die Angeklagte aus einem früheren Prozess kennt, dass sie durch ihre Persönlichkeit anfälliger als andere Menschen ist, wenn es darum geht, auf illegalem Weg an Geld zu kommen. Das hat die 60-Jährige vor dem Überfall vom 26. Januar 2009 bereits in vier Fällen bewiesen. Bis Ende der 1990er Jahre war sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit zwei Friseur- und Kosmetik-Salons und einer Boutique in Kitzingen und Marktsteft. Dann ging es wirtschaftlich bergab und die kriminelle Karriere begann.

 (More)

Rangierlokführer soll übermüdet zwei Signale überfahren haben

2010-07-16 @ 18:28 in Juristisches

Drei Verletzte forderte in den frühen Morgenstunden des 30. März 2006 der Zusammenstoß einer Rangierlok mit einem Güterzug zwischen Veitshöchheim und Würzburg. Weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft im Führerhaus eingeschlafen sein soll, muss sich derzeit der 66-jährige Lokführer der Rangierlok wegen fahrlässiger „Gefährdung des Bahnverkehrs“ vor dem Würzburger Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte habe vor dem Unfall zwei Haltezeichen überfahren, so die Anklage.

Das Amtsgericht erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl über 3.600 Euro (90 Tagessätze von 40 Euro) Geldstrafe, gegen den der Lokführer Einspruch einlegte. Vor Gericht gab er an, das Führerhaus der Lok sei kurz vor der zweitägigen Überführungsfahrt von der Fabrik in Nordrhein-Westlfalen nach Augsburg frisch gestrichen worden. Aufgrund der Ausdünstungen der frischen Farbe will der 66-Jährige ohnmächtig geworden sein. Bei dem Unfall brach er sich die Rippen, die beiden Lokführer des Güterzugs, die den Zusammenstoß auch durch eine Vollbremsung nicht verhindern konnten, wurden leicht verletzt.

 (More)

Teilgeständnis der Angeklagten: "Habe mit dem Messer nicht zugestoßen"

2010-07-15 @ 18:26 in Juristisches

Nach einem bewaffneten Überfall auf ein Rentner-Ehepaar in Ochsenfurt (Kreis Würzburg) hat die Täterin zum Auftakt des Prozesses vor dem Würzburger Landgericht einen Großteil der Vorwürfe gestanden. Angeklagt ist die 60-jährige Friseurmeisterin aus Marktsteft (Kreis Kitzingen) wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Sie soll im Verlauf des etwa einstündigen Überfalls einem damals 79 Jahre alten Mann ein Messer in Tötungsabsicht in die Brust gestochen haben. Den Überfall gab die Angeklagte zu, die Messerattacke nicht: "Ich habe nicht zugestoßen", sagte sie am Dienstag vor dem Schwurgericht.

Zu der Verletzung des Rentners soll es nach Angaben der Angeklagten bei einem Gerangel um das Jagdmesser gekommen sein, mit dem sie am Abend des 26. Januar 2009 die Herausgabe eines größeren Geldbetrages erzwingen wollte. Grund waren fast 400.000 Euro Schulden der früher erfolgreichen Geschäftsfrau, die sich bereits zum fünften Mal vor Gericht verantworten muss: "Ich hatte meinen wirtschaftlichen Absturz vor Augen und brauchte dringend Geld", sagte die Friseurmeisterin.

 (More)

Anklage: Versuchter Mord

2010-07-14 @ 18:24 in Juristisches

Wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung muss sich eine mehrfach vorbestrafte Friseurmeisterin aus dem Kreis Kitzingen seit Dienstag an vor dem Würzburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt der 60-jährigen Frau zur Last, am 26. Januar 2009 mit schwarzer Perücke maskiert, einer Strumpfhose vor dem Gesicht und mit einem Messer bewaffnet in das Haus eines Rentner-Ehepaares in Ochsenfurt (Kreis Würzburg) eingedrungen und Geld gefordert zu haben.

Als der Rentner sich gegen den Überfall zur Wehr setzte, soll die Täterin ihn mit einem Telefonkabel um den Hals gewürgt und ihm dann das Messer in Tötungsabsicht gezielt in die Brust gestochen haben. Als Motiv für den brutalen Überfall hat die Staatsanwaltschaft Geldnot ausgemacht. Lebenswichtige Organe wurden durch den Stich nicht verletzt.

Anschließend soll die Angeklagte 50.000 Euro von dem schwerverletzten Mann und seiner Ehefrau gefordert haben. Erst als ihr klar wurde, dass das Paar kein Bargeld im Haus hatte, gab sie die Tat nach etwa einer Stunde auf. Die 60-Jährige stand zur Tatzeit unter Bewährung und flüchtete nach Spanien, wo sie zwei Wochen später verhaftet und anschließend ausgeliefert wurde. Derzeit sitzt sie eine Strafe in anderer Sache ab. Das Schwurgericht hat für den Prozess sieben Verhandlungstage angesetzt.

Windrad-Gegner aus Urspringen erneut erfolglos

2010-07-13 @ 18:21 in Juristisches

Auch beim zweiten Versuch sind Bürger und die Gemeinden Roden und Karbach mit dem Versuch gescheitert, die immissionschutzrechtliche Genehmigung für Windräder aufheben zu lassen, die die Firma Wotan GmbH auf dem auch als „Lehmberg“ bekannten Hausberg bei Urspringen betreibt. Das Verwaltungsgericht Würzburg wies die Anfechtungsklagen ab.

Überraschend war das Urteil nicht: Schon im Frühjahr 2009 waren die Kläger mit einem gleichgelagerten Verfahren gegen zwei der vier Windkraftanlagen gescheitert. Jetzt richteten sich die Klagen gegen die anderen beiden Lehmberg-Windräder, und das Ergebnis war vorherzusehen. Die Klagen hätten „keine Erfolgsaussicht“, hatte die 4. Kammer schon im vorgelagerten Eilverfahren festgestellt und den Antrag der Kläger auf einstweiligen Rechtsschutz abgelehnt.

Die Sachlage war so klar, dass die Verfahren auf eine einzelne Richterin übertragen wurden. Im vergangenen Jahr hatte die Kammer noch in voller Besetzung entschieden. Und auch dieses Mal ließ die Einzelrichterin schon während der Verhandlung durchblicken, dass es aus Kostengründen wohl vernünftiger wäre, die Klage zurückzunehmen.

 (More)

"Therapie hilft ihnen und schützt ihre Mitmenschen"

2010-07-02 @ 11:44 in Juristisches

Angeklagt war sie wegen versuchten Mordes, verurteilt wurde sie wegen gefährlicher Körperverletzung: weil sie eine Wasserflasche und eine Milchpackung ihrer Mitbewohnerin mit einem Schmerzmittel versetzt hat, muss eine 23-Jährige aus Würzburg für 2 Jahre und 8 Monate ins Gefängnis. Die Angeklagte hat angegeben, die wirkung des Schmerzmittels Tilidin an ihrer 20-jährigen Untermieterin ausprobiert zu haben, weil sie selbst möglichst schmerzfrei aus dem Leben scheiden wollte.

Dass sie ihr Leben nie richtig in den Griff bekam, hat die 23-Jährige auch einer „emotional instabilen Persönlichkeitsstörung mit Boderline-Symptomatik“ zu verdanken. Die Erkrankung ist aber nicht schwer genug, um ihre Steuerungsfähigkeit bei diversen Straftaten einzuschränken odder gar aufzuheben. „Sie hätte es auch lassen können“, bestätigte der psychiatrische Sachverständige. Drei monate vor dem Giftanschlag wurde die junge Frau zu zehn Monaten mit bewährung verurteilt, weil sie einer alten Frau im Pflegeheim Geld gestohlen hatte. Sie muss damit rechnen, dass die Bewährung widerrufen wird und sie auch diese strafe absitzen muss.

 (More)

Kein rechtfertigender Notstand für Genmais-Gegnerin

2010-06-30 @ 11:42 in Juristisches

Erfolglos blieb die Berufung einer 29-jährigen Französin, die als Mitglied der Initiative „Gendreck weg“ vor zwei Jahren zusammen mit anderen Aktivisten ein Maisfeld in Westheim (Kreis Kitzingen) von gentechnisch veränderten Pflanzen „befreit“ hat. Vom Amtsgericht Kitzingen war sie im Juli 2009 wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung zu 45 Tagessätzen von 15 Euro (675 Euro) Geldstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil bestätgite jetzt die Berufungskammer des Landgerichts und verwarf die Berufung der 29-jährigen.

Die Kammer sah es als erwiesen an, das die Angeklagte zusammen mit anderen Personen auf dem Maisfeld, auf dem unter anderem auch gentechnisch veränderte Maispflanzen der Sorte MON810 angebaut waren, junge Maispflanzen herausgerissen und zerstört hat. Das hat die angeklagte auch nie abgestritten. Sie versuchte aber, sich auf einen so genannten „rechtfertigenden Notstand“, also auf Notwehr gegen die vermutete Gefahr, die von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen könnte, zu berufen.

Die Kammer glaubte der 29-jährigen, dass sie aus ihrer subjektiven Sicht die Vorraussetzungen eines rechtfertigenden Notstandes angenommen hat. Die von ihr gewählten Mittel waren nach Überzeugung des Gerichts nicht geeignet, um die durch Genmais drohenden Gefahren abzuwenden. Das Berufungsurteil ist nicht rechtskräftig, die Angeklagte hat bereits Revision eingelegt.

Angeklagte: Giftmordversuch war nur ein Medikamenten-Test

2010-06-29 @ 14:48 in Juristisches

Eine wegen versuchten Giftmordes angeklagte junge Frau hat am Dienstag vor dem Würzburger Landgericht die Tat eingeräumt, eine Tötungsabsicht aber abgestritten. Die Staatsanwaltschaft legt der Altenpflege-Helferin zur Last, eine damals 20-jährige Mitbewohnerin am 12. Oktober 2009 in ihrer Wohnung mit 131 Milligramm des starken Schmerzmittels „Tilidin“ heimtückisch vergiftet zu haben.

Die Angeklagte hat zugegeben, das Medikament mit Hilfe einer Injektionsnadel heimlich in eine Milchpackung der 20-Jährigen gespritzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die kräftig gebaute Angeklagte ihre jüngere und attraktivere Untermieterin aus „Neid, Missgunst und Hass“ töten wollte. „Das stimmt nicht, ich habe mich gut mit ihr verstanden“, versicherte die Angeklagte. Ihre Erklärung für die Tat: Sie habe unter eine depressiven Verstimmung mit Selbstmordgedanken gelitten und die Wirkung des Schmerzmittels testen wollen.

„Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, schmerzfrei aus dem Leben zu scheiden. Ich wusste, dass das keine tödliche Dosis war“, so die 23-Jährige. Seine Mandantin habe die Tötung des Opfers zu keinem Zeitpunkt billigend in Kauf genommen, betonte der Verteidiger. Nachdem die junge Studentin über Kreislaufprobleme, Herzrasen und Übelkeit klagte, trank die Angeklagte selbst von der Milch: „“Damit wollte ich den Verdacht von mir ablenken.“

Beide Frauen wurden in einer Klinik behandelt, es bestand keine Lebensgefahr. Nach der Tat „habe ich mich in Würzburg nicht mehr sicher gefühlt und stand vor dem Nichts“, sagte das Opfer. Sie hat ihr Lehramtsstudium abgebrochen und beginnt im Sommer eine Ausbildung zur Hotelfachfrau.

Angeklagte Giftmischerin: Ich wollte nur die Wirkung testen

2010-06-29 @ 08:49 in Juristisches

Kein versuchter heimtückischer Giftmord, sondern der Wirkungstest eines Schmerzmittels soll die Tat gewesen sein, wegen der eine 23-jährige Altenpflege-Helferin seit Dienstag vor dem Würzburger Schwurgericht auf der Anklagebank sitzt. Sie habe seit längerer Zeit Selbstmordgedanken gehabt, wollte aber um jeden Preis schmerzfrei aus dem Leben scheiden, behauptet die junge Frau. Als dem Opfer von dem heimlich in ihre Milch gespritzten Medikament übel wurde, „da kam es für mich nicht mehr in Frage“, so die 23-Jährige.

Höflich ausgedrückt, ist die Angeklagte nicht nur kräftig gebaut, sondern dick. Das soll, zumindest nach Auffassung der Staatsanwaltschaft, einer der Gründe für die Tat vom 12. Oktober 2009 gewesen sein. An diesem Tag spritzte die 23-Jährige in ihrer Würzburger Wohnung mit Hilfe einer Injektionsnadel insgesamt 131 Milligramm des Schmerzmittels „Tilidin“ in einen verschlossenen Tetrapack Milch, der ihrer Mitbewohnerin gehörte.

Die Angeklagte „litt massiv unter ihrer mangelnden Attraktivität und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes“, so Staatsanwalt Peter Weiß. Daraus sollen sich, in Verbindung mit einer depressiven Verstimmung, „Hassgedanken“ gegenüber der schlanken, zierlich gebauten und im Leben erfolgreichen Mitbewohnerin entwickelt haben, die sich in dem Giftanschlag entluden. „Sie wollte ihre Frustration an der Mitbewohnerin auslassen“, heißt es in der Anklageschrift, der ein psychiatrisches Gutachten zugrunde liegt.

 (More)

"Schwarzbau-Villa" nach Planänderungen genehmigt

2010-06-23 @ 18:33 in Juristisches, Lokales

Das Dach muss runter, der Pool muss weg. Foto (c) P.WötzelIm Stadtrat war fast so etwas wie kollektives Aufatmen zu spüren: Nach über drei Jahren Zank und Diskussionen mit dem Bauherrn eines deutlich zu groß geratenen „Mehrgenerationen-Hauses“ am Hexenbruchweg hat der Rat am Donnerstag mit Zwei-Drittel-Mehrheit der nachträglichen Baugenehmigung zugestimmt. Der Bauherr muss einen Teil des in der Domstadt als „Schwarzbau-Villa“ bekannten Gebäudes zurückbauen, dann darf er den Rohbau endlich vollenden. Der Stadtrat will außerdem ein saftiges Bußgeld verhängen.

Es war ein schweres Stück Arbeit für Baureferent Christian Baumgart, die Mehrheit der Volksvertreter davon zu überzeugen, dass der Eigentümer nach Vorlage geänderter Pläne einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Baugenehmigung hat. Zu groß war das Misstrauen, dass sich Bauherr und Architekt wieder nicht an die Vorgaben halten.

Nach der Vorgeschichte ist ein gesundes Misstrauen freilich durchaus berechtigt: Im September 2006 erteilte der Bau- und Ordnungsausschuss die erste Baugenehmigung, an die sich der Bauherr allerdings nur in groben Zügen hielt. Die beiden Geschosse der Villa fielen insgesamt 1,81 Meter höher aus als in den Plänen. Statt des genehmigten Flachdaches hatte das Haus plötzlich ein deutlich höheres Satteldach. Auch ein Swimming Pool wuchs erheblich und fand sich an anderer Stelle als geplant. Der einzige Baum auf dem Grundstück, der nicht hätte gefällt werden dürfen, fiel der Säge zum Opfer.

 (More)

Keine "Terrasse" vor dem Café Michel während der Kiliani-Messe

2010-06-23 @ 18:23 in Juristisches, Lokales

Im Frühjahr noch mitten auf dem Platz, bei Kiliani nicht erlaubt. Foto (c) P.WötzelDurch breiter gewordene Rettungswege ist es bei Veranstaltungen eng geworden auf dem Marktplatz. Deshalb muss das alteingesessene Café Michel am Oberen Markt in diesem Jahr während der Kiliani-Messe komplett auf seine Außenbestuhlung verzichten. Gegen diese Entscheidung der Stadt zog Betreiberin Melanie Michel ohne Erfolg vor das Verwaltungsgericht: Ihre Klage wurde abgewiesen.

Im kommenden Jahr kann das Café Michel sein hundertjähriges Bestehen feiern. Melanie Michel leitet den Familienbetrieb in der vierten Generation, seit 1980 stehen in den Sommermonaten auch Tische auf dem Oberen Markt. Im vergangenen Jahr musste Michel wegen der s.Oliver-Baustelle während der Kiliani-Verkaufsmesse erstmals komplett auf ihre "Terrasse" verzichten. Die Baustelle gibt es nicht mehr, doch auch in diesem  Jahr hat die Stadt die Sondernutzungserlaubnis für das Straßencafé während der ersten beiden Juli-Wochen nicht erteilt. Genauer gesagt: Die „stets widerruflich erteilte Genehmigung“ verliert während der Kilianimesse ihre Gültigkeit. Damit wollte sich Melanie Michel nicht abfinden und klagte gegen den Bescheid. „Wir sitzen hier nur, weil die Stadt zum ersten Mal in 30 Jahren nicht mit sich reden lässt. Es geht uns um ein einvernehmliches Miteinander mit der Kiliani-Messe“, betonte ihre Rechtsanwältin Elisabeth Gabler vor Gericht.

 (More)

1 2 3 ... 25 26 27  Next»