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Stiegler: Die BayernSPD ist alt geworden

2008-10-28 @ 17:47 in Lokales, Politik

Schon die zweite Ehrung langjähriger Mitglieder gab es bei der Würzburg-SPD am Freitag in den Greisinghäusern. „Wir müssen den Ehrungs-Stau der vergangenen Jahre auflösen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Marco Schneider. Ehrengast war der bayerische SPD-Chef Ludwig Stiegler.

Stiegler hätte gerne das Würzburger SPD-Urgestein Oswald Weber für 60-jährige Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten geehrt. Doch der 83-Jährige ehemalige Parteisekretär, stellvertretende Landrat und Stadtrat konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feierstunde teilnehmen.

Von den drei Mitgliedern, die für 40 Jahre in der SPD geehrt werden sollte, konnte nur Karl Loscher aus Rottenbauer anwesend sein. Er hat sein schönstes Geschenk schon im Frühjahr bekommen: „Er muss jetzt nicht mehr mit der CSU-Oberbürgermeisterin in einem Stadtteil leben“, sagte der Bundestagsabgeordnete Walter Kolbow. Wolfgang Stronk (Frauenland) und Werner Weddin (Grombühl), beide ebenfalls seit über 40 Jahren in der SPD, konnten nicht kommen.

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Mieterbund contra FDP

2008-10-28 @ 17:45 in Politik

Sorgen um die bayerische Wohnungsbaupolitik macht sich angesichts der Koalitionsverhandlungen in München der Deutsche Mieterbund (DMB). „Wir hoffen, dass eine Regierungsbeteiligung der FDP keine Wende hin zum Schlechteren bedeutet“, sagte der Vorsitzende des DMB-Landesverbandes Bayern, Alfred Poll am vergangenen Freitag zum Auftakt einer Tagung in Würzburg.

Die Liberalen, so Poll und der Pressereferent des DMB Bayern, Thomas Emmert, haben in den Wahlkämpfen 2008 einen Verkauf von kommunalen Wohnungen zur Haushaltssanierung befürwortet. Zur Förderung des Wohnungsbaus sehe das Programm der Bayern-FDP lediglich Steuersenkungen vor. „Die Staatsregierung hat aus unserer Sicht bisher eine gute Wohnungspolitik gemacht, das Innenministerium hatte ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Bei der FDP ist das anders“, so Emmert.

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Kleiner tritt allein zur Wiederwahl an

2008-10-28 @ 17:43 in Lokales, Politik

Würzburgs Umwelt-Referent Wolfgang Kleiner (CSU) bleibt für weitere sechs Jahre im Amt. Wie Stadt-Sprecher Christian Weiß auf Anfrage mittteilte, hat der Würzburger Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, das Amt des Umwelt-Referenten nicht neu auszuschreiben.

Die Fraktionen der Grünen und der SPD sind nicht zufrieden mit Kleiners Arbeit und hatten sich im Vorfeld der Sitzung für eine Ausschreibung des Postens ausgesprochen. In diesem Fall hätte Kleiner sich neu bewerben und gegen Konkurrenz antreten müssen. Die CSU-Fraktion setzte sich für ihren Parteifreund ein und hat dafür eine Mehrheit des Stadtrats auf ihrer Seite, Kleiner bleibt bei der Wahl des Umweltreferenten im Januar ohne Gegenkandidaten. Auch der Personalausschuss des Stadtrats hatte mit Mehrheit gegen eine Ausschreibung gestimmt.

Frankenhalle abreissen oder als Theater-Ersatz sanieren?

2008-10-28 @ 17:41 in Lokales, Politik

Direkt und mittelbar“ wird sich die aktuelle Krise auf den Finanzmärkten nach den Worten von Kämmerer Christian Schuchardt auf den Haushalt der Stadt Würzburg auswirken. „Ein Sturm zieht auf“, so hatte Schuchardt die ungewöhnlich lange Rede überschrieben, mit der er im Stadtrat seinen Haushaltsentwurf für 2009 vorgestellt hat

Zwar hat Würzburg nicht, wie andere deutsche Kommunen, Kapital so risikoreich angelegt, dass im Zug der Bankenkrise Verluste zu befürchten sind. „Definitiv nicht“, bestätigte Oberbürgermeister Georg Rosenthal gegenüber dieser Zeitung: „Unser Kämmerer bevorzugt eine konservative Anlagepolitik.“ Allerdings könne es, so Schuchardt, eventuell Verzögerungen bei der Rückzahlung der städtischen Geldanlagen geben. Weitere Probleme befürchtet er ebenfalls auf der Einnahmenseite beim Gewerbesteueraufkommen: „Dazu tragen Banken und Versicherungen in erheblichem Maß bei.“ Für 2009 hat er 56 Millionen Euro Gewerbesteuer in den Haushalt eingestellt, dieses Jahr waren es 60 Millionen.

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Don Rosa lässt Taler sprudeln

2008-10-24 @ 16:38 in Lokales

Bei der Finanzierung der Sanierung des maroden Kiliansbrunnens hat die Stadt Würzburg prominente Unterstützung aus Übersee bekommen. Der weltbekannte Comic-Zeichner Don Rosa erfuhr bei einem Besuch in Würzburg am Mittwoch von der Finanzierungslücke von aktuell 264.000 Euro und zeichnete spontan den Kiliansbrunnen mit den beiden Disney-Figuren, die ihn berühmt gemacht haben: Dagobert und Donald Duck.

Auf der Karikatur sprudeln die Taler, die für die Sanierung noch benötigt werden, wie von Zauberhand aus dem Kiliansbrunnen. Das Rosa-Unikat soll jetzt zu Geld gemacht, das heißt zu Gunsten des Kiliansbrunnens versteigert werden. Wie berichtet, werden die Kosten für Abbau, Einlagerung, Untersuchung und Sanierung des Brunnens aus Carrara-Marmor auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert.

Eine runde Million kommt vom Freistaat Bayern, der Landesstiftung, vom Entschädigungsfonds und anderen Stiftungen. Der Rest muss durch Spenden oder die Stadt aufgebracht werden. Im kommende Frühjahr soll Würzburgs Wahrzeichen wieder in alter Pracht vor dem Hauptbahnhof sprudeln.

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Germanistin Dr. Beckmann lehrt jetzt elektronische Verwaltung

2008-10-24 @ 16:37 in Lokales

Unspektakulär hat gestern die akademische Karriere von Ex-Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann ihre Fortsetzung gefunden: Vor 15 Studenten hielt sie am frühen Morgen ihre erste Vorlesung zum Thema „eGovernment“ am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik von Professor Rainer Thomé.

Es war eine Vorlesung wie hundert andere auch am Mittwoch an der Uni Würzburg. Fünf Studentinnen und zehn Studenten der BWL und Wirtschaftsinformatik versammelten sich – die meisten pünktlich, einige ein paar Minuten zu spät – um halb neun im halb leeren Hörsaal des alten IHK-Gebäudes in der Ottostraße zur Premiere der Fachvorlesung „eGovernment“. Ungewöhnlich ist nur, dass zwei Pressevertreter in der letzten Reihe sitzen: Sie wollen hören und sehen, wie sich die ehemalige Oberbürgermeisterin auf fachfremdem Gebiet schlägt.

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Dritte Bürgerplanwerkstatt für die Leighton-Konversion

2008-10-24 @ 16:33 in Lokales

Zum dritten Mal dürfen sich Würzburgs Bürger am Samstag an der Planung eines neuen Stadtteils auf dem Areal der „Leighton Barracks“ beteiligen (10 bis 15 Uhr, Aula der Franz-Oberthür-Schule).

Die Ergebnisse der ersten beiden „Bürger-Planwerkstätten“ werden zusammenfassend vorgestellt, dann wird wieder mehrere Stunden lang in drei Arbeitsgruppen über Details diskutiert. Über 150 Anmeldungen liegen bereits vor: „Die Bürger haben Lust darauf, mit uns viel Zeit zu verbringen“, freut sich Baureferent Christian Baumgart.

Die Ideen der Würzburger zur Entwicklung der 135 Hektar großen US-Kaserne fließen in einen internationalen Ideenwettbewerb ein, der zum Jahreswechsel startet. Die Konversions-Planer stehen unter Zeitdruck: Bis Mitte 2009 erwartet der Freistaat Bayern konkrete Ergebnisse.

Würzburg will Hochbegabten-Musikgymnasium

2008-10-24 @ 16:31 in Lokales

Bei der Standort-Suche für ein vom Freistaat Bayern geplantes Musik-Gymnasium für hochbegabte Kinder und Jugendliche hat die Stadt Würzburg ihren Hut in den Ring geworfen. Wie Oberbürgermeister Georg Rosenthal mitteilte, gebe es mit dem ehemaligen Benediktiner-Internat "Haus Benedikt" in der St-Benedikt-Straße bereits ein geeignetes Gebäude.

Ein Musik-Gymnasium für Hochbegabte „würde hervorragend zu unserer Infrastruktur passen“, so Rosenthal. In Würzburg gibt es die Staatliche Musikhochschule, eine große Sing- und Musikschule, den Studiengang Musikwissenschaften an der Uni, die „junge Philharmonie“ sowie international bekannte Veranstaltungen wie Mozart-Fest und Bachtage.

Mit ihrer Bewerbung tritt die Stadt in Konkurrenz zum oberbayerischen Ort Scheyern in der Nähe von München. Dort möchte Kultusminister Siegfried Schneider das Musik-Gymnasium für rund 120 Schüler in einem Benediktinerkloster unterbringen.

FDP gegen Erhöhung der städtischen KiGa-Beiträge

2008-10-23 @ 22:02 in Lokales, Politik

Gegen die geplante Erhöhung der Elternbeiträge in städtischen Kindergärten hat sich die FDP ausgesprochen. Wie berichtet, hat der Jugendhilfeausschuss in der vergangenen Woche einer Steigerung um jeweils fünf Euro pro Monat in den kommenden beiden Kindergartenjahren zugestimmt. Das Thema steht bei den morgigen Haushaltsberatungen im Stadtrat zur Entscheidung an.

Die FDP fordert, auf jegliche Erhöhung der Kindergartengebühren zu verzichten. Die Liberalen wollen zusammen mit den anderen Fraktionen nach einem alternativen Finanzierungsmodell suchen. So müssten Eltern zum Beispiel in Heilbronn überhaupt keine Kindergartenbeiträge bezahlen, heißt es in einer Pressemitteilung. Langfristiges Ziel zur Förderung der frühkindlichen Bildung müsse eine qualitativ hochwertige Betreuung mit Zugang für alle Kinder unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Eltern sein.

Jugendarbeit in Heidingsfeld kommt voran

2008-10-23 @ 21:59 in Lokales, Politik

Die Heidingsfelder Jugendlichen dürfen sich freuen: Der Jugendhilfeausschuss hat ein Konzept für die offene Jugendarbeit im Städtle einstimmig befürwortet. Damit wurde ein Antrag der Heidingsfelder Bürgerversammlung vom 17. Juni innerhalb von nur vier Monaten umgesetzt.

Die Jugendlichen in Heidingsfeld wünschen sich schon lange eine Anlaufstelle, bisher war Jugendarbeit im Städtle nur durch die Initiative engagierter Bürger möglich. „Wir werden überall vertrieben“, sagte ein 16-Jährige stellvertretend für ihre Altersgenossen bei der Bürgerversammlung. Damals war Sozialreferent Robert Scheller noch skeptisch. Seither hat es zahlreiche Gespräche mit der Bürgervereinigung Heidingsfeld und der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe gegeben. Das Ergebnis: Wie in Lengfeld wird sich die Jugendhilfe mit Sozialarbeitern 30 Stunden pro Woche um Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren kümmern.

Zunächst in der Form der „aufsuchenden Jugendarbeit“, denn geeignete Räumlichkeiten für einen Jugendtreff werden noch gesucht. Dabei werden die bekannten Treffpunkte der Jugendlichen an mindestens drei Tagen in der Woche besucht. Die Sozialarbeiterstelle (eigentlich zwei halbe Stellen, mit einer Frau und einem Mann besetzt) kosten die Stadt rund 41.000 Euro pro Jahr.

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Ausbau der Kinderbetreuung: Vorsprung Würzburg

2008-10-23 @ 21:53 in Lokales, Politik

Beim Ausbau der Kleinkind-Betreuung ist Würzburg auf einem guten Weg: Für über 24 Prozent der unter Dreijährigen gibt es in diesem Jahr einen Krippen- oder Kindergartenplatz. Damit liegt die Stadt mit aktuell 174 Krippenplätzen schon heute deutlich über den im Tagesbetreuungsausbaugesetz für das Jahr 2010 vorgeschriebenen Versorgungsgrad von 21 Prozent. In den kommenden Jahren soll die Versorgung weiter ausgebaut werden.

Das gesetzliche Versorgungsziel lautet 35 Prozent und soll im Jahr 2013 erreicht sein. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, teilte Sozialreferent Robert Scheller am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss mit. Der vom Fachbereich Jugend und Familie vorgelegten Bedarfs- und Ausbauplanung bei der Kinderbetreuung stimmte der Ausschuss ohne Gegenstimme zu. Bei den Haushaltberatungen am kommenden Donnerstag wird sich der Stadtrat mit dem Konzept und einzelnen Projekten befassen. Vor allem für den Ausbau der Kleinkindbetreuung soll 2009 laut Scheller ein wichtiges Jahr werden.

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Erfolge im Ergometer-Rudern und Unterwasser-Rugby

2008-10-23 @ 21:51 in Sport, Lokales

Auch fünf Europameisterschaftsteilnehmer waren dabei: Knapp 80 Nachwuchs-Sportlerinnen und -Sportler wurden am Dienstag bei der traditionellen Jugendsportlerehrung der Stadt Würzburg für ihre Spitzenleistungen im vergangenen Jahr ausgezeichnet.

Muchtar Al Ghusain hat wieder zwei neue Sportarten kennen gelernt: „Unterwasser-Rugby musst du mir hinterher mal erklären“, sagte der städtische Sportreferent zum Deutschen Mannschaftsmeister Philipp Hasak von der Tauchsportgruppe Würzburg. Auch dass auf dem Ruder-Ergometer Meisterschaften ausgetragen werden, war dem städtischen Sportreferenten vor der Veranstaltung im Fechenbachhaus nicht bekannt. Fünf Jungen und Mädchen vom Akademischen Ruderclub Würzburg (ARCW) wurden für ihre Erfolge bei der Ergometer-EM ausgezeichnet. Darunter Franca Tasch (EM-Bronze), die aber auch im Wasser gut zurecht kommt: Sie wurde 2007 zweifache Deutsche A-Junioren-Meisterin im Leichtsgewichts-Einer und -Vierer.

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Falsche Verdächtigung oder Falschaussage?

2008-10-23 @ 21:39 in Juristisches

Weil sie ihren ehemaligen Lebensgefährten für zwei Monate hinter Gitter brachte, sitzt eine 47-jährige Frau aus Karlstadt (Main-Spessart-Kreis) seit Mittwoch selbst auf der Anklagebank. Die dreifache Mutter muss sich wegen falscher Verdächtigung und Freiheitsberaubung vor dem Würzburger Amtsgericht verantworten.

Sie hatte den Vater ihrer drei Kinder, mit dem sie fast 30 Jahre zusammen lebte, nach der Trennung unter anderem wegen Vergewaltigung angezeigt. Zwei Monate später nahm sie ihre Anzeige zurück. Doch das änderte nichts am Fortgang des Ermittlungsverfahrens, das im Fall einer Vergewaltigung von Amts wegen durchgeführt wird. Statt jetzt auch ihre ursprüngliche Aussage zurückzunehmen, blieb sie bei einer Vernehmung durch die Kripo bei ihren Vorwürfen und schilderte weitere Details der Vergewaltigung.

Erst nachdem ihr Ex-Partner zwei Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte, nahm sie alle Anschuldigungen zurück. Der gesundheitlich angeschlagene Mann wurde umgehend freigelassen. „Ich bin zur Polizei gegangen, weil ich meine Ruhe wollte“, erklärte die 47-Jährige vor Gericht. Sie warf dem Ex-Freund vor, er habe die drei gemeinsamen Kinder gegen sie aufgehetzt. Der Frau drohen im Falle einer Verurteilung über zwölf Monate Haft, im schlimmsten Fall ohne Bewährung.

Der Vorsitzende des Schöffengerichts ist freilich nicht überzeugt, dass sie bei der Polizei wirklich die Unwahrheit über ihren Ex-Partner gesagt hat: „Für mich stellt sich immer noch die Frage, ob sie wirklich vergewaltigt wurde oder nicht“, so Amtsrichter Thomas Behl. Auch der Beamte der Polizeiinpektion Karlstadt, der die erste Anzeige aufnahm, hält es für möglich, dass die 47-Jährige von ihrer Familie unter Druck gesetzt wurde. Der Prozess wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt.

VG Würzburg: "Stimmung der Bewohner ist kein relevanter öffentlicher Belang"

2008-10-23 @ 21:33 in Juristisches

So eindeutig wie erwartet fiel die Urteilsbegründung in Sachen Bastheimer Biogasanlage aus. Wie berichtet, hat die 4. Kammer des Würzburger Verwaltungsgerichts (VG) das Landratsamt Bad Kissingen in einem Urteil Mitte September verpflichtet, Öko-Landwirt Eberhard Räder eine Baugenehmigung für seine geplante Anlage zu erteilen. Die Gemeinde Bastheim, die nach Ansicht des Gerichts ihr Einvernehmen mit dem Projekt zu Unrecht lange verweigert hatte, muss als Beigeladener ein Drittel der Prozesskosten tragen.

Zwar liege die „Hauptschuld“ dafür, dass Räder seine Baugenehmigung erst einklagen musste, bei der Bauaufsichtsbehörde des Landsratsamts, schreibt die 4. Kammer von VG-Vizepräsident Dr. Werner Heermann in ihrem Urteil. Die Gemeinde habe dem Vorhaben aber „nicht tragfähige Gründe entgegen gehalten“ und sich vom Landratsamt auch nicht belehren lassen. Das Projekt ist in der Bastheimer Bevölkerung nach wie vor umstritten. Erst kurz vor der Verhandlung hatte der Bastheimer Gemeinderat das Einvernehmen doch noch erteilt.

Weder Flächenverbrauch, Beeinträchtigung des Landschaftbildes noch der Unmut in der Bevölkerung taugten nach Ansicht der Verwaltungrichter als ausreichende Gründe, gegen das Vorhaben zu sein: „Die Stimmung bei den Bewohnern in der Umgebung (...) ist kein rechtlich relevanter öffentlicher Belang“, werden dem Gemeinderat seine Fehler in dem Urteil vorgehalten.

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Drei Jahre Jugendstrafe für aggressiven 19-Jährigen

2008-10-23 @ 21:30 in Juristisches

Jugendrichter Peter Wohlfahrt ließ am Ende keine Zweifel offen: „Wenn du so weitermachst, wird man dich irgendwann einsperren und den Schlüssel wegwerfen!“, redete er dem 19-jährigen Angeklagten eindringlich ins Gewissen. Der in einschlägigen Kreisen bekannte und gefürchtete junge Mann saß zum wiederholten Mal wegen Körperverletzungsdelikten unter Alkohol auf der Anklagebank. Er wurde vom Würzburger Jugendschöffengericht zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Am 12. April schlug der 19-Jährige im Bismarckwäldchen in der Nähe des Bahnhofs wahllos auf drei andere junge Männer ein, am 16. April wurde er in Untersuchungshaft genommen. Knast-Erfahrung hatte er auch vorher schon zur Genüge gesammelt. Sein Problem ist die unkontrollierbare Aggressivität im Zusammenhang mit seiner Alkoholsucht. Schon die Nacht nach seiner letzten Haftentlassung verbrachte er in der Ausnüchterungszelle der Polizei in der Augustinerstraße. Danach kam nach den Worten des 19-Jährigen „die Zeit, in der ich mich ändern wollte“. Er trat einen Job an, den er freilich nicht lange behielt. Und er trank weiter große Mengen Alkohol („Ich verbringe meine Freizeit eben gerne in Kneipen und Bars.“) und setzte seine Fäuste weiter aus nichtigem Anlass ein.

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Kindergarten-Beiträge steigen um zehn Euro

2008-10-20 @ 22:04 in Lokales, Politik

Sicher keine populäre, aber laut Sozialreferent Robert Scheller eine notwendige Maßnahme: Nach vier Jahren stabiler Preise sollen die Elternbeiträge für städtische Kindergärten und Horte bis 2010 insgesamt um mindestens zehn Euro pro Monat angehoben werden.

Die letzte Anpassung der Beiträge datiert aus dem Kindergartenjahr 2005/2006. Dass jetzt wieder erhöht werden muss, geht auf eine Empfehlung des Rechnungsprüfungsamtes zurück. „Die Erhöhung führt zu einer besseren Kostendeckung und trägt der Tairfentwicklung im öffentlichen Dienst Rechnung“, so Scheller am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss. Die Erhöhung soll in zwei Stufen erfolgen: Jeweils mit Beginn der kommenden beiden Kindergartenjahre steigen die Beiträge um fünf Euro für das erste und zweite Kind. Jedes weitere Kind einer Familie bleibt wie bisher beitragsfrei.

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Ladybaskets unterliegen dem Tabellenführer

2008-10-19 @ 18:12 in Sport

Janet Hatfield: 17 Punkte, 24 Rebounds gegen Leimen. Foto (c) P.WötzelNur drei oder vier Fehler weniger, und es wäre am Ende noch ein richtig enges Spiel geworden. Im Duell Zweiter gegen Erster der Zweiten Liga Süd lagen die TG Ladybaskets Würzburg zur Halbzeit gegen Spitzenreiter KuSG Leimen mit zwölf Zählern im Rückstand, zeigten dann ihr großes Kämpferherz und scheiterten am Ende vor allem an der eigenen Hektik und der starken Defensive der Gäste.

Bis auf fünf Punkte hatten sich die TGW-Mädels im letzten Viertel herangekämpft und hatten die Chance auf mehr, doch dann fanden zwei leichte Korbleger nicht den Weg in den Korb, ein in der gegnerischen Zone eroberter Ball wurde per Fehlpass wieder hergegeben, zwei Dreier sprangen vom Ring zurück ins Feld.

Im Gegenzug zeigten die Leimenerinnen ihre große Zweitliga-Erfahrung und nutzten abgeklärt die Fehler der TGW, um den Sack zuzumachen. 56:63 (30:42) lautete das Endergebnis.

"Wir haben als Aufsteiger gegen den Tabellenführer verloren, nach so einem Spiel kann man nicht unzufrieden sein. Wir müssen daraus lernen", so Trainer Christian Recker.

Dass einige Spielerinnen trotz der tollen Leistung in der zweiten Halbzeit den Kopf hängen ließen, kann auch Ferdl Michel, Trainer der TGW-Herren und mit langjähriger Erfahrung in der Zweiten Liga der Frauen ausgestattet, nicht verstehen: "Wenn man als Aufsteiger 8:2 Punkte holt und so knapp gegen ein Team wie Leimen verliert, hat man allen Grund, zufrieden zu sein."

Klassenerhalt, so lautete das Ziel der TGW vor der Saison. Dass die Ladybaskets noch einmal in die Abstiegszone rutschen, glaubt derzeit niemand: Sie gehen als Zweiter oder Dritter in die kommenden Spiele in Fellbach (Platz 10, 2:8 Punkte) und gegen Schlusslicht Grüner Stern Keltern und haben alle Möglichkeiten, ihren Platz unter den Top-Teams der Liga zu behaupten.

Keine hundert Punkte, aber die Tabellenführung in der Regionalliga Südost

2008-10-19 @ 14:56 in Sport

Gleich kracht's ... Foto (c) P.WötzelViertes Spiel, vierter Sieg für die SCH Würzburg Baskets in der Regionalliga Südost: Gegen die vollkommen überfordert wirkenden Akteure von HD Immo Baunach siegten die Würzburger gestern abend vor knapp 2.000 Zuschauern in der s.Oliver-Arena mit 92:50 (54:19).

Vor der Partie galten die Baunacher, trainiert von Wolfgang Heyder, dem Manager von Bundesligist Brose Baskets Bamberg, als abwehrstarker und schwer zu spielender Gegner. Doch schon nach den ersten zehn Minuten hatten die Hausherren den Gästen mit guter Abwehrarbeit und schnellen Angriffen sämtliche Zähne gezogen: 25:8 stand nach dem ersten Viertel auf der Anzeigetafel.

Auch im zweiten Viertel blieb die Begegnung einseitig und war zur Halbzeit beim Spielstand von 54:19 entschieden. Dass es die Gäste bis zum Ende nur auf 50 Punkte brachten, sorgte für besonderes Vergnügen beim Würzburger Anhang, der traditionell vor allem mit den Vereinen aus dem Bamberger Raum auf Kriegsfuß steht.

Dass die Baskets dieses Mal keine hundert Punkte erzielten, haben sie Konzentrationsschwächen und vor allem ihrer katastrophalen Freiwurfquote zu verdanken, die sie sich in einer engen Partie so nicht leisten dürften: Nur 16 von 35 Freiwürfen wurden verwandelt, das ist selbst für Würzburger Verhältnisse eine unterirdische Quote (45 Prozent).

Mir persönlich war es ganz recht, denn ich hatte mit Christoph Henneberger und Markus Hallgrimson vor der Partie gewettet, dass es dieses Mal nicht dreistellig wird. Bin gespannt, wann ich die gewonnenen vier Hefe trinken darf.

Alles in allem bisher ein unglaublich erfreuliches Sport-Wochenende: Sieg im Tischtennis, der WFV (!) gewinnt in Bayreuth, die Kickers siegen gegen Thannhausen, die Baskets machen kurzen Prozess mit Baunach und holen sich die Tabellenführung in der Regionalliga, und - man höre und staune - sogar der 1. FC Nürnberg und die Münchner Bayern können wieder gewinnen.

Bleibt noch der Höhepunkt heute nachmittag: Die Frauen der TG Würzburg als ungeschlagener Tabellenzweiter haben um 15.45 Uhr im Sportzentrum Feggrube den Spitzenreiter der 2. Liga Süd, die KuSG Leimen, zu Gast. Hingehen und anfeuern!

Frickenhausen/Würzburg besiegt den Titelverteidiger

2008-10-19 @ 14:42 in Sport

Bastian Steger musste am Freitag 10 Sätze spielen. Foto (c) P.WötzelDer Zuschauerzuspruch war enttäuschend, die gezeigten Leistungen sensationell: Absolutes Weltklasse-Tischtennis bekamen die 250 Zuschauer zu sehen, die am Freitag den Weg zum Champions League-Heimspiel des TTC Müller Frickenhausen/Würzburg in die s.Oliver-Arena gefunden hatten.

Gegen den Titelverteidiger und hohen Favoriten SVS Niederösterreich sahen die Gastgeber nach zwei Partien beim Spielstand von 0:2 schon wie der sichere Verlierer aus. Doch dann boten die Spieler aus Frickenhausen/Würzburg - ohne ihre Nummer 1 Tan Ruiwu, der mit einer Virusinfektion passen musste - den Gästen in den restlichen drei Spielen Paroli, rissen die Begegnung noch herum und siegten nach einem dreistündigen Kampf mit 3:2.

Nach Niederlagen des frisch gebackenen Europameisters Bastian Steger gegen Chen Weixing (2:3) und Patrick Baum gegen Ex-Einzelweltmeister Werner Schlager (0:3) spielte Ersatzmann Kenta Matsudaira gegen den österreichischen Ersatzmann Daniel Habesohn groß auf und gewann glatt mit 3:0.

Dann schaffte Bastian Steger, der schon bei der EM in St. Petersburg überzeugend aufgetreten war, ausgerechnet gegen den noch immer bärenstarken Schlager den  wichtigen Sieg zum zwischenzeitlichen 2:2. Dabei machte "Basti" Steger aus einem 5:7-Rückstand im entscheidenden fünften Durchgang noch ein 11:8.

Jungnationalspieler Patrick Baum schließlich wuchs am Ende förmlich über sich hinaus und bezwang im alles entscheidenden Match Weltklasse-Abwehrkünstler Chen Weixing in vier Sätzen zum umjubelten Sieg seiner Mannschaft - der erfahrene Chinese mit österreichischem Pass hatte keine echte Chance gegen den phantastisch aufspielenden Linkshänder aus Rheinhessen.

Quelle: tischtennis.de

Städtische Jugendhilfeausgaben steigen um eine halbe Million

2008-10-19 @ 14:41 in Lokales, Politik

Schlechte Nachrichten für Kämmerer Christian Schuchardt vor den Haushaltsberatungen: Die städtischen Ausgaben für die Jugendhilfe werden 2009 um über eine halbe Million Euro steigen.

„Wir kommen schon in diesem Jahr in einigen Bereichen mit dem Haushaltsansatz nicht aus“, erklärte Sozialreferent Robert Scheller am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss. Für den Nachtragshaushalt 2008 hat der Fachbereich Jugend und Familie insgesamt 1.048.000 Euro zusätzlichen Bedarf angemeldet. Bei gleichzeitigen Mehreinnahmen von einer halben Million Euro wird die Stadtkasse also mit rund 550.000 Euro belastet. Diese neuen Zahlen wurden auch für den Haushalt 2009 angemeldet.

Zurückzuführen sind die erneuten Steigerungen vor allem auf die ständig zunehmende Zahl von Gefährdungsmitteilungne von Kindern und Jugendlichen, „Es gibt jedes Jahr mehr Fälle, denen wir nachgehen müssen“, so Scheller. Einzelne Posten, die von einer besonderen Steigerung betroffen sind: Der Betrag für die sozialpädagogische Familienhilfe verdoppelt sich fast von 280.000 Euro auf 530.000 Euro. Die Kosten für Heimerziehung und betreute Wohnformen steigt um 200.000 Euro auf 3,5 Millionen. Ambulante und teilstationäre Hilfen an Stelle von teurer Heimerziehung haben sich nicht bewährt.

Ein wesentlicher Faktor ist auch die Personalkostenentwicklung im öffentlichen Dienst. Um der Fallzahlen Herr zu werden, wurde beim Allgemeinen Sozialdienst eine neue Stelle geschaffen. Aufgrund der weltweiten Finanzkrise werde man sich in Zukunft auf noch schlechtere Rahmenbedingungen einstellen müssen, so Scheller: „Aber wir wollen wenigstens unsere Pflichtaufgaben erfüllen.“

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