Foltermord-Prozess dauert länger
Im Prozess um den grausamen Foltermord an einer Rentnerin aus Volkach (Kreis Kitzingen) wird das Urteil nun doch erst im Herbst gesprochen. Kurz vor Absachluss der Beweisaufnahme stellte der Verteidiger des 51-jährigen Angeklagten, Rechtsanwalt Norman Jacob aus Würzburg, am Donnerstag Beweisanträge, denen das Schwurgericht nachgehen wird. Der Vorsitzende Richter Rainer Gündert hat alle Beteiligten gebeten, ihre freien Termine bis Mitte Oktober mitzuteilen.
Eigentlich sollte gestern Psychiater Professor Dr. Martin Krupinski von der Universität Würzburg sein mit Spannung erwartetes Gutachten über den Stiefsohn des Mordopfers erstatten. Noch mehr grauenhafte Details der Folterungen der 73-jährigen Frau als beim rechtsmedizinischen Gutachten seien dabei zu erwarten, hatte Krupinski die vier Söhne der Rentnerin, die den kompletten Prozess als Nebenkläger begleiten, im Vorfeld gewarnt. Zur Enttäuschung der Menschen aus Volkach im gut gefüllten Zuschauerraum kam es anders: Verteidiger Norman Jacob beantragte unter anderem, als Ergänzung zu den Ausführungen der Rechtsmediziner vom vergangenen Montag einen neurologischen Sachverständigen zu befragen.
(More)
Viereinhalb Jahre für Anstiftung zum Totschlag
Von der eigenen Vergangenheit eingeholt: Weil sie vor über zwölf Jahren in Würzburg drei junge Russland-Deutsche zur Tötung ihres gewalttätigen Ehemanns aufgefordert hat, muss eine 34-Jährige aus Moldawien für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Mann wurde Ende 1994 mit einem Schießkugelschreiber erschossen, seine Leiche mit einer Metallplatte beschwert und in den Main geworfen. Seine Witwe nahm am Donnerstag nach 18 Monaten Untersuchungshaft das Urteil unter Tränen entgegen.
Die Leiche des 28-jährigen Vitali V. wurde im Februar 1995 auf Höhe der Kläranlage in Würzburg aus dem Main gezogen. Dass er erschossen wurde, war gleich klar, aber erst ein Jahrzehnt später konnte das Verbrechen aufgeklärt werden. Der Mann aus der moldawischen Republik Transnistrien wurde im November oder Dezember 1994 von drei jungen Spätaussiedlern mit einem Schießkugelschreiber zweimal in den Kopf geschossen. Wegen des spektakulären Mordes in Geheimdienst-Manier wurden die drei Täter im Frühjahr 2006 von der Jugendkammer des Würzburger Landgerichts zu Jugendstrafen zwischen fünf und acht Jahren verurteilt.
So außergewöhnlich wie diese Vorgeschichte ist auch das Verfahren gegen die Anstifterin: In dem Mordprozess gegen die Haupttäter sagte am 1. März 2006 auch die Witwe des Opfers aus. Zwar bestand gegen die heute 34-Jährige ein Haftbefehl, weil sie von zwei der Täter als Initiatorin des Mordes bezeichnet worden war. Für die Zeugenaussage in Würzburg wurde ihr vom Gericht so genanntes „freies und sicheres Geleit“ zugesichert. Nur deshalb reiste die Frau mit ihrer Tochter überhaupt aus Transnistrien an.
Dort wäre sie sicher gewesen und hätte keine Auslieferung befürchten müssen. Vor Gericht beging die Frau dann einen entscheidenden Fehler: Obwohl sie vom Vorsitzenden der Jugendkammer eingehend darüber belehrt worden war, dass sie auch unter freiem Geleit keine Straftaten begehen darf, sagte sie im Zeugenstand in einigen Punkten nicht die Wahrheit. Deshalb wurde sie wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage und Fluchtgefahr in Haft genommen.
(More)
Gehbehinderte 84-Jährige absichtlich totgefahren?
Weil sie eine 84-jährige Frau auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in Ochsenfurt (Kreis Würzburg) absichtlich überfahren haben soll, hat die Würzburger Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags gegen eine 65-jährige Frau aus Mittelfranken erhoben. Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager geht nach einem 120-seitigen psychiatrischen Gutachten von Wut und Frust über die eigene Situation als Motiv für die Tat aus. Das Opfer war der Angeklagten völlig unbekannt.
Ihr sei der Fuß versehentlich vom Brems- auf das Gaspedal gerutscht, als die 84-Jährige vor ihrem Auto stand, gab die Autofahrerin nach der Tat am 26. Januar zu Protokoll. Polizei und Staatsanwaltschaft glauben aber nicht an einen tragischen Unfall: Die 65-Jährige, die seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt, soll die Rentnerin vorsätzlich angefahren und dabei ihren Tod billigend in Kauf genommen haben.
Zeugen haben beobachtet, wie die Frau in ihrem Auto, einem BMW 740i, verärgert gestikulierte, mehrfach hupte und lauthals schimpfte, als die 84-Jährige mit ihrer Gehhilfe etwa einen Meter vor dem Fahrzeug langsam die Fahrbahn auf dem Parkplatz überquerte.
(More)
Foltermord-Prozess: Rechtsmediziner spricht von "deutlich mehr als hundert Schlägen"
Nichts für schwache Nerven war der achte Verhandlungstag im Würzburger Schwurgerichtsprozess um den grausamen Foltermord an einer 73-jährigen Rentnerin aus Volkach (Kreis Kitzingen). Rechtsmediziner Dr. Thomas Tatschner von der Universität Würzburg berichtete bis ins kleinste Detail von der Obduktion der zerteilten Leiche des Tatopfers. Die grausigen Farbfotos der Leichenteile hielten zwar nur die am Verfahren Beteiligten in Händen, die Aufnahmen waren vom Zuschauerraum aus aber trotzdem teilweise gut zu erkennen.
Tatschner bestätigte den in der Anklage beschriebenen Tatverlauf. Wie ausführlich berichtet, liegt dem 51-jährigen Angeklagte Mord und Vergewaltigung seiner Stiefmutter zur Last. Er soll die 73-Jährige im Keller des gemeinsamen Wohnhauses überwältigt, gefesselt, stundenlang sadistisch gefoltert und anschließend zerstückelt haben. Bei der Obduktion des Leichnams fand Tatschner nicht nur zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen. Auch Spuren von „deutlich mehr als hundert Schlägen“, wahrscheinlich mit einer Peitsche, habe der Körper des Opfers aufgewiesen. Die Stellen, an denen gut eine Stunde lang auf die Rentnerin eingeprügelt wurde, und auch andere Verletzungen lassen laut Tatschner „auf einen sexuellen Hintergrund der Tat schließen“.
(More)
SPD: Nur Kleinhans mit Verjüngung nicht einverstanden
Mit einer deutlich verjüngten Stadtratsliste geht die Würzburger SPD in die Kommunalwahl am 2. März 2008. Auf der am Samstag verabschiedeten Liste finden sich sechs Kandidaten im Alter unter vierzig Jahren auf den ersten zwanzig Plätzen. Drei amtierende Stadträte rutschten auf einen zweistelligen Listenplatz.
„An diesem Generationswechsel haben wir hart arbeiten müssen“, betonte Oberbürgermeister-Kandidat Georg Rosenthal. Im Vorfeld gab es partei-intern intensive Diskussionen und Auseinandersetzungen um den Listenvorschlag des Stadtverbands-Vorstandes. Bei der Aufstellung der SPD-Liste muss nicht nur eine strenge fünfzigprozentige Frauenquote eingehalten werden. Außerdem muss aus jedem Ortsverein mindestens ein Kandidat auf den ersten fünfzehn Plätzen zu finden sein.
OB-Kandidat Rosenthal, der zusammen mit Bürgermeisterin Marion Schäfer die Liste anführt, rief die rund sechzig Delegierten der Nominierungsversammlung vor der Abstimmung zur Geschlossenheit auf. „Es geht hier nicht um Eifersüchteleien und persönliche Abrechnungnen. Eine in sich zerstrittene Partei kann nicht die Stadtpolitik gestalten“, betonte Rosenthal. Die Delegierten hielten sich an seine Vorgabe, die verabschiedete Liste entspricht in allen Punkten dem Vorschlag des Vorstandes.
(More)
Freiheit für unterfränkische CSU-Delegierte
Die unterfränkische CSU wird sich vor der Wahl des neuen Parteivorsitzenden im Herbst für keinen der Kandidaten aussprechen. „Unsere Delegierten sind frei, wir geben keine Empfehlung ab“, betonte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos am Samstag in Würzburg. Beim Landesparteitag im September kandidieren bekanntlich Bundesverbraucherminister Horst Seehofer, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli um den CSU-Parteivorsitz.
In Unterfranken finde die Personaldiskussion ohne jegliche Schlammschlacht statt, so Glos am Rande einer Vorstandssitzung seines CSU-Bezirksverbandes. In den unterfränkischen Kreisverbänden deute sich mittlerweile eine „starke Tendenz“ in Richtung eines der Kandidaten an. Dabei handelt es sich sicher nicht um Gabriele Pauli: Ihre Kandidatur sei von Seiten einiger Kreisvorsitzender kritisiert worden, „weil man befürchtet, dass dadurch die Ernsthaftigkeit leidet“, sagte Glos.
(More)
Foltermord-Prozess: Verlobte steht zum Angeklagten
Im Würzburger Schwurgerichtsprozess um den grausamen Foltermord an einer 73-jährigen Rentnerin aus Volkach (Kreis Kitzingen) hat die Verlobte des Angeklagten das Tatopfer am Dienstag in keinem guten Licht dargestellt. „Sie war den ganzen Tag nur am Keifen, es war grausam“, sagte die 44-jährige Schreinerin im Zeugenstand.
Wie mehrfach berichtet, muss sich ein 51-jähriger Maschinenbauer wegen Mord und Vergewaltigung verantworten, weil er seine Stiefmutter im Keller des gemeinsamen Volkacher Wohnhauses gefesselt, stundenlang gefoltert und dann zerstückelt haben soll. Die 44-jährige Schreinermeisterin kennt den Angeklagten so gut wie sonst niemand: Seit 28 Jahren sind die beiden ein Paar. Mit den leiblichen Eltern ihres Freundes hatte die 44-Jährige ein gutes Verhältnis. Erst als die Mutter des Angeklagten verstorben war und sein Vater das spätere Mordopfer heiratete, kam es zu großen Spannungen in dem gemeinsam bewohnten Anwesen in Volkach. Die beiden Frauen konnten sich offenbar von Anfang an nicht leiden. Die Verlobte des Angeklagten gibt zu, die 73-Jährige gehasst zu haben: „Ich hätte sie am liebsten verprügelt.“
(More)
Prognos-Zahlen "mit Vorsicht zu genießen"
In der Gesamtwertung ein Stück abgerutscht, aber immer noch unter den besten zwölf Prozent von 439 Städten und Regionen Deutschlands: Im Rathaus hat man den aktuellen „Zukunftsatlas“ der Schweizer Prognos AG genauer unter die Lupe genommen. Das Fazit: „Es gibt keinerlei Anlass, Würzburg schlecht zu reden“, sagt Claus Walther vom städtischen Eigenbetrieb „Congress-Tourismus-Wirtschaft“ (CTW).
Auch Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann betont, dass die Prognos-Studie die Zukunftschancen der Stadt nur auf den allerersten Blick in Frage stellt. Im Vergleich zum ersten Prognos-Städte-Ranking aus dem Jahr 2004 ist Würzburg von Platz 33 in der Gesamtwertung auf Rang 52 zurückgefallen. „Man muss die einzelnen Zahlen aber genauer betrachten. Würzburg hat hohe Zukunftschancen“, betonte Beckmann vor der Presse.
(More)
Basketball-Trainer bekommt keine Bewährung
Ein Jahr und acht Monate soll ein 49-jähriger Basketball-Trainer eines großen Würzburger Vereins ins Gefängnis, der zwei 15-jährige Spielerinnen mehrfach sexuell missbraucht hat. Weil der Angeklagte alles abstritt und die Mädchen als Zeugen aussagen mussten, wurde die Freiheitsstrafe vom Amtsgericht nicht zur Bewährung ausgesetzt.
Insgesamt vier Fälle des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen legte die Staatsanwaltschaft dem 49-jährigen KfZ-Mechaniker mit der Trainerlizenz zur Last. „Ich bin mir aber sicher, dass wir hier nur über die Spitze des Eisbergs reden. Ich möchte nicht wissen, was da noch alles im Dunkeln liegt“, sagte Strafrichter Dr. Hubert Stühler am Donnerstag nach fast fünfstündiger Verhandlung.
Im Prozess hatte sich herausgestellt, dass der Angeklagte bis April 2006 mindestens sieben seiner jungen Schützlinge regelmäßig am Wochenende zum Einzeltraining in die Halle bat. Zu den individuellen Trainingseinheiten gehörte nicht nur Ball- und Krafttraining, sondern immer auch eine Massage. „Weil die Belastung für die jungen Mädchen sehr hoch war“, erklärte der 51-Jährige vor Gericht. Dass sie sich dabei in einem verschlossenen Raum bis auf die Unterhose oder sogar ganz nackt ausziehen mussten, hat fünf der sieben Mädchen nach eigenen Aussagen nicht gestört. „Er war der Trainer, deshalb war das für mich ok“, sagte eine heute 17-Jährige im Zeugenstand.
(More)
Missbrauchs-Vorwürfe gegen Basketball-Trainer
Weil er zwei 15-jährige Spielerinnen missbraucht haben soll, muss sich ein Basketball-Trainer eines Würzburger Sportvereins am morgigen Donnerstag vor dem Amtsgericht Würzburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem 49-jährigen Übungsleiter sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen zur Last.
Nach dem Training soll der Mann die Mädchen aufgefordert haben, sich für eine Massage komplett auszuziehen. Beim Massieren soll er beide 15-Jährige dann sexuell missbraucht haben. In einem weiteren Fall soll er sich einer der Spielerinnen bei der Rückfahrt von einem Spiel auf einem Waldweg im Auto unsittlich genähert haben.
Nachdem die Basketball-Abteilung des Vereins im April 2006 durch die Kriminalpolizei von den Ermittlungen erfuhr, wurde der Trainer sofort suspendiert und alle Spielerinnen mit ihren Eltern in einer Besprechung über die Vorwürfe informiert. „Wir nehmen die Sache sehr ernst und sind von Anfang an offen damit umgegangen. Jetzt können wir nur abwarten, wie das Gericht entscheidet“, sagt der Abteilungsleiter.
Kiliani geht schon heute los
Wer wie gewohnt erst morgen zum traditionellen Kiliani-Bieranstich gehen will, wird einen Tag zu spät dran sein: Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird Unterfrankens größtes Volksfest bereits am heutigen Freitag um 18 Uhr eröffnet.
Es war im Jahr 1841, als Kaiser Konrad II den Würzburgern das Volksfest als Ergänzung zur Kiliani-Messe gestattete. 166 Jahre später findet der Anstich des ersten Fasses Festbier zum ersten Mal am frühen Freitagabend statt.
Oberbürgermeisterin Pia Beckmann wird dieses Mal aber nicht wie sonst in der Kutsche zum Bieranstich im Festzelt auf der Talavera fahren: Der große Kiliani-Trachtenumzug mit rund 2.000 Mitwirkenden in 48 Gruppen startet nämlich wie immer am Samstag um 12.30 Uhr an der Residenz. Länger geworden ist Kiliani durch den Frühstart nicht: Nach 17 Tagen endet das Volksfest am Sonntag, 22. Juli.
Bis dahin bieten 77 Schausteller mit ihren Geschäften abwechslungsreiche Unterhaltung auf der Talavera. Mit den Wetteraussichten fürs erste Wochenende ist Schausteller-Sprecher Heiner Distel zufrieden: Nicht zu warm, nicht zu kalt, „nur etwas trockener könnte es sein“, sagte Distel, als beim Presserundgang auf der Talavera ein kräftiger Schauer niederging. Wenn das Wetter mitspielt, erwartet der städtische Volksfest-Beauftragte Horst Waibel in den zwei Wochen 700.000 Besucher.
(More)
WVV gegen Deutsche Bank: Vorerst kein Vergleich
Rund 2,6 Millionen Euro Rückzahlung und Schadensersatz fordern die Würzburger Verkehrs- und Versorgungsbetriebe (WVV) nach riskanten Zins-Spekulationsgeschäften von der Deutschen Bank (wir berichteten). Nach dem ersten Verhandlungstag im Zivilprozess vor dem Landgericht Würzburg sieht es allerdings so aus, als hätte das Kommunalunternehmen nicht einmal die Chance, die Hälfte des geforderten Betrages zugesprochen zu bekommen. Eine gütliche Einigung zum jetzigen Zeitpunkt haben die Vertreter der Deutschen Bank abgelehnt.
Insgesamt 4,1 Millionen Euro Verluste hatte das Kommunalunternehmen und damit indirekt auch der ohnehin klamme Haushalt der Stadt Würzburg durch so genannte „Zins-Swap-Geschäfte“ mit der Deutschen Bank zu beklagen. Bei den mit einem hohen Risiko behafteten Verträgen spekuliert man auf die künftige Zinsentwicklung, um auf diese Weise die Zinslast von Krediten zu senken. 2,6 Millionen Euro Verlust aus zwei Swap-Verträgen will die WVV jetzt vor dem Würzburger Landgericht einklagen, steht aber auch einer gütlichen Einigung offen gegenüber. Das liegt wohl vor allem daran, dass das Gericht den Vertretern des städtischen Unternehmens am ersten Verhandlungstag, dem so genannten „Gütetermin“ am Dienstag, kaum Hoffnungen darauf machte, dass die Deutsche Bank zur Zahlung der geforderten Summe verurteilt werden wird.
Bei einer vorläufigen Bewertung der Rechtslage sind die drei Richter zu dem Ergebnis gekommen, dass die für den Abschluss der Verträge Verantwortlichen bei der WVV ein nicht unerhebliches Mitverschulden an den Verlusten trifft. Konkrete Zahlen nannte das Gericht zwar nicht, aber aus dem Vergleichsvorschlag ging eindeutig hervor, dass sich die Waage der Justizia zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher zu Gunsten der Deutschen Bank neigen würde. Deshalb sahen die Vertreter des Kreditinstituts am Dienstag auch keinen Grund, sich schon jetzt auf Vergleichsverhandlungen einzulassen: „Heute ist dafür nicht der geeignete Zeitpunkt“, sagte Rechtsanwalt Dr. Christian Duve (Frankfurt).
(More)
1.000 Euro Geldstrafe für Auschwitz-Lüge
Eine abgeschwächte Version der so genannten „Auschwitz-Lüge“ hat einen 49-jährigen Diplom-Physiker aus Würzburg 1.000 Euro Geldstrafe gekostet. Weil der Mann auf seiner Homepage die Verbrechen an den Juden während des Dritten Reiches verharmlost hat, wurde er vom Amtsgericht Würzburg wegen Volksverhetzung verurteilt.
„Es gab keine organisierte Vernichtung der Juden, es bestand Bedarf an Arbeitskräften.“ Mit solchen und ähnlichen Sätzen in einem „Kommentar“ zur 60-Jahr-Feier der Befreiung von Auschwitz im Januar 2005 geriet der Physiker ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Seit 2002 ist der Mann arbeitslos, hat daher wohl viel Zeit und schlägt sich nach eigenen Worten als „selbstständiger Schriftsteller“ durch. Hartz IV bekommt er noch nicht, derzeit lebt er von seinen Ersparnissen.
„Ich wollte nicht den Holocaust in Abrede stellen“, sagte der 49-Jährige vor Gericht. In den täglichen Kommentaren auf seiner Homepage mache er lediglich „konstruktive Vorschläge zur Politik". Mit der rechten Szene habe er nichts am Hut: „Ich bin CSU-Mitglied. Trotzdem nahm gegen Ende der Verhandlung der unterfränkische NPD-Vorsitzende Uwe Meenen als interessierter Zuhörer an der Verhandlung teil und unterhielt sich nach dem Urteilsspruch angeregt mit dem Angeklagten und seinem Verteidiger Dr. Hannes Kaschkat.
(More)