Exhibitionistischer Jugendpfleger zu Geldstrafe verurteilt
Ursprünglich wollte er einem öffentlichen Prozess aus dem Weg gehen. Inzwischen ist der ehemalige „Jugendbeauftragte“ der Gemeinde Partenstein aber doch persönlich vor dem Würzburger Amtsgericht erschienen. Die in einem Strafbefehl ausgesprochene Geldstrafe von 120 Tagesätzen von 20 Euro wegen Exhibitionismus war ihm zu hoch.
Der 50-jährige Jugendpfleger hatte sich am 29. März 2007 in einer Parkanlage in Würzburg vor zwei Frauen entblößt und an seinem Geschlechtsteil manipuliert. „Mein Mandant will die Vorwürfe einräumen“, hatte Verteidiger Konrad Scheckenbach (Würzburg) beim ersten Termin vor dem Würzburger Amtsgericht im vergangenen September erklärt. Damals hatte der 50-jährige Angeklagte auf einen Auftritt im Gerichtssaal verzichtet. Auf Antrag der Staatsanwältin wurde er anschließend im Strafbefehlsverfahren zu 2.400 Euro Geldstrafe verurteilt.
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Anwalt spart durch Berufung 800 Euro
3.600 Euro Geldstrafe waren ihm zuviel, deshalb legte ein Würzburger Rechtsanwalt nach seiner Verurteilung durch das Amtsgericht Würzburg wegen Untreue und Gebührenüberhöhung Berufung ein. Am Schuldspruch änderte sich auch vor dem Landgericht nichts, die Strafe wurde aber nach einer Absprache mit dem Staatsanwalt um 800 Euro reduziert.
Gut zwei Jahre lang hatte der 60-jährige Anwalt rund 2.400 Euro, die einem 75-jährigen Mandanten zustanden, auf seinem Konto liegen lassen. Während der Mandant eine Gebührenabrechnung seines Rechtsanwalts zeitnah bezahlte, hatte es der Jurist mit der Rückerstattung von Gerichtskosten nicht so eilig. Erst nach zahreichen Beschwerden und einer Ermahnung durch die Rechtsanwaltskammer in Bamberg rechnete der erfahrene Zivil-Anwalt die Gerichtskosten ab, behielt dabei aber zunächst rund 600 Euro ein.
Mittlerweile hat der Mandant den gesamten Betrag mit Zins und Zinseszins erhalten. „Ich habe erst nach der Verurteilung durch das Amtsgericht erkannt, dass ich einen Fehler gemacht habe“, gab der angeklagte Anwalt vor der Berufungskammer zu Protokoll. Sein Kommentar zur Gebührenordnung sei veraltetet gewesen, inzwischen habe sich die Rechtsprechung in entscheidenden Punkten geändert.
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20. Afrika-Festival startet am 22. Mai
Der Schirmherr will auch mit 94 Jahren noch zum Afrika-Festival kommen: „Ich hoffe, dass das Leben mir auch die Chance geben wird, das 40. Jubiläum dieses großartigen Festivals mitzuerleben“, schreibt Saxophon-Legende Manu Dibango (74) aus Kamerun im soeben druckfrisch erschienen Programmheft des Afrika-Festivals. Die 20. Auflage des größten europäischen Festivals für afrikanische Musik und Kultur findet vom 22. bis zum 25. Mai auf den Talavera-Mainwiesen statt.
Stolze 68 farbige Hochglanz-Seiten umfasst das Programm, das ab sofort in der Stadtbücherei und allen Vorverkaufsstellen (Buchhandlungen Knodt, Hugendubel und Neuer Weg, Tourismuszentrale im Falkenhaus, alle CTS-Vorverkaufsstellen) zu haben ist. Zum 20. Jubiläum erschien „das dickste Programmheft, das wir je hatten“, so Festival-Leiter Dr. Stefan Oschmann. Neben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier („Afrika fasziniert jeden von uns!“) verfasste auch Manu Dibango ein Grußwort. Der mittlerweile 74-jährige Musiker aus Kamerun war bereits bei der 10. Auflage Schirmherr des Afrika-Festivals.
Der „Lion of Africa“ wird beim Eröffnungskonzert am 22. Mai, zusammen mit der deutschen Jazz-Legende Klaus Doldinger (bekannt durch die Musik zum Film „Das Boot“) auf der Bühne stehen. Für dieses und auch alle anderen drei Abend-Konzerte sind noch Eintrittskarten zu haben. Die Dauerkarten für alle vier Abende sind dagegen bereits fast komplett ausverkauft. „Der Vorverkauf läuft sehr gut“, sagte Stefan Oschmann.
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Jens Brandt will für die FDP in den Landtag
Mit einem neuen und einem altbekannten Gesicht geht die Würzburger FDP in die Landtagswahl im September: Der stellvertretende Kreisvorsitzende Jens Brandt (33) wurde von der Mitgliederversammlung am Mittwoch zum Direktkandidaten im Wahlkreis 610 gewählt. Als Listenkandidat wird der Kreisvorsitzende Karl Graf (62) um die Zweitstimmen kämpfen.
Graf und Brandt wurden von rund 30 FDP-Mitgliedern im Bronnbach-Keller jeweils mit großer Mehrheit gewählt. Sie blieben ohne Gegenkandidaten: Stadtrat Joachim Spatz, der für die Liberalen zwischen 1990 und 1994 schon einmal im Landtag saß, wurde zwar vorgeschlagen, lehnte aber kategorisch ab. Jens Brandt, 33-jähriger Diplom-Psychologe und Geschäftsführer, will sein Nachfolger werden.
„Die FDP hat gute Chancen, wieder in den Landtag einzuziehen und die Alleinherrschaft der CSU zu brechen“, sagte Brandt, der aus den neuen Bundesländern stammt und vor 15 Jahren zum Studium nach Würzburg kam. 2002 trat er in die FDP ein, seit 2004 ist er stellvertretender Kreisvorsitzender. Seine politischen Ansichten sind im Internet auf seiner Homepage brandt-aktuell.de nachzulesen.
Der 33-Jährige hat in Bayern „Unzufriedenheit mit der staatstragenden Partei CSU“ ausgemacht. Mit Themen wie Büchergeld, G8, Rauchverbot, Hausärzte-Sterben und Gesundheitsreform will er in den Landtag einziehen. Die Würzburger Schulkosten und die finanziellen Schwierigkeiten des Mainfranken Theaters seien ein trauriges Beispiel dafür, wie die Kommunen von der Staatsregierung im Stich gelassen werden, betonte Brandt, der sich selbst als „leidenschaftlichen Wahlkämpfer“ bezeichnet. Karl Graf versprach, ihn nach Kräften zu unterstützen.
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Residenzlauf-Jubiläum schon am 20. April
Nur ein einziges Mal fand der Würzburger Residenzlauf in seiner 19-jährigen Geschichte bisher nicht am letzten Sonntag im April statt. Bei der 20. Auflage wird erst zum zweiten Mal von dieser eisernen Regel abgewichen. Bereits am Sonntag, 20. April, gehen mehrere tausend Residenzläufer, darunter bis zu 3.000 Schüler und Kindergartenkinder, zum Jubiläum der Traditionsveranstaltung an den Start. Zum ersten Lauf im Jahr 1989 hatten die Veranstalter sich 500 Teilnehmer zum Ziel gesetzt, inzwischen sind regelmäßig 5.000 Läufer und mehr dabei. Den vierten Aprilsonntag hat der Residenzlauf in diesem Jahr an den Würzburg-Marathon abgetreten. „Ich möchte aber nicht, dass deshalb jemand den Residenzlauf versäumt und erst beim Marathon an der Residenz vorbeiläuft“, sagt Organisationschef Peter Müller-Reichart. Durch den frühen Termin ist auch der Voranmeldeschluss eine Woche eher als gewohnt, nämlich bereits am 7. April. Am einfachsten funktioniert nach wie vor die Online-Anmeldung im Internet unter residenzlauf.de.
Nach missglücktem Halloween-Streich: Drei Kinder verklagt
Fast 12.000 Euro fordert ein Mann aus Bischbrunn (Main-Spessart-Kreis) von drei Kindern aus dem Ort, die für seine schwere Knieverletzung verantwortlich sein sollen. Der Mechaniker macht geltend, auf einem Brause-Cola-Gemisch ausgerutscht zu sein, das eine Gruppe Kinder am Halloween-Abend 2006 an seine Tür geschüttet haben. Am Mittwoch trafen sich die Parteien zur vierstündigen Beweisaufnahme vor dem Würzburger Landgericht.
„Meine Prozesse laufen ruhig und sachlich ab, hier wird der Ball flach gehalten“, ermahnte Einzelrichter Dr. Claus Barthel die Rechtsanwälte der Kontrahenten gleich zu Beginn. Die Juristen hielten sich weitgehend daran. Aus der teilweise aufgebrachten Stimmung im Zuhörerraum läßt sich aber schließen, dass die Folgen des Halloween-Streichs dem dörflichen Frieden in Bischbrunn geschadet haben. Am Abend des 31. Oktober 2006 war ein gutes Dutzend Kinder im Ort unterwegs, um nach guter amerikanischer Tradition an den Haustüren nach Süßigkeiten zu fragen. Bei dem Kläger, selbst zweifacher Familienvater, waren sie dabei an der falschen Adresse: An Stelle von Bonbons und Gummibärchen erhielten sie nur unfreundliche Worte aus der Sprechanlage.
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Über vier Monate unschuldig in U-Haft
Angeklagt war er wegen sexueller Nötigung und Exhibitionismus, verurteilt wurde er vom Amtsgericht Würzburg lediglich wegen „Erregung öffentlichen Argernisses“: Weil er sich im Würzburger Ringpark selbst befriedigt hat, muss ein 41-jähriger Mann 800 Euro Geldstrafe bezahlen.
Die am schwersten wiegenden Vorwürfe stellten sich vor Gericht schnell als haltlos heraus: Nachdem der 41-Jährige am Morgen des 17. August nach seinem exhibitionistischen Auftritt im Ringpark von der Polizei erwischt worden war, verdächtigte man ihn auch wegen zwei anderen Taten. In der Nacht vom 14. auf den 15. August hatte ein schwarz gekleideter Mann mit einer Baseball-Mütze in der Innenstadt zwei Frauen belästigt. Einer der jungen Frauen zerriss der Sex-Täter das Oberteil, hielt ihr den Mund zu und begrapschte sie. Bei einer Wahl-Lichtbildvorlage nach der Tat im Ringpark bei der Polizei identifizierte sie den 41-Jährigen mit hoher Wahrscheinlichkeit als den nächtlichen Angreifer.
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Siebeneinhalb Jahre Gefängnis für Missbrauch eines jungen Mädchens
Nach fast neun Monaten Verfahrensdauer und zwanzig Verhandlungstagen hat das Würzburger Landgericht einen 42-Jährigen aus dem Raum Karlstadt wegen sexuellen Missbrauchs und mehrfacher Vergewaltigung eines jungen Mädchens aus der Nachbarschaft zu sieben Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann hat die Tochter eines Freundes über einen Zeitraum von acht Jahren regelmäßig zu sexuellen Handlungen gezwungen.
Angeklagt war der 42-Jährige wegen über dreihundert Einzelfällen, verurteilt wurde er wegen sieben Taten. Die lange Leidensgeschichte seines Opfers begann laut Anklage spätestens im Sommer des Jahres 1998, als das Mädchen gerade sieben Jahre alt war, und dauerte bis zum Sommer 2006. Im Verlauf des Mammut-Prozesses hatte der Angeklagte lediglich sechs angeblich einvernehmliche sexuelle Kontakte mit dem Mädchen eingeräumt, als dieses zwischen 13 und 15 Jahren alt war.
Das Opfer musste sich deshalb nicht nur stundenlangen Vernehmungen vor Gericht, sondern auch einem Glaubwürdigkeitsgutachten unterziehen. Die Richter der Jugendkammer hatten am Ende keine vernünftigen Zweifel mehr an der Glaubwürdigkeit der Jugendlichen und verurteilten den Angeklagten zu siebenheinhalb Jahren hinter Gittern. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Demonstration für Tibet in der Innenstadt
"Solidarität mit Tibet und den Tibetern" forderten am Gründonnerstag etwa 80 Demonstranten, darunter zahlreiche Exil-Tibeter, bei einer Demonstration in der Würzburger Innenstadt. Veranstaltet wurde der Protestmarsch angesichts der jüngsten Unruhen in Tibet von der Würzburger Regionalgruppe der Tibet-Initiative Deutschland.
In der Hauptstadt Lhasa und anderswo seien bei den Protesten anlässlich des 49. Jahrestag der Niederschlagung des tibetischen Volksaufstandes im März 1959 bereits viele Menschen durch das brutale Eingreifen chinesischer Sicherheitskräfte ums Leben gekommen, so die Demonstranten.
Unter anderem forderten sie von der Bundesregierung und der Europäischen Union, Druck auf die chinesische Führung auszuüben, um Peking endlich zu einem Dialog mit dem Dalai Lama über die Zukunft Tibets zu bewegen.
In Tibet würden grundlegende Menschen- und Völkerrechte missachtet.
Solange China dort auf eine militärische Lösung setze, seien auch die Voraussetzungen für friedliche Olympische Spiele in Peking nicht gegeben, heißt es in einem von den Demonstranten verteilten Flugblatt.
530 Gedächtnisläufer, Lehrieder siegt zum sechsten Mal
Endlich einmal schönes Wetter beim Gedächtnislauf: Während sonst am zweiten Samstag im März meistens Handschuhe, Mützen und Schals für die Läufer Pflicht waren, gingen die 530 Frauen und Männer bei der 14. Auflage des Gedächtnislaufs bei angenehmen Temparaturen eher leicht bekleidet an den Start. Seit 1995 veranstaltet die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) den Lauf im Gedenken an die Landflucht der Würzburger Bevölkerung nach dem verheerenden Bombenangriff am 16. März 1945.
„Heute sind mal die Jüngeren dran“, sagte Dr. Gerald Lehrieder vor dem Start. Der 45-jährige Würzburger hatte den Gedächtnislauf von Würzburg über 44 Kilometer nach Gemünden fünfmal in Folge gewonnen und wollte es dieses Mal eigentlich etwas ruhiger angehen lassen. Doch zwei Stunden und 58 Minuten nach dem Start auf dem Gelände des Frühjahrsvolksfestes überquerte Lehrieder dann doch wieder als Erster die Ziellinie in Gemünden. Anschließend dankte der sechsfache Seriensieger den Veranstaltern dafür, dass der Gedächtnislauf „endlich in den Sommer verlegt“ wurde: „Bei dem schönen Wetter hat das Laufen richtig Spaß gemacht.“
Neun Frauen und 63 Männer entschieden sich für die Strecke bis Gemünden, die übrigen Gedächtnisläufer nahmen mit Teilstrecken nach Margetshöchheim, Himmelstadt und Karlstadt vorlieb. Nicht nur einen Lauf, sondern einen „Triathlon“ absolvierten die Gedächtnisläufer dabei, sagte Oberbürgermeisterin Pia Beckmann vor dem Startschuss: „Laufen, historisches Gedenken und humanitäres Engagement“ in einem sei der Gedächtnislauf.
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Rosenthal: Höhe des Gewerbesteuer-Hebesatzes überprüfen
Oberbürgermeisterin Pia Beckmann (CSU) sucht sich prominente Unterstützung, ihr Herausforderer Georg Rosenthal (SPD) suchte in den letzten Tagen vor der Stichwahl lieber das direkte Gespräch mit dem Wähler. Gut 50 Zuhörer hatte Rosenthal am Mittwoch bei einem „Bürgergespräch“ im Bürgerspital.
Blaue Zipfel oder doch lieber „Gerupften“ mit Brot? Die Wahl zwischen den vom Kandidaten spendierten Speisen dürfte den meisten Gästen schwerer gefallen sein als die Entscheidung bei der Stichwahl am kommenden Sonntag, viele Rosenthal-Gegner waren jedenfalls nicht auszumachen. Kultur und Wirtschaft standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, aber natürlich nutzte der SPD-Bewerber die Gelegenheit auch, um andere aktuelle Themen anzusprechen.
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Erst fünf Monate U-Haft, dann Freispruch
Über fünf Monate saß er unschuldig in Untersuchungshaft: Vom Vorwurf des schweren Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen wurde ein 23 Jahre alter Anhänger des FC Bayern München. An dem Angriff von rund zwanzig Bayern-Fans auf friedliche Anhänger des 1. FC Nürnberg im vergangenen Mai auf der Autobahnraststätte Würzburg-Nord war der 23-Jährige aus dem Allgäu nicht beteiligt, stellte das Amtsgericht Würzburg am Freitag fest. Für die erlittene Untersuchungshaft muss der Kaufmann entschädigt werden.
„Ich habe unter der Haft sehr gelitten und hätte beinahe meinen Ausbildungsplatz verloren“, gab der junge Mann zu Protokoll. Zwar ist der 23-Jährige strafrechtlich kein gänzlich unbeschriebenes Blatt, mit dem Angriff auf die Club-Fans auf der Raststätte hatte er aber nichts zu tun. Er war eines von 74 Mitgliedern des inoffiziellen Bayern-Fanclubs „Schickeria München“, die auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Mönchengladbach waren, als sie an der Raststätte auf die Club-Fans trafen.
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Beckstein freut sich über das Frankenlied
Noch einmal prominente Unterstützung für Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann und CSU-Landratskandidat Eberhard Nuß im Endspurt vor der Stichwahl: Ministerpräsident Günther Beckstein sprach am Montagabend vor gut 350 Menschen im voll besetzten Pfarrzentrum Heiligkreuz in der Zellerau.
Der bayerische Defiliermarsch hat vorerst ausgedient, neuerdings wird der Bayerische Ministerpräsident bei CSU-Veranstaltungen mit dem Frankenlied begrüßt. Als waschechter Franke war Günther Beckstein begeistert und bedankte sich beim Musikverein Veitshöchheim: „Das hat mir gut getan.“ Warum er kurz vor der Stichwahl noch einmal nach Würzburg gekommen war, betonte Beckstein gleich zu Beginn seiner fast eineinhalb Stunden langen Rede. Es ging natürlich um die Unterstützung der beiden CSU-Kandidaten: „Die Staatsregierung braucht ganz starke Partner vor Ort, nur dann können wir die Regionen nach vorne bringen“, sagte Beckstein.
Es sei eine absolute Premiere, dass Stadt und Landkreis Würzburg in Person des CSU-Landrats und der CSU-Oberbürgermeisterin in den vergangenen sechs Jahren „fast im Duett gesprochen haben“, betonte Beckstein. Vor zahlreichen CSU-Mitgliedern hatte der Ministerpräsident ein Heimspiel. Vor diesem Publikum konnte er sich trotz Wahlkampf die Bermerkung erlauben, dass Würzburg eigentlich keine Wahlempfehlung aus München oder Nürnberg braucht.
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Stichwahlkampf: Polit-Prominenz gegen Bürgergespräch
Amtsinhaberin Pia Beckmann lässt sich vom bayerischen Ministerpräsidenten unterstützen, Herausforderer Georg Rosenthal setzt lieber auf das persönliche Gespräch mit den Bürgern. In den letzten Tagen vor der Stichwahl um das Amt des Würzburger Oberbürgermeisters am Sonntag nimmt der Wahlkampf noch einmal Fahrt auf.
In München und Nürnberg sitzen die SPD-Oberbürgermeister fest im Sattel, in Augsburg hat der CSU-Kandidat vor der Stichwahl nur eine knappe Mehrheit, und auch in Regensburg und Würzburg müssen die Wähler am kommenden Sonntag noch einmal zur Urne. Grund genug für den bayerischen Ministerpräsidenten, sich persönlich in den Wahlkampf einzuschalten. Bei einer Veranstaltung der Würzburger CSU am Montagabend sprach Günther Beckstein vor gut 350 Zuhörern fast eineinhalb Stunden lang.
Jedes Thema, das der CSU nach ihren bayernweiten Verlusten im ersten Wahlgang eine Stimme bringen könnte, sprach der Ministerpräsident an. Lokale Themen wie die Erweiterung von Universität und Fachhochschule wurden dabei gestreift, wichtiger waren Beckstein aber die gesamtbayerischen Themen, bei denen er sich auch sichtlich wohler fühlte.
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Vermeintliches Erbe: Neffe veruntreut 118.000 Euro
Das Vertrauen eines alten Ehepaares nutzte ein 56 Jahre alter Würzburger, um von den Konten der Senioren über 118.000 Euro abzuzweigen. Am Dienstag wurde der Mann vom Amtsgericht wegen Untreue in 126 Fällen zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Innerhalb von 14 Monaten hatte er in 126 Einzelabhebungen bis zu einer Höhe von 1.000 Euro das Geld auf die Seite geschafft und später gewinnbringend angelegt. Seine Opfer waren die eigene Tante und deren Ehemann, beide bereits weit über 80 Jahre alt und gebrechlich. „Meine Frau und ich haben uns um die beiden gekümmert. Die ganze Sache tut mir sehr leid“, sagte der Angeklagte.
Es sei damals „im Gespräch“ gewesen, dass er von dem Senioren-Paar, das einen sechstelligen Betrag angespart hatte, als Erbe eingesetzt wird. Das nahm der 56-Jährige zum Anlass, sich mit Hilfe einer Konotvollmacht und der Bankkarte immer wieder am Geldautomaten zu bedienen: „Aber ich habe keinen Cent ausgegeben. Ich wollte mit dem Geld eine Eigentumswohnung kaufen.“ Das war sein Glück, denn so konnte er einen Großteil der veruntreuten Beträge zurückzahlen, als die ganze Sache aufflog.
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Beckstein räumt Fehler ein: Schwierigkeiten in Würzburg verursacht
Das Rauchverbot in den bayerischen Bierzelten soll nach den Worten von Ministerpräsident Günther Beckstein nur in diesem Jahr übergangsweise ausgesetzt werden.
Wegen der „Riesenschwierigkeiten“ bei der Umsetzung des Nichtraucherschutzes in den großen Bierzelten auf dem Oktoberfest und anderswo plädiert Beckstein für diese „kleine Modifikation“. Ab dem 1. Januar 2009 solle aber „auch in Bierzelten eine vollständige Nichtraucher-Regelung gelten. Bis dahin schaffen wir überall die entsprechenden Voraussetzungen“, sagte Beckstein am Montagabend bei einer Wahlkampf-Veranstaltung des Würzburger CSU-Kreisverbandes.
Am heutigen Dienstag berät das Kabinett über die betreffende Änderung des bayerischen Nichtraucherschutzgesetzes. Laut Beckstein, der das leidige Thema spätestens bis Ostern vom Tisch haben will, soll es im Grundsatz bei der bisherigen Regelung bleiben, die mosifikationen sollen nur in diesem Jahr für Bierzelte gelten. Ab 2009 „haben wir dann insgesamt einen umfassenden Nichtraucherschutz, und bei dem wollen wir bleiben“, betonte Beckstein.
Erstmals räumte der Ministerpräsident Fehler in der Diskussion um das Nichtraucherschutzgesetz ein: „Wir haben das Ganze vielleicht nicht mit der letzten Professionalität gehandhabt.“ Im Festzelt auf dem derzeit stattfindenden Würzburger Frühjahrsvolksfest greifen viele Raucher als Folge der widersprüchlichen Aussagen aus München mittlerweile wieder zum Glimmstängel. „Durch unser Hin und her haben wir in Würzburg einige Schwierigkeiten verursacht“, gab Beckstein zu.
Semmelstraße wehrt sich gegen Einbahn-Regelung
Früher eine der wichtigsten Straßen im Stadtzentrum, heute von der Innenstadt fast völlig abgeschnitten: Geschäftsleute, Haus-Eigentümer und Anwohner in der Semmelstraße fordern mehr Unterstützung von Seiten der Stadt für ihre Wohn- und Einkaufsstraße.
Auslöser für die Semmelstraßen-Versammlung im Hotel „Stadt Mainz“ war ein Antrag des scheidenden SPD-Stadtrats Marco Schneider im Umwelt- und Planungsausschuss, der – sehr zum Unmut der betroffenen Einzelhändler – von der Verwaltung weiterverfolgt wird. Schneider, der häufig in der SPD-Zentrale im Hannsheinz-Bauer-Haus in der Semmelstraße anzutreffen ist, möchte eine Einbahnstraßen-Regelung stadteinwärts umgesetzt haben. Die Idee stammt aus einer Diplom-Arbeit über die Semmelstraße.
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Ausstellung "Würzburg im Wandel der Zeit" im Rathaus
Mit der Ausstellung „Alt-Würzburg“ ging es vor neun Jahren los, jetzt präsentiert der „Freundeskreis Geschichtswerkstatt“ bereits seine zehnte Bilderschau zur Stadtgeschichte im Foyer des Rathauses. Von 1875 bis 2008 reicht in diesem Jahr die Zeitspanne von „Würzburg im Wandel der Zeit“.
Zwei Bilder dürften den zahlreichen Besuchern, die bereits am Sonntag die Ausstellung besuchten, besonders aufgefallen sein: Schwarzweiß-Ansichten vom Unteren Markt aus dem vergangenen Jahr mit dem umstrittenen neuen „Forum“ der VR-Bank. „Daran müssen sich die Würzburger erst noch gewöhnen“, heißt es in der Bildunterschrift.
Hier schließt sich der Kreis zur ersten Ausstellung der Geschichtswerkstatt im März 1999: Eines der Bilder zeigte damals das in der Bombennacht des 16. März 1945 zerstörte so genannte „Petrini-Haus“ an gleicher Stelle. Ein besseres Beispiel für das Anliegen der Geschichtswerkstatt gibt es kaum. Die Macher zeigen die Entwicklung Würzburgs in Original-Fotografien und Postkarten aus der Zeit vor der Jahrhundertwende, den 30er Jahren, sowie von Zerstörung und Wiederaufbau.
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"Synkope" taugt nicht als Erklärung für tödlichen Unfall
Vor fast zwei Jahren geriet eine Arzthelferin aus dem Raum Lohr auf der Fahrt nach Würzburg mit ihrem Auto aus Unachtsamkeit auf die Gegenfahrbahn und verursachte einen Frontalzusammenstoß mit zwei Todesopfern. Am Montag wurde die 45-Jährige vom Amtsgericht Würzburg wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Als Bewährungsauflage muss sie 2.500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.
Wie es dazu kam, dass die dreifache Mutter mit ihrem japanischen Geländewagen am Nachmittag des 11. Mai 2006 auf der Bundesstraße 27 zwischen Thüngersheim und Würzburg nach links bis auf die Gegenfahrbahn kam, konnte auch in drei Verhandlungstagen vor dem Amtsgericht nicht geklärt werden. Die Angeklagte gab zu Protokoll, sie habe keinerlei Erinnerung mehr an den Unfall. Unmittelbar nach der Kollision mit einem entgegen kommenden Golf, bei der eine 36 Jahre alte Frau und ihre elfjährige Tochter getötet wurden, wusste sie es offenbar noch besser: „Ich bin eine Mörderin“, sagte sie zu zwei Zeugen und später noch einmal zur Polizei.
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Verprügelt und beklaut - Bewährung
Mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung ist ein 24-jähriger Würzburger davon gekommen, der einen Mann auf dem Heuchelhof schwer verprügelt und ihm anschließend 70 Euro abgenommen hat. Das Landgericht verurteilte den Hilfsarbeiter wegen Körperverletzung und Diebstahl.
Angeklagt war der 24-Jährige, der seit dem Überfall Anfang Juli in Untersuchungshaft saß, wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung. Er hatte sein späteres Opfer, einen 40 Jahre alten technischen Zeichner, auf dem Fußgängerüberweg in der Nähe des Place de Caen angesprochen und Zigaretten und Geld gefordert. Als der Mann sich weigerte und dabei möglicherweise einige unfreundliche Ausdrücke benutzte, musste er sich vom Angeklagten herumschubsen lassen.
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