Ich will "Zeitungszeugen" lesen dürfen
Unter dem Titel "Die Gutmenschen sind los" kommentiert der Tagesspiegel sehr treffend den Versuch der bayerischen Staatsregierung, den Deutschen die dringend nötige Auseinandersetzung mit Deutschlands dunkelsten Jahren zu verbieten. Ich finde diese Art der Zensur völlig unverständlich und vor allem kontraproduktiv - den Worten des Tagesspiegel-Kommentators gibt es nichts hinzuzufügen:
"Wer Zeitungen aus der Nazizeit liest, staunt darüber, wie vieles man damals über die Verbrechen und Pläne des Regimes wissen konnte. Vieles stand in der Zeitung. Und wer sich mit der Nazizeit befassen möchte, der kann dies nicht tun, ohne sich tatsächlich mit der Nazizeit zu befassen."
Die bayerische Justiz- und Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk, die übrigens bei uns in Würzburg promoviert hat, rechtfertigt ihre Zensur Maßnahme wie folgt:
"Die Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda wird hier billigend in Kauf genommen. Die Beilagen sind aus dem Mantelteil der Zeitung leicht herausnehmbar. Sie liegen lose bei. Sie können aus dem Zusammenhang gerissen und von Neonazis missbraucht werden. Für eine geschichtliche, wissenschaftliche Auseinandersetzung ist eine solche Gestaltung nicht notwendig. Wer sich trotz eines ausdrücklichen Verbots der Bayerischen Staatsregierung zu einer derartigen Veröffentlichung entschließt zeigt, dass ihm die nötige Sensibilität im Umgang mit Geschichte und Recht fehlt. Diese ganz bewusste Provokation macht es unvermeidlich, in ein so hohes Gut wie die Pressefreiheit einzugreifen."
Auf deutsch: Die Staatsregierung ist beleidigt und wirft dem Herausgeber ihren eigenen Fehler vor: Dass die nötige Sensibilität im Umgang mit Geschichte und vor allem dem Recht fehlt. Ein Grundkurs in Historie und Demokratie würde der Ministerin offenbar gut tun. Die juristische Auseinandersetzung wird sie hoffentlich verlieren, damit ich als mündiger Bürger selbst entscheiden kann, was ich lesen möchte und was nicht.
Da muss man hin: Herrn Gehrings gute Stube
Normalerweise mache ich an dieser Stelle keine Werbung, aber für meine alte und neue Lieblings-Gaststätte muss ich eine Ausnahme machen: Vor 14 Tagen, nach zweiwöchiger harter Arbeit, wurde der ehemalige Raucher-Zufluchtsort, das "Gehrings" in der Neubaustraße, unter neuer Leitung neu eröffnet.
In "Herrn Gehrings guter Stube" darf jetzt zum Glück nicht mehr geraucht werden, die Gemütlichkeit ist zurück, und ich fühle mich dort so wohl wie in keiner anderen Kneipe. Das Ambiente hat eine sehr weibliche Note bekommen, man wird freundlich empfangen, und vor allem: Das Essen ist Weltklasse.
Chefin Melissa Silva steht von Montag bis Samstag (Sonntag ist Ruhetag) persönlich in der Küche und sorgt mit täglich anderen Gerichten für echte Gaumenfreuden. Und wer einmal einen von Melissas selbstgebackenen Kuchen (auch da gibt es jeden Tag einen anderen) probiert hat, der kommt mit Sicherheit wieder.
Was es nicht gibt: Jeden Tag die gleichen langweiligen Burger, Spaghettigerichte, Schinkennudeln, Baguettes etc. wie in anderen Gaststätten. Einzige Ausnahme: Das Schnitzel mit selbst geschnitzten Pommes und leckerem Salat.
Wie gesagt, das Speisenangebot wechselt täglich und wird rechtzeitig auf der Homepage veröffentlicht. Wer sich in den Newsletter einträgt, erfährt morgens schon per Mail, was es ab 12 Uhr zu Essen gibt.
Hiermit stelle ich den Antrag, den nächsten Blogger-Stammtisch nach der Feuerzangenbowle in Herrn Gerhings guter Stube stattfinden zu lassen. Mit unserem König habe ich schon drüber gesprochen, er zeigte sich nicht abgeneigt.
Meine besten Bilder ab sofort im "Photo-Speicher"
Biffo macht es anders, aber ich möchte meine Texte auf dieser Seite nicht mit zu vielen Bildern garnieren. Das Wort soll hier im Mittelpunkt stehen.
Der Nachteil: Viele gute Schnappschüsse bleiben unveröffentlicht und versauern auf meiner Festplatte, wenn sie es nicht bis in die Zeitung schaffen.
Deshalb habe ich mir jetzt meinen persönlichen "Photo-Speicher" im Internet gegönnt, in dem ich ab sofort meine besten Bilder veröffentliche.
Das erste Album beinhaltet meine besten Fotos vom Afrika-Festival 2008. Ihr dürft gerne anschauen, bewerten und kommentieren. Ab sofort unter "woetzel-bilder.info/schreibmaschine".
In den kommenden Tagen und Wochen will ich mal mein Archiv der letzten Jahre durchforsten und die besten Bilder photo-speichern.
Ich verwende das Fotogalerie-Programm "Coppermine", das ich für ähnliche Projekte nur empfehlen kann. Es hat auf Anhieb ohne Probleme funktioniert.
Das Bild links zeigt übrigens die beiden Sängerinnen/Tänzerinnen, die mit Newcomerin Mpho Motheane (siehe unten) aus Südafrika am Samstag auf dem Afrika-Festival aufgetreten sind.
Neue Zeitung für Integration
Der Name ist Programm: „Integration – Miteinander für eine bessere Zukunft“ lautet der Titel einer neuen Zeitung, mit der der Würzburger Verlag „Alp Media“ einen Beitrag zum Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Kulturen in Unterfranken leisten möchten.
„Man kann die Probleme in den Mittelpunkt stellen, oder man kann von Erfolgsbeispielen geglückter Integration berichten. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden“, erläuterte Chefradakteur Alperen Celik das ehrgeizige Projekt. Wichtigstes Mittel der Integration von Ausländern oder – politisch korrekt ausgedrückt – Bürgern mit Migrationshintergrund ist seiner Ansicht nach die deutsche Sprache. Deshalb kommt zumindest der redaktionelle Teil der Zeitung „Integration“ komplett auf Deutsch daher. „Das ist das A und O der Integration, darüber kann man nicht streiten“, sagt Celik. Er ist in Würzburg geborener Türke, der derzeit im 8. Semester Politikwissenschaften studiert.
Im Zentrum der ersten Ausgabe stehen mit Celiks Landsleuten die größte Migrantengruppe in Deutschland und Würzburg. Das wird nicht so bleiben, verspricht der Chefredakteur: „Wir werden in jeder Ausgabe positive Beispiele aus einem anderen Land darstellen.“
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Rosenthal bloggt
Es ist soweit: Mit SPD-Kandidat Georg Rosenthal hat sich der erste der fünf Würzburger OB-Kandidaten der Würzburger Blogosphäre angeschlossen. Seit heute ist Rosenthals Wahl-Blog im Internet freigeschaltet.
Die Idee dazu dürfte ihm nach dem Gespräch mit den beiden Würzmischern gekommen sein - er hat sogar auf die Würzmischung-Homepage verlinkt.
Nachtrag: Nur die Kommentare funktionieren noch nicht - deshalb dann eben an dieser Stelle:
Willkommen in der Würzburger Blogosphäre und Gratulation zum Vorsprung vor den anderen vier OB-Kandidaten in diesem heutzutage ja nicht ganz unwichtigen Medien-Bereich. Könnte ganz interessant werden.
Frau Schaaf und der Würzblogger werden prominent
Was darf ich da heute morgen beim Frühstück in der druckfrischen Druckausgabe von Boulevard Würzburg sehen und lesen: Frau Schaaf und der Würzblogger haben sich vom Tabloid-Mitarbeiter nicht nur ablichten lassen, sondern durften auch noch über sich und die Würzburger Blogger-Szene berichten.
Über die subjektive Auswahl von fünf beispielhaften Würzburg-Blogs (Röööö, Phil, Al Gore, Marlene, Juho) kann man sicher streiten, aber eines ist sicher: Die beiden Beispiel-Blogger werden jetzt prominent, auch wenn das Foto vom Kollegen Björn Szostak ohne das bezaubernde Lächeln von Sandra und Ralf wie ein Fahndungsfoto wirken würde.
Und ich wurde sogar auch erwähnt: Die ältesten Würzburger Blogger "seien um die vierzig Jahre alt, berichtet Würzblogger Ralf Thees". Damit kann er eigentlich nur sich selbst und mich gemeint haben.