Uni Würzburg beendet Studenten-Mahnwache
Einen Tag nach der polizeilichen Räumung des besetzten Hörsaals an der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität sind die Studentenproteste auch in Würzburg von der Uni-Leitung beendet worden. Am Dienstag gegen 10 Uhr wurde etwa ein Dutzend Besetzer, die über die Feiertage eine Mahnwache im Max-Scheer-Hörsaal am Hubland aufrecht erhalten hatten, von Uni-Kanzler Enno Kruse aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Begleitet wurde Kruse dabei von Polizeibeamten, die aber nicht eingreifen mussten.
Die Universitätsleitung sei nach wie vor zum Dialog mit den Studierenden bereit, wird Kruse in einer Pressemitteilung der Universität zitiert. Erneute Besetzungen von Hörsälen oder anderen Räumen werde man aber nicht mehr hinnehmen. Zur Beendigung der Mahnwache im Max-Scheer-Hörsaal kam es laut Kruse, weil sich die Besetzer nicht an Absprachen gehalten haben.
Bis Silvester wäre die Mahnwache toleriert worden. Die Besetzer hatten aber für den Dienstagabend zu einem „Süd-Gipfel“ mit Vertretern anderer Hochschulen und für den Silvesterabend zu einem „Sektempfang“ eingeladen. Das mit den angekündigten Veranstaltungen verbundene Risiko habe die Uni-Führung für nicht mehr verantwortbar gehalten. Bei größeren Menschenansammlungen in der Silvesternacht bestehe „immer die Gefahr, dass derartige Veranstaltungen nicht mehr kontrollierbar werden“, so Kruse.
(More)
Augustiner-Hochhaus im Frühjahr wieder im Stadtrat
Zur unendlichen Geschichte droht sich ein Projekt in der Würzburger Innenstadt zu entwickeln: Seit über fünf Jahren ist ehemalige Ämterhochhaus in der Augustinerstraße durch ein Gerüst gesichert. Damals stürzten Teile der Fassade ab.
Nach einer Untersuchung wurde das das rund 80 Jahre alte Gebäude dann im April 2005 wegen „akuter Einsturzgefahr“ geräumt und wartet seit dieser Zeit auf seinen vom Stadtrats beschlossenen und in der Bevölkerung umstrittenen Abriss.
Doch das Nachfolgeprojekt mit dem klangvollen Namen „Tricyan-Tower“ (ein Begriff aus der Naturheilkunde) ist, nicht zuletzt durch eine Entscheidung des Stadtrats, ins Stocken geraten.
Der ursprüngliche Entwurf, mit dem der Bauherr „Informica Real Invest AG“ aus Reichenberg (Kreis Würzburg) im Dezember 2007 den Architektenwettbewerb gewann, musste geändert werden. Die Räte strichen zwei Meter und beschränkten die Höhe des neuen Gebäudes samt Aufbauten nachträglich auf 33,90 Meter.
Geplant sind 530 Quadratmeter Ladenfläche im Erdgeschoss, darüber Wohnungen, Büros und Praxisräume. 1,25 Millionen Euro bezahlten die „Informica“ für das Abbruchhaus, runde 8 Millionen Euro sollen Abriss und Neubau kosten.
(More)
NACHTRAG: Müller bleibt unterfränkischer Piratenkapitän
Auch nach einer außerplanmäßigen Vorstandswahl in Würzburg bleibt Johannes Müller (30) aus Obernburg Vorsitzender der unterfränkischen Piratenpartei. Der Bezirksverband Unterfranken der Piraten hatte sich Ende Juni im Vorfeld der Bundestagswahl gegründet. Bereits Ende Oktober trat Schatzmeister Dominik Wombacher (Großostheim) aus privaten Gründen von seinem Amt zurück, deshalb wurden die Neuwahlen notwendig.
Im Bundestagswahlkampf waren die unterfränkischen Piraten mit wöchentlichen Infoständen in Aschaffenburg und Würzburg aktiv, „danach wurde es wesentlich ruhiger. Wir müssen uns inhaltlich neu aufstellen“, sagte Müller in seinem Rechenschaftsbericht. Seit dem Rücktritt des Schatzmeisters sei man nicht mehr handlungsfähig gewesen. Knapp 30 der aktuell 267 Mitglieder des Bezirksverbandes fanden den Weg ins Würzburger Congress-Centrum, andere folgten dem außerordentlichen Parteitag lieber per Livestream im Internet.
(More)
NACHTRAG: Ehrenring für Walter Kolbow
Das liebe Geld stand im Mittelpunkt der traditionellen Jahresabschlussrede des Würzburger Oberbürgermeisters: „Wir sind die größte Stadt in Bayern, die im Haushaltsvollzug noch frei wirtschaften kann“, sagte OB Georg Rosenthal (SPD) am Donnerstag im voll besetzten Ratssaal.
Sogar ohne die gut 10 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II hat Würzburg in diesem Jahr mit 36,5 Millionen Euro die höchsten Investitionen des vergangenen Jahrzehnts aufzuweisen. „Ein Riesenerfolg“, so Rosenthal. In den kommenden Jahren führe an einem harten Sparkurs aber kein Weg vorbei. Mit Wirtschaftsförderung und einer Steigerung der Einwohnerzahl will der OB dem erwarteten Einbruch auf der Einnahmenseite entgegenwirken: „Jeder Zuzug bringt zusätzliche Steuereinnahmen. Um wachsen zu können, wollen wir unsere Attraktivität steigern.“
Dabei setzt die Domstadt auch auf die Erweiterung der Universität. Würzburg werde in wenigen Jahren nach München der zweitgrößte Hochschulstandort Bayerns sein, prophezeit Rosenthal.
Weil er sich fast drei Jahrzehnte lang im Bundestag für die Belange Würzburgs eingesetzt hat, erhielt Walter Kolbow (SPD) den Ehrenring der Stadt. „Es war gut für uns, in der Bundeshauptstadt einen so einflussreichen Fürsprecher zu haben“, sagte Rosenthal über seinen Parteigenossen. Der 65-jährige Kolbow war 29 Jahre Bundestagsabgeordneter und von 1998 bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Die totale Zerstörung Würzburgs beim Bombenangriff am 16. März 1945 habe ihn „immer angespornt, Friedenspolitik zu betreiben“, sagte Kolbow.
NACHTRAG: Straba-Trasse vor der Residenz festgelegt

Ein wichtiges Detail der neuen Würzburger Straßenbahntrasse steht: Der Stadtrat hat in seiner letzten Arbeitssitzung des Jahres einem Bericht an die Unesco-Welterbekommission zugestimmt, in dem die Gleisführung und die genaue Lage der Haltestelle gegenüber der Residenz festgelegt wird.
Die Zeit drängt: Am 7. Januar müssen die Würzburger Verkehrs- und Versorgungsbetriebe (WVV) einen in englischer Sprache verfassten Bericht über die Straßenbahnplanungen im Umfeld des Weltkulturerbes vorlegen. Das Papier ergänzt den Managementplan für die Residenz und ihr Umfeld, der von der Unesco gefordert wird, um den Welterbe-Status bei einer Sitzung im Sommer in Brasilia überprüfen zu können.
WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer brachte ein 33-seitiges, in kleiner Schrift bedrucktes Werk als Tischvorlage mit und zog sich damit den Ärger des Stadtrats zu. Nicht nur mit der Vorgehensweise, auch mit dem Inhalt waren die Räte nicht einverstanden.
Der WVV-Bericht widersprach nämlich in einigen Punkte dem Managementplan. Dem hatte der Stadrat erst zugestimmt, nachdem entscheidende Passagen geändert worden waren. Mit einer Sperrung des Rennwegs neben dem Nordflügel der Residenz sind die Stadträte ohne Verkehrsgutachten ebensowenig einverstanden wie mit der Festlegung neuer Fußgängerzonen-Bereiche.
(More)
NACHTRAG: Studenten beenden freiwillig die Audimax-Besetzung - vorläufig
Eine Woche vor dem Heiligen Abend ist an der Universität Würzburg der Weihnachtsfrieden eingekehrt: 36 Tage nach dem Beginn ihrer Protestaktion haben die streikenden Studenten am Donnerstagabend den Audimax-Hörsaal verlassen und ihre Besetzung nah eigenen Worten „ausgesetzt“.
Gleichzeitig wurde ein Forderungskatalog, verbunden mit einem Ultimatum, an die Hochschulleitung und die Staatsregierung übergeben. „Wenn sich nichts tut, kommen wir wieder“, betonte Besetzer Claas Meyer unter dem Applaus von knapp 300 Kommilitonen.
Erst sangen sie „Die Gedanken sind frei“ und begannen dabei, ihre Spruchbänder abzunehmen und die Banner einzurollen. Dann feierten die Besetzer ihre bisherigen Erfolge mit einer donnernden „La Ola“ im Audimax.
Komplett beendet werden die Proteste auch über die Feiertage nicht: Eine Mahnwache will bis ins neue Jahr hinein im Max-Scheer-Hörsaal auf dem Hubland-Campus aushalten und dabei weiter an der Strategie der Besetzer arbeiten.
(More)
NACHTRAG: OB und Baumgart wollen Greinberg-Knoten ausbauen
Würzburgs Stadtrat wehrt sich weiter gegen die Forderung der Regierung von Unterfranken, die beiden Bundesstraßen B19 und B8 im Würzburger Nordosten mit einer Querspange durch das Kürnachtal zu verbinden und so die B19 vom Verkehr zu entlasten. Am Mittwoch lehnten die Räte den Wunsch von Stadtbaurat Christian Baumgart nach einer Machbarkeitsstudie kategorisch ab.
Mit der Studie wollte Baumgart zeigen, dass durch einen Ausbau des für seine Stau-Anfälligkeit berüchtigten Würzburger Greinberg-Knotens die umstrittene Querverbindung durch den Stadtteil Lengfeld und das Naherholungsgebiet Kürnachtal überflüssig wird. „Das können wir aber nur erreichen, wenn wir den staatlichen Stellen nachweisen, dass sich die Verkehrsverhältnisse auch anders entscheidend verbessern lassen“, beschwor Baumgart den Stadtrat.
Für die Stadt geht es auch um rund acht Millionen Euro: So hoch ist die staatliche Förderung für den Ausbau der neuen B19-Anschlussstelle auf Höhe des neuen Ikea-Möbelhauses. Durch die Ikea-Ansiedlung hat sich die Verkehrssituation auf der B19 weiter verschärft, der neu gebaute Knoten bringt nicht genug Entlastung. Dessen Millionenförderung ist gefährdet, wenn die von Stadtrat und betroffenen Bürgern kategorisch abgelehnte Querspange nicht gebaut wird. So lautet jedenfalls der Standpunkt der Regierung von Unterfranken, den Baumgart und Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) jetzt durch die Alternative Greinbergknoten entkräften wollen.
(More)
NACHTRAG: Stadt plant Gewerbepark in der Faulenberg-Kaserne
„Wir brauchen dringend neue Gewerbeflächen, um die Anfragen befriedigen zu können“, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) am Dienstag im Konversionsausschuss seines Stadtrats. Fündig geworden sind Würzburgs Stadtplaner auf dem Gelände der ehemaligen Faulenberg-Kaserne an der Nürnberger Straße. Der Ausschuss brachte einstimmig eine Masterplanung für das zwölf Hektar große Areal auf den Weg.
Bereits seit Sommer 2007 steht die zwischen 1876 und 1879 errichtete ehemalige „Neue Artillerie-Kaserne“, die seit 1945 von der US-Armee genutzt wurde, leer. Als künftige Nutzung ist ein Gewerbepark „Aumühle“ angedacht, für den jetzt mit Hilfe eines Planungsbüros ein Konzept entwickelt werden soll.
Es gibt allerdings Hindernisse für die Entwicklung und Erschließung: Nach einer eingehenden Untersuchung des Kasernen-Areals hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mehrere Gebäude als Baudenkmäler eingestuft. Dazu gehören drei historische Backsteinbauten am Westrand des Areals, darunter zwei ehemalige große Getreidemagazine, eine Lagerhalle sowie ein Mannschaftsbau und drei weitere Gebäude rund um den großen Exerzierplatz.
(More)
NACHTRAG: Würzburg setzt auf Öko-Strom aus Wasserkraft
Geld sparen und gleichzeitig den Kohlendioxid-Ausstoß verringern will die Stadt Würzburg ab dem Jahr 2011: Anfang Dezember Woche hat die Stadtverwaltung nach genauer Beobachtung der Preise an der Strombörse in Leipzig bereits die Energielieferungen für Straßenbeleuchtung und öffentliche Gebäude im Jahr 2011 beim günstigsten Anbieter eingekauft. Der gesamte kommunale Stromverbrauch wird ab 2011 über mit Wasserkraft erzeugten Ökostrom gedeckt.
Dass die Stadt ihren Strom als so genannter „Sondervertragskunde“ zu günstigen Preisen beziehen kann, ist nicht neu: Bereits für das kommende Jahr konnten durch einen Einkauf zur rechten Zeit die Energiekosten für Straßenlaternen, Rathaus und die zahlreichen städtischen Schulen um rund 540.000 Euro im Vergleich zu 2009 gesenkt werden. Die Stadtwerke der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) sind nicht in der Lage, den gesamten Strombedarf der städtischen Einrichtungen zu decken. „Wir beziehen den Strom über unsere Stadtwerke zu günstigen Konditionen bei einem der großen Produzenten“, erläuterte Stadtkämmerer Christian Schuchardt.
Obwohl für den Strom aus Wasserkraft im Vergleich zur Energie aus Kohle- oder Atomkraftwerken ein jährlicher Aufschlag von rund 24.000 Euro gezahlt werden muss, sinken die Energiekosten der Domstadt im Jahr 2011 um weitere rund 80.000 Euro. Insgesamt sollen pro Jahr auch rund 11.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Mit dem Bezug von „grünem Strom“ will die Stadtverwaltung ein Signal für den Klimaschutz und „ein gutes Beispiel für die Verbraucher geben“, so Schuchardt.
NACHTRAG: Verurteilter Schönheitschirurg erhält Bewährungschance
Nach über acht Monaten Untersuchungshaft hat ein 76-jähriger ehemaliger Schönheitschirurg aus Düsseldorf das Würzburger Landgericht ürzlich als freier Mann verlassen. Die 3. Strafkammer setzte eine 17-monatige Freiheitsstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung und dreifachen versuchten Betrugs zur Bewährung aus.
Während der 76-Jährige in früheren Prozessen grundsätzlich auf Konfrontationskurs ging, hatte ihn sein Verteidiger Klaus Spiegel in der Berufungsverhandlung gut im Griff. Die Berufung wurde schon vor dem Prozess auf die Strafhöhe beschränkt, was einem Geständnis gleichkommt. Das war in erster Instanz vor dem Amtsgericht Würzburg Ende Oktober noch ganz anders: Damals stritt der Ex-Chirurg ab, bei einer Schönheitsoperation in seinem „Centrum für ästhetische Medizin“ in Würzburg gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen und eine dünne Gaze in der OP-Wunde vergessen zu haben.
(More)
NACHTRAG: "Beim nächsten Rückfall sind sie tot!"
Weil er ausgerechnet die Bankfiliale überfallen hat, in der er selbst Kunde war, hatte ein drogensüchtiger 24-Jähriger keine Chance: Am Tag nach dem Überfall wurde er verhaftet, nachdem er einen Teil seiner 18.000-Euro-Beute in Frankfurt in Heroin umgesetzt hatte. Am Montag wurde er vom Landgericht Würzburg wegen schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Besitz von Betäubungsmitteln zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Großes Pech hatte eine junge Bankkauffrau, als sie am 20. März in einer Würzburger Filiale zum ersten Mal alleine hinter dem Schalter stand. Schon in der ersten Stunde betrat der 24-Jährige, mit Kapuze, Schal und Handschuhen vermummt und einer Schreckschusspistole in der Hand den Schalterraum, hielt ihr die täuschend echt aussehende Waffe ins Gesicht und forderte Geld. Er entkam mit 18.000 Euro, die junge Frau erlitt einen schweren Schock. Sie war lange krank geschrieben und möchte keinen Schalterdienst mehr tun.
(More)
NACHTRAG: Landratsamt muss über windräder neu entscheiden
Zumindest einen juristischen Erfolg hat die Gemeinde Roden im Kampf gegen zwei auf ihrem Gebiet bereits errichtete Windkraftanlagen erzielt: Die 5. Kammer des Würzburger Verwaltungsgerichts hob eine „Nachtragsbaugenehmigung“ des Landratsamts Main-Spessart auf. Die Behörde habe eine falsche Ermessensentscheidung getroffen und dadurch „die Gemeinde in ihren Rechten verletzt“, sagte der Vorsitzende Richter Elmar Gehrsitz.
Das Urteil hilft Roden nicht wirklich weiter: Das Landratsamt muss jetzt den Sachverhalt neu prüfen und dann erneut entscheiden. Ein anderes Ergebnis als bei der ursprünglichen Genehmigung ist mehr als unwahrscheinlich. Trotzdem wollte der Anwalt der Gemeinde ein Urteil: „Diese Entscheidung der Kammer ist auch wichtig für andere Fälle.“ Das sieht Gehrsitz anders. Dies sei „einer der letzten Fälle, die nach dem Baurecht entschieden werden“, so der Vorsitzende.
Bei allen weiteren Fällen werde das Immissionsschutzrecht im Mittelpunkt stehen. So zuletzt geschehen Anfang April, als eine andere Kammer des Verwaltungsgerichts insgesamt sieben Klagen gegen die immissionschutzrechtliche Genehmigung von Windkraftanlagen auf dem Lehmberg zwischen Roden und Urspringen abwies.
(More)
NACHTRAG: Indizien genügen dem Amtsgericht - Wegen Brandstiftung verurteilt
Zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren hat das Würzburger Amtsgericht einen 30-Jährigen verurteilt, der sich wegen schweren Diebstahls, Brandstiftung und "versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" verantworten musste. Nach vierstündiger Beweisaufnahme war das Schöffengericht davon überzeugt, dass der Schweißer am 19. April in einen Imbiss in Gemünden eingebrochen ist und anschließend ein Feuer legte, um seine Spuren zu verwischen.
Verletzt wurde bei dem Brand, der vom Hof des Gebäudes auf die Küche übergriff, niemand. Das Feuer wurde schnell entdeckt, die Feuerwehr war in wenigen Minuten vor Ort. Die Feuerwehrleute bekamen nicht nur den Brandherd unter Kontrolle, sondern konnten auch mehrere volle Gasflaschen im Hof abkühlen, bevor Schlimmeres passierte. Staatsanwaltschaft und Gericht gehen davon aus, dass der Angeklagte eine Explosion der Gasflaschen zumindest billigend in Kauf nahm, als er das Feuer legte.
(More)
NACHTRAG: Busfahrer trat heftig auf die Bremse
Ärger mit der Staatsanwaltschaft hat sich ein Busfahrer aus dem Kreis Würzburg eingehandelt, der wegen beleidigender Gesänge angetrunkener Fahrgäste offenbar kurz die Nerven verlor: Der 49-Jährige stieg heftig auf die Bremse, so dass die junge Leute im Bus zu Fall kamen. Vom Amtsgericht Würzburg wurde er wegen fünffacher fahrlässiger Körperverletzung zu 1.050 Euro (35 Tagessätze von 30 Euro) Geldstrafe und einem Monat Fahrverbot verurteilt.
Der Staatsanwalt war anderer Ansicht: Der Busfahrer habe bei der harten Bremsung eine Verletzung seiner Fahrgäste zumindest billigend in Kauf genommen. Er forderte wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und vorsätzlicher Körperverletzung nicht nur 75 Tagessätze von 30 Euro (2.250 Euro) Geldstrafe, sondern auch die Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperre von mindestens sieben Monaten. „Es kann nicht angehen, dass man sich als Busfahrer zu so etwas hinreissen lässt“, so der Anklagevertreter.
(More)
NACHTRAG: Bewährung für Kindesmissbrauch
Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre und drei Monate Haft, das Würzburger Amtsgericht folgte dem Antrag des Verteidigers: Wegen sexuellen Missbrauchs von zwei neun und zehn Jahre alten Mädchen wurde ein 66-Jähriger aus dem Kreis Würzburg zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Ein Esel, ein Hund, Bienen in einer Gartenhütte: Es waren die Tiere, wegen denen die beiden Mädchen den Rentner und seine Lebensgefährtin regelmäßig auf ihrem Anwesen in einem kleinen Ort im Taubertal besuchten. Wenn die Frau nicht da war, kam es regelmäßig zu sexuellen Übergriffen des 66-Jährigen: Auf der Wiese, im Badezimmer, in der Gartenhütte, im Bett. Vor Gericht räumte der Angeklagte insgesamt acht Fälle des sexuellen Missbrauchs ein. Fünf Monate Untersuchungshaft haben ihre Spuren hinterlassen: „Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe“, behauptete der Rentner unter Tränen.
(More)
NACHTRAG: Freispruch wegen Schuldunfähigkeit
Freispruch wegen Schuldunfähigkeit: Als eine 37-jährige Würzburgerin ihrem Lebensgefährten ein Küchenmesser in den Bauch stach, „fehlte ihr die Einsichtsfähigkeit, Unrecht zu tun“, entschied die 1. Strafkammer des Würzburger Landgerichts. Die Frau bleib straffrei, muss sich aber wegen ihrer psychischen Erkrankung in einer Klinik stationär behandeln lassen. Eine zwangsweise Unterbringung in der Psychiatrie wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Seit die Frau vor 14 Jahren aus ihrem Heimatland Cuba nach Deutschland kam, ist so ziemlich alles schief gelaufen. Ihr deutscher Ehemann ließ sich nach fünf Jahren wieder scheiden, weil die 37-Jährige ihre Eifersucht nicht in den Griff bekam. Die gemeinsamen Zwillingstöchter leben beim Mann. Als dann 2002 ihre Tochter aus erster Ehe unter ungeklärten Umständen auf Cuba ums Leben kam, verschlimmerte sich eine schon vorher vorhandene psychische Erkrankung, so dass mehrere Aufenthalte im Lohrer Bezirkskrankenhaus nötig wurden. In Freiheit setzte die Angeklagte ihre Medikamente ab, trank zu viel Alkohol und bekam auch mit ihrem neuen Lebensgefährten ständig Streit.
(More)
Optimismus vor der Würzburger LGS-Bewerbung 2018
Die Begeisterung ist ungebrochen, der Optimismus groß: Am Samstag haben Oberbürgermeister Georg Rosenthal und Umweltreferent Wolfgang Kleiner das erweiterte Bewerbungskonzept für die Landesgartenschau (LGS) 2018 erstmals den Bürgern präsentiert, die mit ihren Ideen an der Erstellung beteiligt waren. Obwohl erst im Februar feststehen wird, ob sich Würzburg gegen Weiden und Erding durchsetzen kann, hatten die Beteiligten an der Veranstaltung in der Franz-Oberthür-Schule bereits zahlreiche konkrete Vorschläge für die Durchführung der LGS auf dem Hubland-Areal parat.
80 Seiten stark ist die Bewerbungsbroschüre, die Kleiner letzte Woche persönlich bei der Geschäftsführerin der LGS-Gesellschaft in München abgegeben hat. Seit der knapp gescheiterten Bewerbung für die LGS 2016 Anfang des Jahrens hat sich der Umfang der Broschüre verdoppelt. „Bei der ersten Bewerbung sind wir in vielen Bereichen noch von hoffnungsvollen Vermutungen ausgegangen. Jetzt ist alles viel konkreter“, sagte Rosenthal. Wichtigster Faktor: Nach Abschluss des ersten Abschnitts des städtebaulichen Wettbewerbs für die ehemaligen "Leighton Barracks" konnten genaue Grenzen um das geplante LGS-Gelände gezogen werden.
(More)
Rhöndorfer "Drachen" zu stark für die Würzburg Baskets
2. Basketball-Bundesliga Pro B, 11. Spieltag
Würzburg Baskets – SOBA Dragons Rhöndorf 89:96
(22:22, 17:23, 21:29, 29:22)
Das Spiel passte zur Kulisse: Vor 3000 Zuschauern in der bis auf den letzten Platz gefüllten Würzburger s.Oliver-Arena lieferten sich die Würzburg Baskets und Spitzenreiter Rhöndorf Dragons am Sonntagabend ein spannendes und hochklassiges Duell bis in die Schlusssekunden. Weil Rhöndorf in den entscheidenden Situationen treffsicherer und auch ein Stück cleverer war, reichte es für die Hausherren trotz großer kämpferischer Leistung nicht zum Sieg: Der Tabellenführer setzte sich verdient mit 96:89 (45:39) durch.
Erklärungsansätze für die Niederlage gibt es viele, eine davon ist die hohe Zahl von leichtfertigen Ballverlusten der Gastgeber am Nikolaustag: „Wenn man 19 Geschenke verteilt, kann man so ein Spitzenspiel nicht gewinnen“, sagte Baskets-Trainer Berthold Bisselik. Neuzugang Daniel Cioffi, der trotz eines harten Schlags auf den Oberschenkel im zweiten Viertel 29 Minuten durchhielt, zeigte sich selbstkritisch: „Die Ballverluste haben uns heute das Genick gebrochen. Daran müssen wir unbedingt arbeiten.“ Zehn Punkte und sechs Korbvorlagen steuerte der 28-Jährige bei seiner Heimpremiere bei und war damit einer von fünf Baskets, die zweistellig punkteten.
Auch kämpferisch kann man den Hausherren eigentlich keinen Vorwurf machen: Allein in der ersten Halbzeit egalisierten sie Rückstände gegen die in der Offensive hervorragend aufgelegten Rhöndorfer mit zwei Läufen von 12:0 und 10:0. Auf der Gegenseite kam der athletische DeUndrae Spraggins immer wieder zu Ballgewinnen, die er per Fastbreak zu leichten Punkten nutzte. Und dann war da noch die Treffsicherheit der Gäste aus der Distanz: Egal welcher Rhöndorfer von jenseits der Dreierlinie abzog, der Ball landete so gut wie sicher im Würzburger Korb.
(More)
Kurz gemeldet: LGS-Bewerbung, Nautiland-Sanierung, Bürgerinitiative Altstadt
LGS-Bewerbung für 2018 abgegeben
Die Domstadt will die Landesgartenschau (LGS) 2018: Umweltreferent Wolfgang Kleiner war in dieser Woche persönlich in München und hat die Würzburger Bewerbung bei der LGS-Gesellschaft abgegeben. Weil die Bewerbungsfrist um ein Jahr vorgezogen wurde, wird die Konkurrenz voraussichtlich nicht so hart wie zu Beginn dieses Jahres, als Würzburg bei der Bewerbung für die LGS 2016 gegen Bayreuth den Kürzeren zog. Außer Weiden (Oberpfalz) und Erding (Oberbayern) sind keine weiteren Bewerber bekannt.
Nautiland: Bürger dürfen mitplanen
Bei den Planungen für eine Sanierung des Familien-Schwimmbads „Nautiland“ im Würzburger Stadtteil Zellerau werden die Bürger von Beginn an beteiligt. Bei Projekten wie der neuen Straßenbahnlinie und der Konversion der ehemaligen US-Kaserne „Leighton Barracks“ hat die Stadt gute Erfahrungen mit „Bürgerplanwerkstätten“ gemacht, in denen die Würzburger ihre Ansichten und Ideen einbringen konnten. Auch bei der Nautiland-Sanierung, die voraussichtlich über zehn Millionen Euro kostet, soll so vorgegangen werden. Eingebunden wird auch ein parteienübergreifendes Aktionsbündnis, das sich seit Jahren für den Erhalt des Schwimmbads und der benachbarten Eisbahn einsetzt.Bürgerinitiative gegen Ruhestörung
In der Domstadt hat sich eine Bürgerinitiative (BI) „Altstadt“ gegründet, die im Interesse der Innenstadt-Bewohner gegen nächtliche Ruhestörungen vorgehen will. Zuletzt häuften sich die Beschwerden betroffener Bürger über Lärm bis in die frühen Morgenstunden und Verschmutzungen im Umfeld mehrerer gastronomischer Betriebe. Stadtverwaltung und Polizei wurde Untätigkeit vorgeworfen. Die BI und ihr achtköpfiger Sprecherrat setzen nicht auf Konfrontation, sondern auf den Dialog mit Gastronomen und Ordnungsamt. „Auch die Gastronomie soll leben und die Innenstadt beleben, aber sie müssen sich an die Auflagen halten“, so BI-Sprecher Bernd Mars.
NACHTRAG: Stadtrat in Sachen Rennweg-Sperrung weiter uneinig

Weiter uneinig ist sich der Würzburger Stadtrat in wichtigen Fragen, die das Management und das Umfeld der Residenz betreffen. Wie berichtet, soll der Stadtrat einem „Management-Plan“ zustimmen, der benötigt wird, um den Status des Barockschlosses als Unesco-Weltkulturerbe zu erhalten. Doch einige Fraktionen sind nicht einverstanden mit der Vorgabe, dass der Rennweg und das historische Oeggtor neben dem Nordflügel der Residenz für den Autoverkehr geschlossen werden sollen.
Die Sperrung der Straße bei gleichzeitiger Erweiterung des Residenzplatzes – ein Wunsch der Bayerischen Schlösserverwaltung zum Schutz des Weltkulturerbes - zählt auch zu den Vorgaben eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs. Während Grüne und SPD damit wenig Probleme haben, stellt sich unter anderem die CSU quer. Das Problem: Die Auswirkungen der geplanten Sperrung auf den Verkehr werden frühestens im Januar abschließend untersucht sein, die Zustimmung zu Management-Plan und Ideenwettbewerb soll davor erteilt werden.
(More)