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90 Euro Gewinn mit 15 Blüten

2008-07-28 @ 14:25 in Juristisches

Zwei Jahre und acht Monate hinter Gitter soll ein 48-jähriger Bulgare, der am Hauptbahnhof gefälschte 200-Euro-Scheine verkauft hat. Sein Pech: Der Kunde war ein Vertrauensmann der Kriminalpolizei. Das Amtsgericht verurteilte den Familienvater wegen Geldfälschung in zwei Fällen.

Wahrscheinlich ging es dem 48-Jährigen bei den Falschgeldgeschäften nur darum, sich die Benzinkosten für seine Fahrt nach Deutschland zu verdienen: Er sei hierher gekommen, um Autos zu kaufen und in seinem Heimatland wieder zu verkaufen, so der Angeklagte. In zwei Fällen hatte er dabei insgesamt 3.000 Euro in falschen 200-Euro-Scheinen dabei, die er nach eigenen Angaben auf einem Basar in seiner Heimat für insgesamt 960 Euro gekauft hatte.

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Würzburger wollen die FH mit großer Mehrheit

2008-07-28 @ 14:21 in Juristisches

Zwei zufriedene Sieger. Foto (c) P.WötzelDie Bürger haben entschieden: Die Erweiterung der Fachhochschule (FH) Würzburg auf einem Acker am Rande der Stadt kann wie geplant gebaut werden. Beim Bürgerentscheid am Sonntag haben sich die Würzburger mit großer Mehrheit für den Neubau ausgesprochen. „Wir haben überzeugend gewonnen“, freute sich Oberbürgermeister Georg Rosenthal, der sich an der Spitze eines breiten Aktionsbündnisses vehement für die FH-Erweiterung am Sanderheinrichsleitenweg eingesetzt hatte.

Trotz strahlenden Sonnenscheins nahmen 26,35 Prozent der rund 103.000 Wahlberechtigten an der Abstimmung teil. Durchgesetzt wurde der Bürgerentscheid von der Bürgerinitiative (BI) „Alandsgrund“ (ein Biotop in Sichtweite des Neubaus), die sich gegen den FH-Neubau in einem nach ihren Worten „wertvollen Grüngürtel“ zur Wehr setzt.

Unterstützt von der ÖDP und den Grünen forderte die BI eine FH-Erweiterung auf den Konversionsflächen der amerikanischen „Leighton Barracks“, die auch die Universität Würzburg für ihre Erweiterung nutzen will. Bis zum endgültigen Abzug der Amerikaner, frühestens im kommenden Jahr, sollte der Fachbereich Gestaltung und Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule nach Ansicht der Neubau-Gegner in Ausweichquartieren untergebracht werden.

Die Befürworter der Erweiterung, die schon im Jahr 1997 einmal einem Bürgerentscheid zum Opfer fiel, argumentierten hauptsächlich mit dem Zeitdruck: Wenn die vorgesehenen rund 1.000 zusätzlichen FH-Studienplätze bis zum Jahr 2011 zur Verfügung stehen sollen, müssen die Bagger so schnell wie möglich rollen.

Schon in den vergangenen Tagen und Wochen hatte sich abgezeichnet, dass das Anliegen der BI bei den Würzburgern keine Mehrheit finden würde: Ein breites Bündnis von Parteien, Institutionen und Verbänden, an der Spitze OB Rosenthal, hatte sich mit Macht für die sofortige Umsetzung des Neubaus stark gemacht.

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Stadtrat verfolgt Kiliani-Vergabe weiter

2008-07-28 @ 14:14 in Lokales

Noch kein Thema war für den Würzburger Stadtrat am Donnerstag der Antrag, die Vergaben für Schausteller und Gastronomen auf dem Kiliani-Volksfest künftig in einem Ausschuss des Stadtrats zu behandeln. Wie berichtet, endete das diesjährige Volksfest nach 17 Tagen mit einem Eklat: Der langjährige Festwirt Peter Müller-Reichart kündigte seinen Vertrag mit der Stadt Würzburg.

Der Betreiber des 4.500 Plätze großen Kiliani-Bierzelts sah das Vertrauensverhältnis zur Stadt beschädigt, weil er nach eigenen Worten nicht rechtzeitig über neue Konkurrenz auf dem Festplatz informiert worden war. Müller-Reicharts Vorwürfe richten sich gegen den städtischen Volksfest-Organisator Horst Waibel, der sämtliche 70 Geschäfte auf Kiliani - mit Ausnahme des Bierzelts – in eigener Verantwortung ohne Stadtrat zulassen kann.

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Würzburg bewirbt sich um die Landesgartenschau

2008-07-28 @ 14:11 in Lokales

Als „Keimzelle“ für die Entwicklung eines neues Stadtteils hat der Würzburger Stadtrat am Donnerstag grünes Licht für eine Bewerbung um die Landesgartenschau 2016 gegeben. Wie mehrfach berichtet, soll auf dem 134,5 Hektar großen Areal der „Leighton Barracks“ in Würzburg nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte zusammen mit der Erweiterung der Universität ein ganzer Stadtteil entstehen.

Die Landesgartenschau (LGS) sei dafür von entscheidender Bedeutung, sagte Umweltreferent Wolfgang Kleiner. Der Stadtrat bewilligte nach längerer Diskussion auch 40.000 Euro im Nachtragshaushalt 2008 für die Erstellung eines Bewerbungskonzepts. „Wir werden den Zuschlag nur bekommen, wenn wir bei der Bewerbung professionell auftreten“, so Kleiner. Die Bewerbungsfrist für die LGS 2016 endet bereits am 16. Januar 2009.

Lesben und Schwule dürfen endlich in den Trausaal

2008-07-28 @ 14:09 in Juristisches, Lokales, Politik

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Der Würzburger Stadrat hat am donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen, im Trausaal des Rathauses auch die Eintragung und notarielle Beglaubigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zuzulassen. 2002 und 2005 war ein gleichlautender Antrag jeweils knapp gescheitert, mittlerweile ist vor allem bei zahlreichen CSU-Stadträten ein Sinneswandel eingetreten.

37 Stadträte stimmten für den interfraktionellen Antrag, nur acht aus der CSU, FDP, Würzburger Liste und Bürgerforum waren dagegen. „Das ist ein Zeichen für den gesellschaftlichen wandel und die Offenheit und Toleranz der Würzburger“, hatte Grünen-Fraktionsschef Matthias Pilz für den Antrag geworben.

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Neues DJK-Sportzentrum eröffnet

2008-07-28 @ 13:57 in Sport, Lokales

DJk-Tribüne. Foto (c) P.WötzelAus Alt mach Neu: Da, wo früher zu den Hochzeiten des Würzburger Fußballs tausende Zuschauer zu den Zweitliga-Spielen des FV 04 Würzburg pilgerten, eröffnet die DJK Würzburg an diesem Freitag feierlich ihr neues, hochmodernes Sportzentrum.

Nach der Pleite der Nullvierer konnte die DJK 1980 deren Stadion zum symbolischen Preis von einer Mark kaufen.

Beim Anblick der neuen Anlage dürften freilich nur noch wenige alteingesessene Anwohner des Stadtteils Zellerau in derlei Erinnerungen schwelgen.

Durch die begonnene Umsetzung des „Rahmenplans Zellerau Mitte“ hat der Stadtteil ein neues sportliches Herz bekommen.

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"Glas Keil" musste Insolvenz anmelden

2008-07-28 @ 13:55 in Juristisches, Lokales

Ein Würzburger Traditionsunternehmen hat Insolvenz angemeldet: Die Unternehmensgruppe „Glas Keil“ mit Sitz in der Nürnberger Straße und in Frankfurt soll verkauft werden, um möglichst viele der 210 Arbeitsplätze des mittelständischen Unternehmens zu retten.

Gegründet wurde das Familienunternehmen im Jahr 1898 vom Glasermeister August Keil. 110 Jahre später steht die Firmengruppe vor dem Aus: Am vergangenen Montag hat Geschäftsführer Peter Keil für alle sechs Einzelfirmen, darunter die „August Keil GmbH & Co. KG“, die „Glas Keil GmbH & Co. KG“ und die „Thermolit GmbH Isolierglasfabrik“ vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Betroffen ist auch die Glasgroßhandlung in Frankfurt mit 56 Beschäftigten. Die übrigen 154 Angestellten arbeiten in Würzburg.

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Lurz und Lurz vor der BR-Kamera

2008-07-28 @ 13:51 in Sport, Lokales

Interview im Café. Foto (c) P.WötzelAuch das gehört zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele: Bei strahlendem Sonnenschein wurden sich die Schwimm-Stars Annika und Thomas Lurz vom SV 05 Würzburg in der vergangenen Woche von einem Kamerateam des Bayerischen Rundfunks porträtiert.

Die beiden Schwimmstars stellten sich im Café Schönborn den Fragen von BR-Moderator Sascha Hack. Während Thomas Lurz dabei ganz gelassen seinen Cappuccino trank, wurde seine Schwägerin Annika Lurz schon ein wenig unruhig: „Ich habe noch so viel zu tun.“

Die Wettkämpfe der 28-Jährigen in Peking finden in der ersten Olympia-Woche statt, bereits am letzten Freitag startete sie mit den anderen Beckenschwimmern des Deutschen Schwimmverbandes zur Vorbereitung nach Japan.

Der sechsfache Langstrecken-Weltmeister und Goldhoffnung Thomas Lurz muss bis zur zweiten Woche auf die olympische Premiere der zehn Kilometer im Freiwasser warten. Er reist deshalb erst später ab. Das Porträt über die Schwimm-Familie Lurz wird im Vorfeld der Olympischen Spiele in der Abendschau im 3. Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt, ein genauer Sendetermin steht derzeit noch nicht fest.

Die Bürger planen für den Master-Plan

2008-07-28 @ 13:37 in Lokales, Politik

Jetzt wird es konkret: Gut 150 interessierte Bürger haben an der zweiten von vier Bürger-Planwerkstätten zur Entwicklung eines neuen Stadtteils auf den Konversionsflächen der Leighton Barracks teilgenommen. „Für uns fängt die Arbeit jetzt erst richtig an“, sagte Projektleiterin Ursula Heller vom Münchner Büro „Planungsgruppe 504“. Die Stadtplaner müssen die Vorstellungen der Bürger bis Oktober in den ersten Entwurf eines Masterplans einarbeiten.

Grundlage der zweiten Planwerkstatt in der Franz-Oberthür-Schule waren die Ergebnisse der ersten Veranstaltung Anfang Juni an gleicher Stelle. Dabei wurden die Ideen der gut 200 Beteiligten in vier Arbeitsgruppen abgefragt und diskutiert. Das Ergebnis des offenen Dialogs mit den Bürgern ist ein erstes Strukturkonzept für die 134,5 Hektar große Fläche zwischen Frauenland, Hubland und Gerbrunn, die die Amerikaner in naher Zukunft nach ihrem endgültigen Abzug an die Bundesrepublik Deutschland zurückgeben wollen. „Wir haben alle Anregungen aufgenommen und in einer räumlichen Darstellung zusammengefasst“, sagte Ursula Heller.

Über diese Vorlage sowie zwei Verkehrs-Varianten wurde am Samstag in drei Arbeitsgruppen zwei Stunden lang wieder angeregt und kontrovers, aber auch sachlich und konstruktiv gesprochen. „Es sollte auch kontrovers sein, dafür ist die Planungsphase da“, meinte Oberbürgermeister Georg Rosenthal. Mögliche Interessenkonflikte müssten jetzt dargestellt und ausdiskutiert werden: „Das ist besser, als dann in zehn Jahren wieder alles anders machen zu wollen.“ Stadtbaurat Christian Baumgart, Umweltreferent Wolfgang Kleiner und Kulturreferent Muchtar Al Ghusain informierten sich vor Ort über die Meinungsvielfalt der Bürger.

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Naturfreunde-Beck schimpft über "ewig Gestrige"

2008-07-26 @ 20:44 in Lokales, Politik

In der neu angefachten Diskussion um den Kompromiss der Autobahn A3 im Stadtbereich haben sich die Natur- und Heimatfreunde Heidingsfeld zu Wort gemeldet. Im Gegensatz zum Bund Naturschutz (BN), der die beschlossene Trog-Tunnel-Lösung am Katzenberg ablehnt, sieht Eckard W.K. Beck von den Naturfreunden den Kompromiss als das kleinere von zwei Übeln.

Bei der vom BN favorisierten „Variante Süd 1“ mit einem längeren Tunnel müssten zwei Brücken gebaut werden. „Die erste geht bei einem eingetragenen Biotop in den Berg und kommt im künftigen Landschaftsschutzgebiet wieder heraus“, schreibt Beck in einer Pressemitteilung. Auch durch den zweiten Brückenschlag werde ein Naturdenkmal zerstört und ein Naturschutzgebiet beeinträchtigt. „Dies lehnen wir strikt ab“, so Beck.

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Carmen und Peter Müller-Reichart: Ein tränenreicher Abschied

2008-07-23 @ 13:27 in Lokales

Verabschiedung. Foto (c) P.WötzelEs wurde ein tränenreicher Abschied: Nach 28 Jahren als Festwirt verbrachte Peter Müller-Reichart gestern seinen letzten Tag im eigenen Festzelt auf dem Talavera-Festplatz. Er und seine Frau Carmen wurden von zahlreichen Freunden, Gästen und ihrem Personal mit vielen Emotionen verabschiedet.

Um 23.43 Uhr am Sonntagabend war alles vorbei: „Wir bitten unsere Gäste, innerhalb von zehn Minuten das Zelt zu verlassen“, schallte es aus den Laugtsprechern im Festzelt. „Jetzt wird es für mich richtig schlimm, wenn ich jeden Angestellten mit Handschlag verabschiede“, meinte Peter Müller-Reichart nach seinem letzten Tag als Kiliani-Festwirt.

Schon in den Stunden davor waren die Tränen reichlich geflossen. So viele Hände schütteln und Menschen umarmen wie am Sonntag mussten er und seine Frau vorher wohl noch nie. Treue Gäste, Freunde und Geschäftspartner bedauerten die Entscheidung, den Vertrag mit der Stadt Würzburg nach 79 Jahren – so lange war die Familie Müller-Reichart auf Kiliani vertreten – zu kündigen.

Die bewegendsten Momente erlebte das altehrwürdige Kiliani-Festzelt bereits am Nachmittag, als die Karnevalsgesellschaft „Elferrat“, die Musikgruppe „Dürrbachtaler“ und das Festzelt-Personal dem Wirtsehepaar einen emotionalen Abschied bereitete. Nicht nur Carmen und Peter Müller-Reichart kamen die Tränen, als der ganz in schwarz gekleidete Elferrat sein Dankeschön für langjährige Freundschaft und zahlreiche Einladungen überbrachte. „Wir sind alle sehr traurig, ihr seid unsere Freunde“, sagte Sitzungspräsident Burkhard Pfrenzinger. Fast alle Gäste im Zelt erhoben sich und spendeten den Wirtsleuten stehende Ovationen.

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Familie Müller-Reichart wirft das Handtuch - Kiliani-Maß heute nur 4,90 Euro

2008-07-20 @ 10:43 in Lokales

Carmen und Peter Müller-Reichart. Foto (c) P.WötzelWenn heute abend mit dem Abschluss-Feuerwerk das Kiliani-Volksfest zuende geht, bedeutet das gleichzeitig das Ende einer Ära: Nach 79 Jahren hat die Familie Müller-Reichart am Freitag ihren Vertrag mit der Stadt Würzburg gekündigt. "Diese Entscheidung wird auch nicht zurückgenommen", versicherten Festwirt Peter Müller-Reichart und Ehefrau Carmen vor der Presse.

Auslöser für die Kündigung des Vertrages war laut Peter Müller-Reichart "die persönliche Enttäuschung in der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung". Durch die Zulassung des "Stadl-Wirt" sei ein Jahrzehnte lang bestehendes Vertrauensverhältnis verletzt worden: "Hier fehlte der faire Umgang der Stadt mit einem langjährigen Vertragspartner."

Er habe kein Problem, sich auf zusätzliche Konkurrenz einzustellen, aber in diesem Fall haben man hin seitens der Verwaltung nichts ahnend in die Kiliani-Vorbereitung laufen lassen, kritisierte Müller-Reichart. Erst Ende Mai, gut einen Monat vor Kiliani, habe er aus den Medien vom "Stadlwirt", einer Art Diskothek im Landhaus-Stil, erfahren. Zu spät, um noch auf den Mitbewerber zu reagieren.

Durch das neue Konzept gebe es mittlerweile rund 2.000 Gastronomie-Sitzplätze auf dem Festplatz (2004 waren es noch 1.350), das aktuelle Festzelt (160 Mitarbeiter) hat drinnen und draußen Platz für 4.300 Gäste. "Offensichtlich setzt die Stadt auf viele gastronomische Kleinbetriebe auf dem Festplatz. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Auf dem Schweinfurter Volksfest gibt es aus dem gleichen Grund kein großes Festzelt mehr", erklärte der Festwirt.

Verabschieden werden sich Carmen und Peter Müller-Reichart am heutigen Sonntag ab 11 Uhr mit einem besonderen Angebot an alle Kiliani-Freunde: Die Maß Hofbräu-Festbier kostet am Abschlusstag nur 4,90 Euro (statt 6,80 Euro, solange der Vorrat reicht). Zwei Euro von jeder verkauften Maß werden für soziale Zwecke gespendet.

Große Koalition für den FH-Neubau

2008-07-20 @ 10:37 in Lokales, Politik

FH-Koalitionäre. Foto (c) P.WötzelTrotz Wahlkampf machen sogar die Landtagskandidaten mit: Die Auseinandersetzung um die Erweiterung der Fachhochschule führt zu ungewöhnlichen politischen Allianzen. CSU, SPD und die Würzburger Liste (WL) blasen in das gleiche Horn und haben sich unisono für den geplanten FH-Neubau ausgesprochen.

An einem Tisch saßen sie schon öfter zusammen, dass alle einer Meinung sind, kam bisher allerdings höchst selten vor. „Hier sitzen Kräfte beisammen, die sonst im politischen Wettstreit miteinander verhakt sind“, sagte CSU-Fraktionschef Thomas Schmitt (hinten rechts) bei der gemeinsamen Pressekonferenz seiner Partei mit SPD und WL.

Dem politischen Aktionsbündnis geht es um die Zukunft des FH-Standorts Würzburg, dafür ziehen die Stadtratsfraktionen und sogar die konkurrierenden Landtagskandidaten an einem Strang.

SPD-Fraktionschef Hans-Werner Loew (hinten links), Initiator der großen FH-Koalition, nannte den seltenen Schulterschluss politischer Gegner ein „singuläres Ereignis“. Die drei Stadtratsgruppierungen repräsentieren laut Loew fast zwei Drittel der Würzburger Wähler.

Es gehe darum, Schaden vom Hochschulstandort Würzburg abzuwenden: „Das ist eine Demonstration gegen den Würzburger Trend von Nein-Sagern, die politische Entwicklungen aufhalten“, so Loew. Auch Thomas Schmitt nahm die Neubau-Gegner scharf aufs Korn: „Das sind chronische Miesmacher. Diese Leute verdienen Widerspruch.“

Die Lokalpolitiker sind ein weiteres Glied einer ganzen Kette von Verbänden, Interessengruppen und Unternehmen, die sich vehement für den baldigen Baubeginn der FH-Erweiterung am Sanderheinrichsleitenweg einsetzen.

Die überwiegende Mehrheit ihrer Stadträte wissen die Fraktionschefs in dieser Frage auf ihrer Seite, einzelne vertreten möglicherweise eine andere Auffassung. Die Gegner des FH-Neubaus werden weiterhin mehr oder weniger lautstark von den Grünen und der ÖDP unterstützt. Die FDP hat sich in Person von Stadtrat Joachim Spatz im Kommunalwahlkampf gegen die FH-ERweiterung am Sanderheinrichsleitenweg ausgesprochen, mittlerweile halten sich die Liberalen komplett aus der Diskussion raus.

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Bund Naturschutz lehnt A3-Ausbau ab - Süd-Variante bevorzugt

2008-07-20 @ 10:30 in Lokales, Politik

Großen Schaden für Mensch, Natur und Umwelt fürchtet die Würzburger Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) durch den Ausbau der A3 im Bereich Würzburg. „Die geplante Tunnellösung ist enttäuschend“, sagte die Vorsitzende Karin Miethaner-Vent am Donnerstag vor der Presse.

Der nach zwei Jahren zustande gekommene Kompromiss der so genannten „modifizierten Ausbauvariante“ mit einem 570 Meter langen Tunnel (eigentlich ein Trog mit Deckelung) durch den Katzenberg erscheint dem BN als „wenig schlüssig“. Dem Anschluss der Tank- und Rastanlagen Süd und Nord und den Gesamtkosten der Maßnahme wurden laut Miethaner-Vent bei der Entscheidung zu großes Gewicht beigemessen.

Die „Variante Süd 1“ mit einem längeren Tunnel habe etliche Vorteile: Unter anderem würde es dabei mit etwa 7 Hektar deutlich weniger Eingriffe in Natur und Landschaft geben, meint der BN. Bei Umsetzung der aktuellen Planung gehen die Umweltschützer von fast 26 Hektar aus, die direkt betroffen sind. Dabei geht es dem BN um wertvolle Magerrasenflächen sowie Gehölzstreifen, die derzeit als Puffer dienen: Bis die neuen Lärmschutzwälle und Böschungen ausreichend begrünt und bewachsen sind, werden Jahre vergehen. „Wir sind nicht der Meinung, dass man für die Troglösung dankbar sein muss“, so Miethaner-Vent.

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Würzburger Justizpalast-Sanierung im Zeitplan

2008-07-20 @ 10:26 in Juristisches, Lokales

Neue Fassade. Foto (c) P.WötzelMitte September wurde Richtfest gefeiert, zehn Monate später zeigt das Würzburger Justizgebäude in der Ottostraße schon einmal, wie es nach der Sanierung in gut zwei Jahren aussehen wird.

Die Fassade des Ostflügels am Glacis erstrahlt bereits im neuen Glanz, das Baugerüst ist auf dieser Seite seit einigen Wochen entfernt. Nur noch zur Ottostraße ist der Bau mit seiner historischen Natursteinfassade noch hinter Planen versteckt.

In zwei Jahren soll die rund 30 Milllionen Euro teure Generalsanierung mit kompletter Entkernung des Gebäudes aus der Prinzregentenzeit (erbaut im Jahr 1892) abgeschlossen sein.

„Der Baufortschritt liegt im Plan“, betätigt der stellvertretende Abteilungsleiter Hochbau des Staatlichen Bauamts, Dr. Franz Ullmann, den äußeren Eindruck. Nach Abschluss aller Arbeiten wird der Freistaat auf Bayerns größter Justizbaustelle rund 50 Millionen Euro investiert haben.

Ziel ist die zentrale Unterbringung aller Justiz-Außenstellen an einer Stelle: Ab 2010 gibt es dort für die Bürger nur noch eine einzige Anlaufstelle für ihre juristischen Anliegen.

Standpunkt: Es gibt keine Argumente gegen den FH-Neubau

2008-07-20 @ 10:23 in Lokales, Politik

Am 27. Juli ist es soweit: Zum dritten Mal innerhalb der letzten elf Jahre sollen die Würzburger ihre Meinung zu einem wichtigen Stück Stadtentwicklung bei einem Bürgerentscheid kund tun. Dass dabei schon zum zweiten Mal die geplante Erweiterung der Fachhochschule auf dem Spiel steht, kann bei einem unbedarften Beobachter von außerhalb nur ungläubiges Staunen hervorrufen.

Hunderte FH-Studenten müssen im Vertrauen auf die Entstehung des Neubaus unter teilweise unerträglichen Bedingungen studieren, seit die Erweiterung im Röntgengymnasium 1997 durch Bürgerentscheid verhindert wurde. Als Folge entstand die Kompromisslösung am Sanderheinrichsleitenweg, die die Bürgerinitiative „Alandsgrund“ jetzt mit wenig nachvollziehbaren Argumenten verhindern will.

Dass die FH eine rechtskräftige Baugenehmigung in der Tasche hat, interessiert die Gegner ebenso wenig wie die Tatsache, dass es keine Alternative zum geplanten Neubau gibt. Wann die Amerikaner aus den Leighton Barracks abziehen, steht in den Sternen.

Die von der BI ins Spiel gebrachten Übergangslösungen sind nicht geeignet, die Probleme der FH zu lösen. Die Neubau-Gegner argumentieren mit Flächenversiegelung in einem Grüngürtel und befürchten stark zunehmenden Autoverkehr in einer Frischluftschneise.

Ihr Einsatz in allen Ehren: In diesem Fall fällt die Entscheidung zwischen den Belangen des Naturschutzes und dem Neubau auf einem Weizenfeld nicht schwer. Dort soll nämlich keine lärm- und schadstoffträchtige Industrieansiedlung entstehen, sondern lediglich ein Hochschulgebäude für Forschung und Lehre.

Entscheidend ist nach wie vor der Zeitrahmen: Wenn die neuen Studienplätze nicht bis Herbst 2011 zur Verfügung stehen, macht die Erweiterung keinen Sinn. Die vom Freistaat zur Verfügung gestellten 30 Millionen Euro würden dann an einem anderen FH-Standort, möglicherweise Schweinfurt, sicher einen dankbaren Abnehmer finden.

Mit ihren Forderungen steht die BI außerdem ziemlich allein da: Die überwiegende Mehrheit aus Politik, Verbänden und Interessengruppen hat sich eindeutig für den geplanten Neubau ausgesprochen. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Mehrheitsverhältnisse auch im Bürgerentscheid niederschlagen. Schließlich geht es nicht nur um tausend neue Studenten und knapp fünfzig neue Stellen an der Fachhochschule. Auch die Verlässlichkeit Würzburgs als Partner der Staatsregierung steht auf dem Spiel.

Anwohner-Ruhe gegen Wissenschaftsstandort - Eine Zusammenfassung vor dem Bürgerentscheid

2008-07-20 @ 10:18 in Lokales, Politik

Blühendes Weizenfeld. Foto (c) P.WötzelNaturschutz und Anwohner-Ruhe contra Ausbau des Hochschul-Standorts – darum geht es beim Würzburger Bürgerentscheid am 27. Juli über die Erweiterung der Fachhochschule (FH) auf einem Weizenfeld am Rande der Stadt. Obwohl die FH Würzburg-Schweinfurt seit Jahren Baurecht für den Neubau ihrer Fachbereiche Gestaltung und Wirtschaftsinformatik hat, will die erst im November gegründete Bürgerinitiative (BI) „Alandsgrund“ den Bau verhindern.

Platz für rund 1.000 Studierende und 25 Professoren soll der Neubau bieten, der auf rund 4.500 Quadratmetern Fläche auf einem landwirtschaftlich genutzten Grundstück in Sichtweite des Naherholungsgebiets „Alandsgrund“ geplant ist. Nötig wurde das Projekt, nachdem die Würzburger eine Erweiterung der FH in einem Innenstadt-Gymnasium bereits 1997 durch Bürgerentscheid verhinderten.

Im Vertrauen auf den Neubau sind hunderte FH-Studenten seit über einem Jahrzehnt an Ausweich-Standorten untergebracht. Nicht nur aufgrund zahlreicher baulicher Mängel sei diese Situation untragbar, betont FH-Präsident Professor Dr. Heribert Weber: „Das ist kein Zustand für einen Wissenschaftsstandort wie Würzburg.“

Dass sich der Widerstand von rund 30 Naturschützern und Anwohnern des betroffenen Stadtteils Keesburg erst formierte, als die Baugenehmigung bereits rechtskräftig und der Vollzug beschlossen war, ficht die BI-Sprecher nicht an. Erst seit 2007 sei klar, dass in absehbarer Zukunft das Gelände der amerikanischen „Leighton Barracks“ als Alternativ-Standort zur Verfügung steht. Dort bekommt die Universität Würzburg vom Freistaat Bayern 39 Hektar für eine Erweiterung ihres Hubland-Campus zur Verfügung gestellt. Bleiben noch gut 100 Hektar, auf denen sich nach Ansicht der BI Platz für aktuelle und künftige Erweiterungen der Fachhochschule finden ließe.

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BI-Sprecher spricht seinen Gegnern die Vernunft ab

2008-07-20 @ 10:14 in Lokales, Politik

Zwölf Tage vor dem Bürgerentscheid am 27. Juli hat die Bürgerintiative (BI) „Alandsgrund“ noch einmal ihre Argumente präsentiert. Mit Vorwürfen gegen die Fachhochschule und Oberbürgermeister Georg Rosenthal sparte BI-Sprecher Siegfried Braun bei dieser Gelegenheit nicht.

Nicht gerade zurückhaltend waren einige der Formulierungen, die Braun am Dienstag vor Pressevertretern gebrauchte: „Es scheinen Zweifel angebracht, ob alle unsere Gegner die Bezeichnung 'Homo Sapiens' (vernunftbegabter Mensch) verdienen“, sagte der BI-Sprecher unter anderem.

Wie ausführlich berichtet, will die Bügerinitiative mit dem Bürgerentscheid den Erweiterungsbau der Fachhochschule für die Fachbereiche Gestaltung und Wirtschaftsinformatik auf einem Acker am Sanderheinrichsleitenweg trotz rechtskräftiger Baugenehmigung verhindern. Es sei „Unsinn“, wenn der OB behaupte, der Wissenschaftsstandort Würzburg werde nur durch den sofortigen Neubau gestärkt, sagte Braun: „Ich hätte nie erwartet, mit welcher Schamlosigkeit von der Stadt und der FH Unwahrheiten verbreitet werden.“

Dadurch würden in der Bevölkerung unbegründete Ängste geschürt, sagen auch die BI-Sprecher Stefan Lindner und Dagmar Dewald. Braun und seine Mitstreiter sehen unter anderem keine Gefahr, dass die von der Staatsregierung für die FH-Erweiterung zur Verfügung gestellten rund 30 Millionen Euro an andere Städte abwandern. OB Rosenthal und die FH-Verantwortlichen haben mehrfach betont, dass die Mittel haushaltsrechtlich an die Schaffung von zusätzlichen Studienplätzen bis zum Herbst 2011 gebunden sind.

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CSU-Fraktionschef mit vollem Körpereinsatz

2008-07-20 @ 10:08 in Lokales, Politik

Wahlkämpfer Schmid. Foto (c) P.WötzelMit so viel Zuspruch hatte die CSU beim Wahlkampfauftakt offenbar nicht gerechnet: Der Saal im Hofbräu-Keller platzte beim Auftritt von Landtagsfraktionschef Georg Schmid am Montag aus allen Nähten. Die beiden CSU-Direktkandidaten Oliver Jörg (Würzburg-Stadt) und Manfred Ländner (Würzburg-Land) wollen nach der Landtagswahl am 28. September zu Schmids Fraktion gehören und wurden von ihm mit vollem Einsatz unterstützt.

Man hätte meinen können, der Landesvater persönlich sei zum Würzburger Auftakt in den Landtags- und Bezirkstagswahlkampf geladen. Ministerpräsident Günter Beckstein kommt aber erst am 23. September zur Abschlusskundgebung. Am Montag war es der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion Georg Schmid, der im typischen CSU-Ambiente mit dem Frankenlied, geblasen von der „Asthma-Band“ aus Gaukönigshofen, den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal betrat.

Oliver Jörg begrüßte ihn als „unseren Ehrenreferenten“, dann legte sich Schmid in echter Wahlkampf-Manier am Rednerpult über eine Stunde lang mächtig ins Zeug. Mit vollem Körpereinsatz, im Schweiße seines Angesichts und mit Hilfe von zwei Weißbier sprach der 55-Jährige von den Errungenschaften der bayerischen Staatsregierung in den vergangenen fünf Jahren.

Inhaltlich entsprach die Rede genau den Vorstellungen, die man von einem Mitglied des CSU-Parteivorstands hat. Schmid betonte das christliche Menschenbild und ein „festes christliches Wertefundament“ als Grundlage der CSU-Politik in Vergangenheit und Zukunft. Über die Opposition im bayerischen Landtag werde er kein Wort verlieren: „Das lohnt sich einfach nicht“, so Schmid. Die für die Gesellschaft wichtige Wertediskussion werde ohnehin keine andere Partei leisten können. Nur die CSU habe den Mut zu klaren Entscheidungen, auf die die Menschen sich verlassen können, sagte der Fraktionschef.

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"Sandmännchen" kontra Rosenthal und Weber

2008-07-20 @ 10:02 in Lokales, Politik

Teilweise recht hitzig wurde im Frauenland über die geplante FH-Erweiterung am Sanderheinrichsleitenweg diskutiert. Die Neubau-Gegner waren im 160 Personen starken Publikum in der Minderheit, äußerten ihre Bedenken aber deutlich.

Oberbürgermeister Georg Rosenthal, Baureferent Christian Baumgart und Umweltreferent Wolfgang Kleiner hatten sich gut auf die Informationsveranstaltung zur FH-Erweiterung vorbereitet und fanden aufmerksame Zuhörer. Mucksmäuschenstill war es in der Aula des Mozart-Schönborn-Gymnasiums, als Rosenthal seine Argumente für den Neubau am Sanderheinrichsleitenweg vorbrachte. Neues war erwartungsgemäß nicht dabei: „Es geht um eine nachhaltige Absicherung der Fachhochschule in Würzburg“, sagte Rosenthal.

Die 31 Millionen Euro für die FH-Erweiterung seien haushaltsrechtlich an zusätzliche Studienplätze gebunden, die bis zum Wintersemester 2011/2012 entstehen müssen: „Der Prozess ist politisch abgeschlossen. Wir haben nicht die Freiheit zu sagen: Nicht jetzt, aber bald“ betonte der OB. Weil noch kein definitiver Abzugstermin der Amerikaner feststeht, gebe es auf dem Areal der Leighton Barracks keine Alternative.

Am Beifall war abzulesen, dass Rosenthal die Mehrheit der Anwesenden, darunter auch einige Studenten der Fachhochschule, auf seiner Seite hatte. Die Gegner des Projekts hörten aufmerksam zu, dann meldeten sich einige der „Sandmännchen“ (so wurden sie kürzlich von Rosenthal bezeichnet) der Bürgerinitiative (BI) „Alandsgrund“ zu Wort. Sie zeigten sich hartnäckig und mit vielen – auch eindeutigen - Antworten nicht zufrieden und stellten die Ausführungen von OB und Referenten in Frage.

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