Hilfs-Strafkammer verhandelt Anstiftung zum Mord
Nach der Großen Jugendkammer im vergangenen Jahr muss sich ab kommendem Dienstag eine weitere Strafkammer des Würzburger Landgerichts mit einem mittlerweile über 12 Jahre alten Mord befassen. Ende 1994 hatten drei Russland-Deutsche einen 28-jährigen Moldawier in Würzburg mit einem Schießkugelschreiber erschossen, seine Leiche mit einer Metallplatte beschwert und im Main versenkt (wir berichteten). Jetzt muss sich die mittlerweile 34 Jahre alte Witwe des Getöteten wegen Anstiftung zu dem Mord verantworten. Ihr droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Anfang März 2006 hat sich die 34-Jährige auf nicht alltägliche Weise selbst in die Hände der Ermittlungsbehörden begeben. Im Prozess gegen die heute 29, 30 und 31 Jahre alten Haupttäter war sie als Zeugin geladen. Obwohl sie schon damals der Anstiftung zum Mord verdächtigt wurde, reiste sie nach Zusicherung von so genanntem „freien Geleit“ aus ihrem Heimatland Moldawien an. Vor Gericht verzichtete sie auf ihr Recht, die Aussage zu verweigern. Weil Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager davon ausging, dass die 34-Jährige im Zeugenstand falsche Angaben gemacht hatte, ließ er sie sofort nach ihrer Aussage verhaften, seither sitzt die 34-Jährige in Würzburg wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage in Untersuchungshaft. Der Vorsitzende Richter hatte die Frau zuvor mehrmals darauf hingewiesen, dass sie trotz freien Geleits verhaftet werden kann, wenn sie in Deutschland neue Straftaten begeht.
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Ex-V-Mann fiel auf "Kollegen" herein
Mehr als 10.000 gefälschte US-Dollar wollten zwei Brüder aus Würzburg vermeintlichen „Kunden“ verkaufen, die sich dann als Vertrauensleute der Kriminalpolizei entpuppten. Jetzt wurde ein 33-Jähriger unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung zu vier Jahren, sein 23 Jahre alter Bruder zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Ironie des Schicksals: Der ältere der beiden Brüder war früher, wie sich im Verfahren vor dem Landgericht herausstellte, selbst im kriminellen Milieu als Vertrauensmann für die Kripo tätig. Dass er auf ein von Anfang an von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) eingefädeltes Falschgeldgeschäft hereingefallen ist, kann der 33-Jährige bis heute nicht so recht glauben. Der Würzburger türkischer Herkunft wurde vor einiger Zeit nach einer ganzen Reihe von Straftaten aus Deutschland ausgewiesen.
Zuletzt wurde er im März 2004 vom Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Türke hatte damals mit einem Taschenmesser mehrfach auf seine Ehefrau eingestochen (wir berichteten). Von Bulgarien aus versorgte er ab Ende 2005 seine Familie in Würzburg mit gefälschten 200-Euro-Noten. Seine Mutter wurde kürzlich zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil sie mit zwei falschen Zweihundertern bezahlen wollte.
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Scheidung auf italienisch
Weil er seine Noch-Ehefrau nach der Trennung misshandelt hat und sie zum Sex zwingen wollte, wurde ein 42-jähriger Italiener vom Amtsgericht zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Seine temperamentvolle Ex-Frau war nicht zufrieden mit dem Urteil und schimpfte lauthals auf den deutschen Staat und die Justiz.
Die Frau war offenbar frustriert darüber, dass sie keine Gelegenheit bekam, ihre Version der Trennungsgeschichte im Zeugenstand zu erzählen. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab und ersparte ihr und vor allem seinem zwölf Jahre alten Sohn eine Aussage vor Gericht. Das Kind war offenbar häufig mitten drin, wenn es zwischen dem Koch und seiner getrennt lebenden Ehefrau zur Sache ging. Einmal musste er den Vater sogar wegstoßen, als der seine Frau so heftig auf die Couch drückte, dass sie keine Luft mehr bekam.
Nach 14 Jahren Ehe waren die Spannungen vor allem deshalb so groß, weil das Paar die Trennung aus finanziellen Gründen zunächst in der gemeinsamen Drei-Zimmer-Wohnung im Mainviertel vollzog. Die Frau schlief im Kinderzimmer, trotzdem lief man sich ständig über den Weg und hatte deshalb ausreichend Gelegenheit für Streitereien.
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Des Würzburg-Rätsels siebenundzwanzigster Teil
Wir nähern uns mit langsamen, aber großen Schritten dem aktuellen Gesamt-Lösungswort des Würzburg-Rätsels. Zwei Buchstaben fehlen noch. Al Gore kennt sie schon, aber wie beim letzten Mal gehören zu einer Komplett-Lösung auch die Antworten auf alle Einzel-Fragen.
Heute eine Frage aus dem Spezial-Gebiet des Würzbloggers (nein, es geht nicht darum, wo es die beste Weinschorle in Würzburg gibt).
Für welches Würzburger Museum wird hier geworben? Die Antwort besteht aus drei Worten, gesucht wird der mittlere Buchstabe des dritten Wortes. Er steht im Gesamt-Lösungswort an zweiter Stelle.
Der WFV bleibt in der Bayernliga

Das war eine perfekte Woche für den Würzburger FV: Erst in Burghausen 2:0 gewonnen, dann mit einem 2:1 beim Landesligisten SpVgg Selbitz ins bayerische Pokal-Halbinfale eingezogen, und schließlich gestern mit einem 1:0-Heimsieg gegen die SpVgg Bayern Hof den Bayernliga-Klassenerhalt perfekt gemacht.
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VWS-Verbandstag vor halbleerem Haus
Das liebe Geld stand einmal mehr im Mittelpunkt des Verbandstages der Würzburger Sportvereine (VWS) am Montag im Fechenbach-Haus. Zu jammern gibt es derzeit für die über hundert Würzburger Sportvereine nichts: Die städtischen Sportfördermittel wurden im vergangenen Jahr um fünf Prozent erhöht. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betonte VWS-Präsident Karlheinz Frick.
Frick erstattete seinen Rechenschaftsbericht vor halb leerem Saal, der Verbandstag war schwach besucht. Dafür war deutlich zu merken, dass bald eine Kommunalwahl stattfindet: Mindestens genau so viele Stadträte wie Vereinsvertreter waren anwesend. Für die Steigerung der städtischen Zuschüsse ist der VWS dankbar, dafür liegt man derzeit regelmäßig im Clinch mit dem Rechnungsprüfungsamt der Stadt.
Die Verwaltung sei „aus dem Bauch heraus“ angewiesen worden, von den Vereinen für die Nutzung städtischer Hallen 25 Prozent mehr Miete zu kassieren: „Dafür haben wir kein Verständnis“, schimpfte Frick. Erst durch ein Machtwort von Oberbürgermeisterin Pia Beckmann sie die Erhöhung abgewendet worden.
Probleme mache das Rechnungsprüfungsamt auch bei Vereinen, die kommerzielle Dienstleistungen anbieten, um ihren Vereinshaushalt aufzubessern. Sportamtsleiter Jens Röder kündigte an, den Begriff „kommerziellen Sport“ in den Förderrichtlinien neu zu definieren, um den Vereinen zusätzliche Einnahmequellen zu ermöglichen.
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Noch ein Sieg bis zum DFB-Pokal
Na endlich: Fast neun Monate nach dem letzten Bayernliga-Auswärtssieg hat der Würzburger FV wieder einmal drei Punkte aus der Fremde mitgebracht. Der 2:0-Erfolg bei der zweiten Mannschaft von Wacker Burghausen nach 13 Auswärts-Partien ohne Sieg bedeutet gleichzeitig einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Drei Spieltage vor Schluss haben die Blau-Weißen wieder vier Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone.
Auf dem Relegationsrang 15 liegt derzeit der VfL Frohnlach, der noch dazu am letzten Spieltag spielfrei hat. Mit einem Sieg im Heimspiel am Samstag (15 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage) gegen den Tabellennachbarn SpVgg Bayern Hof wäre der WFV wohl endgültig alle Abstiegssorgen los.
Auch im Toto-Pokal fehlt den Blau-Weißen noch ein Sieg, um wieder einmal in die finanziell lukrative erste Hauptrunde des DFB-Pokals einzuziehen, wo ein Heimspiel gegen einen Proficlub garantiert ist.
Am gestrigen Donnerstag war der WFV dank Doppel-Torschütze Markus Lützler und der Fangkünste von Torhüter Ralf Scherbaum im Viertelfinale auif bayerischer Ebene beim Nord-Landesligisten SpVgg Selbitz erfolgreich.
Am kommenden Mittwoch spielt die Hochrein-Truppe beim Mitte-Landesligisten TSV Nördlingen um den Einzug ins Bayern-Endspiel. Die Sieger des Halbfinales sind automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert.
So ist Würzburg keine "Sportstadt"
Der Marathon am Sonntag hat es wieder gezeigt: In Sachen Sport bleibt Würzburg ein verschlafenes Nest. Die Bezeichnung „Sportstadt“, die bei offiziellen Anlässen so gerne in den Mund genommen wird, hat diese Stadt nicht verdient.
Das liegt nicht an den Sportlern und auch nicht an den unzähligen Funktionären und Übungsleitern der Vereine, die für ihren ehrenamtlichen Einsatz tagtäglich großes Lob verdient hätten. Schließlich gibt es neben einer vernünftigen Ernährung nichts Wichtigeres als regelmäßige Bewegung, um gesund zu bleiben.
Nein, es liegt vor allem anderen an der Einstellung vieler Menschen in dieser Stadt. Solange die Körperertüchtigung in den Hallen und auf den Sportplätzen stattfindet, ist alles in bester Ordnung. Aber sobald einmal im Jahr für wenige Stunden ein paar Straßen gesperrt werden und betroffene Anwohner Einschränkungen hinnehmen müssen, dann ist Schluss mit lustig.
Bestes Beispiel dafür ist der Brief einer Innenstadtbewohnerin an den Stadtrat: Darin hat sich die Frau darüber beschwert, dass sie durch den Marathon zur „Gefangenen“ wird und „stundenlangen Lärm“ ertragen muss. Den Faschingszug, bei dem es bekanntlich genauso ist, hat sie nicht erwähnt. Und beim Deutschen Musikfest wird es ab morgen vier Tage lang nicht gerade ruhig zugehen.
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Littmann: "Nie wieder Marathon am Muttertag!"
Das Wetter war schön, die Stimmung gut, die Temperaturen allerdings für viele Läufer zu hoch: Knapp 4.600 Teilnehmer waren am Sonntag beim 7. Würzburger iWelt-Marathon dabei.
Mit über 600 Nachmeldungen bereits am Samstag waren die Organisatoren ihre größte Sorge los: Der Teilnehmerschwund im Vergleich zum Vorjahr hielt sich in Grenzen. Die begehrte Marke von 5.000 Anmeldungen konnte freilich nicht mehr geknackt werden.
Als sich dann im Verlauf des Rennens herausstellte, dass die Zahl der Marathon-Finisher deutlich unter 1.000 fallen würde (im letzten Jahr waren es mehr als 1.200), stand Rennleiter Michael Littmann die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Nie mehr am Muttertag“, schwor Littmann am Tag danach.
Auch die Wärme trug ihren Teil dazu bei, dass nicht alle der insgesamt 4.577 gemeldeten Teilnehmer das Ziel errreichten. 164 Einsätze meldeten die Rettungsdienste: „Wir wurden teilweise überrannt“, berichtete Johanniter-Einsatzleiter Uwe Kinstle. Dank der guten Versorgung mit Getränken auf der Strecke gab es keine wirklich ernsten Fälle, nur acht Teilnehmer mussten ins Krankenhaus.
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Wegen Laserpointer fast erschossen
Nur knapp einer Schussverletzung entgangen ist ein 20-Jähriger am 17. Juni 2006 auf der Würzburger Juliuspromenade: Mit einem Laserpointer, der wie ein Revolver aussah, bedrohte er dort zwei junge Männer. Weil sie nicht erkennen konnten, dass die vermeintliche Waffe aus Plastik war, richteten zwei Polizisten ihre Dienstwaffen auf ihn: „Ich war kurz davor, ihn zu erschießen“, sagte jetzt einer der Beamten vor Gericht.
Wegen Bedrohung und Beleidigung musste sich der 20-Jährige vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Er kann froh sein, dass er den Prozess überhaupt erlebt hat. Es war am späten Samstagabend, als er vor einer Kneipe mit seinem Laserpointer herumfuchtelte. In der Dunkelheit war nicht zu erkennen, ob es sich um eine echte Waffe handelte oder nicht. „Haltet die Fresse oder ich knalle euch alle ab“, schrie der Heranwachsende. Dabei hielt er nacheinander zwei jungen Männern sein Spielzeug aus kurzem Abstand an den Kopf.
Das schockte zwei Polizisten in Zivil, die gerade eine Personenkontrolle in der Juliuspromenade durchführten. Sie nahmen das Geschehen ernst: „Es war wie in einem schlechten amerikanischen Film. Ich hatte Todesangst, seine Drohgebärden waren absolut realistisch“, so ein 25-jähriger Beamter im Zeugenstand. Er und sein Kollege zogen sofort ihre Dienstwaffen und richteten sie auf den 20-Jährigen.
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Stadtjugendring fordert Rücknahme der Kürzungen
Mit selbstbewussten Forderungen geht der Stadtjugendring (SJR) in die Verhandlungen über einen neuen Grundlagenvertrag mit der Stadt Würzburg. „Wir hoffen, dass wir wieder einen Vertrag bekommen, der unsere Arbeit langfristig sichert“, sagte Vorsitzender Jochen Wahlen am Samstag bei der Frühjahrs-Vollversammlung des SJR.
Der Stadtjugendring, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, ist der Dachverband für fast 40 Jugendorganisationen in der Stadt. Die Arbeit des SJR und vor allem die Höhe der städtischen Zuschüsse ist im Grundlagenvertrag geregelt, der am Ende dieses Jahres ausläuft. Zentrale Forderung des SJR für den neuen Vertrag: „Wir wollen eine bedarfsgerechte Förderung. Die Zuschusskürzungen der letzen Jahre sollen zurückgenommen werden“, so Wahlen.
Als Folge ihrer großen Haushaltsprobleme hatte die Stadt ihre jährliche Unterstützung für den SJR um 30.000 Euro zurückgefahren. Bei einem Gesamt-Etat des Jugendrings von rund 322.000 Euro im Jahr 2006 entspricht das fast zehn Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel. Der Großteil der Gelder wird vom SJR als Zuschüsse an die Mitgliedsverbände verteilt.
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Huber gibt sich optimistisch
Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber blickt optimistisch in die Zukunft: Nach einem bayerischen Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent im vergangenen Jahr geht er auch für 2007 von 2,6 Prozent Wachstum im Freistaat aus. „Der Ausblick ist sehr gut, und wir können wohl auch für 2008 mit einer guten Entwicklung rechnen“, sagte Huber am Freitag am Rande der Vollsitzung des Bayerischen Industrie- und Handelskammer-Tages in Würzburg.
Die Binnenkonjunktur sie angesprungen, und das komme auch den Menschen in Bayern zu Gute, betonte Huber. Im Mai werde es im Freistaat 130.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mehr geben als im Vorjahresmonat: „Das ist die stärkste Zahl im Vergleich der Bundesländer“ so der Minister. Nach den bisherigen Tarifabschlüssen erwartet Huber auch eine „bedeutenden Einkommensverbesserung“ der Arbeitnehmer.
Sehr zufrieden zeigte er sich auch mit der Ausbildungsplatzsituation in Bayern. Der Ausbildungspakt sei im Jahr 2006 sogar übererfüllt worden: „Die Wirtschaft hat soziale Verantwortung gezeigt und oft über den Bedarf hinaus ausgebildet.“ Großen Anteil am Erfolg haben laut Huber auch die Industrie- und Handelskammern, die neue Unternehmen für die Ausbildung gewonnen haben. Auch für das laufende Jahr erwartet der Wirtschaftsminister, „dass alle Ausbildungswilligen einen Platz bekommen“.
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Keine vernünftigen Zweifel: Zwölfeinhalb Jahre Haft
Das Gericht kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Weil er einer 51-jährigen Anhalterin die Kehle durchgeschnitten hat, muss der 56-jährige Hartmut M. für zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Schwurgericht in Würzburg verurteilte den Kaufmann aus Oberfranken am Freitag nach über viermonatigem Prozess wegen Totschlags.
Die Verurteilung stützt sich auf eine ganze Reihe von belastenden Indizien: “Es bestehen keine vernünftigen Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten“, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Gündert.
Für die fünf Richter steht fest, dass M. am 28. September 2001 eine 51-jährige Geschäftsfrau aus Baden-Württemberg mit zwei Schnitten in die Kehle getötet hat. Das Opfer hatte er am gleichen Tag an der österreichisch-ungarischen Grenze als Anhalterin mitgenommen. Die Leiche der Frau wurde eine Woche später in einem Gebüsch nahe der Autobahn bei Thurnau (Kreis Kulmbach) aufgefunden. Hartmut M. streitet die Tat ab und behauptet, er habe die 51-Jährige an einer Raststätte bei Regensburg unversehrt abgesetzt.
Für eine Blutspur des Opfers, die an der Innenseite der Fahrertür seines Autos gefunden wurde, hat er keine Erklärung. Außerdem steht fest, dass die Anhalterin vor ihrem Tod mit Klebeband derselben Marke und Farbe an den Handgelenken gefesselt war, die M. am Tattag an einer Raststätte in Österreich gekauft hat. Versuche des 56-Jährigen, sich ein Alibi für den Tatzeitpunkt aufzubauen, überzeugten die Strafkammer nicht.
Angeklagt war der ehemalige Manager einer bekannten Porzellan-Manufaktur wegen Mordes. Für die Verwirklichung von Mordmerkmalen gebe es aber auch nach mehr als 20 Verhandlungstagen nicht genügend Anhaltspunkte, so Gündert. Das Gericht folgte dem psychiatrischen Gutachten und geht davon aus, dass der 56-Jährige sich zum Zeitpunkt der Tat aus beruflichen und privaten Gründen in einer stark angespannten psychischen Situation befand. „Dadurch kann es zu einer aggressiven Entladung gekommen sein“, sagte Gündert.
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Rosenthal will Würzburg wieder zum Oberzentrum machen
Nach 18 Jahren will die Würzburger SPD bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 das Rathaus zurückerobern. Hoffnungsträger der Sozialdemokraten ist seit Donnerstag Georg Rosenthal: Der Leiter der Akademie Frankenwarte wurde von den SPD-Delegierten ohne Gegenstimme zum Oberbürgermeisterkandidaten gewählt.
Der 60-jährige Diplom-Kaufmann ist damit nach Matthias Pilz (Grüne) der zweite offiziell nominierte Kandidat für das Rennen um die Rathausspitze. 50 von 52 anwesenden Delegierten gaben Rosenthal ihre Stimme, zwei enthielten sich.
Rosenthals Vorbild kommt aus Bamberg: Dort wurde vor einem Jahr SPD-Kandidat Andreas Starke im vierten Anlauf zum Oberbürgermeister gewählt. Starke verriet den Würzburger Genossen sein Rezept. Die Partei muss in jeder Lage geschlossen hinter dem Kandidaten stehen, man muss rechtzeitig Bündnisse mit anderen Gruppierungen schmieden, und man benötigt ein eigenes programmatisches Profil. „Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen“, betonte der Bamberger OB.
Georg Rosenthal geht optimistisch an seine neue Aufgabe heran: Wie man an Bamberg sehen könne, sei „eine alte, liebenswürdige, traditionsreiche Bischofsstadt und ein SPD-Oberbürgermeister kein Gegensatz“. Er will „dialogfähig und offen“ um den OB-Sessel streiten.
In einer einstündigen Grundsatzrede streifte Rosenthal auf seine sachliche Art alle aktuellen kommunalpolitischen Themen. Sein erklärtes Ziel: „Eine Stadt, die sich wieder als Oberzentrum zurückmeldet.“
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Wegen Gummibärchen erkennungsdienstlich behandelt
Da haben die Beamten der Polizei-Inspektion Würzburg-Land wohl ganz genau bei den Ausführungen von Überwachungsfanatiker Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zugehört: Wie die Würzburger Main-Post heute berichtet, haben Polizisten im beschaulichen Örtchen Veitshöchheim im Kreis Würzburg zwei Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt, nach dem Kauf von Gummibärchen und Cola fotografiert und ihre Personalien festgestellt.
Die beiden Jungs kamen am vergangenen Samstag gegen 20.30 Uhr mit ihren verdächtigen Einkäufen aus einer Tankstelle. Die Beamten ließen sich laut Main-Post die Ausweise zeigen, notierten die Handynummern und fertigten dann Fotos der beiden an. Beide hatten vorher noch nie etwas mit Polizei und Justiz zu tun.
Das Vorgehen hat der Leiter der Polizeinspektion damit begründet, dass sich in der Nähe der Tankstelle Jugendliche häufig Alkohol konsumieren und randalieren: Das Fotografieren sei rechtens gewesen, "weil sie sich in einem Umfeld aufgehalten haben, in dem es schon Straftaten gegeben hat", wird Hauptkommissar Wolfgang Karl in dem Artikel zitiert. Er behauptet auch, Artikel 14 des Polizeiaufgabengesetzes gestatte die erkennungsdienstliche Behandlung, "wenn erfahrungsgemäß Jugendliche aus der Gruppe heraus Taten begehen, die mit Strafe bedroht sind".
Wo im konkreten Fall die "Gruppe" war und welche rechtswidrigen Taten beim Einkauf von Cola und Süßigkeiten in einer Tankstelle gedroht haben sollen, geht aus seinen Ausführungen leider nicht hervor. Der Würzburger Strafverteidiger Martin Reitmaier dazu: "Es gab keinerlei konkreten Tatverdacht, der die erkennungsdienstliche Behandlung gerechtfertigt hätte." Den mit Recht erbosten Eltern hat die Polizei versichert, dass die Fotos der beiden Jugendliche mittlerweile gelöscht wurden.
Insgesamt soll die Polizei in Veitshöchheim etwa 30 Jugendliche fotografiert haben: "Die Bilder stehen anderen Dienststellen nicht zur Verfügung", sagt Hauptkommissar Karl. Der Grund laut Main-Post-Artikel: "In der Gemeinde Veitshöchheim ist seit vielen Monaten eine Fülle von Straftaten [...] durch Jugendliche zu verzeichnen." Fotografiert würden die Jugendlichen, "um sie aus der Anonymität zu reißen" und die Aufklärung künftiger Straftaten zu erleichtern.
Soll wohl heißen: Wenn mal ein Foto bei der Polizei vorliegt, traut sich der Abgelichtete nicht mehr, Straftaten zu begehen. Ob die Betroffenen tatsächlich zu den Jugendlichen gehören, die Straftaten begehen/begangen haben/möglicherweise begehen werden, scheint der Polizei dabei völlig gleichgültig zu sein.
Befangenheitsanträge im Betrugsverfahren
Vor genau einem Jahr, am 9. Mai 2006, wurde Burim O. (43) auf der Straße festgenommen. Im Prozess vor dem Würzburger Landgericht, wo sich der Immobilien-Investor seit einem Monat wegen Beihilfe zum Betrug verantworten muss, ist die Verteidigung am Jahrestag der Verhaftung endgültig auf Konfrontationskurs gegangen. Rechtsanwalt Gerhard Strate (Hamburg) stellte einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Burkhard Pöpperl, mit der bisherigen Ruhe und Sachlichkeit im Sitzungssaal dürfte es damit vorbei sein. Burim O. sitzt in Würzburg auf der Anklagebank, weil er einem klammen Schweinfurter Bauunternehmer mit dem Schein-Ankauf von Seniorenwohnungen in Potsdam einen Kredit in Höhe von 10,7 Millionen Euro verschafft haben soll.
Hintergrund des Befangenheitsantrags war die für Mittwoch geplante Vernehmung des Hauptbelastungszeugen in dem Betrugsverfahren, die Pöpperl unbedingt durchführen wollte. Strate wollte aber vor dem Auftritt des Zeugen geklärt haben, warum der Mann, der mit einer Strafanzeige die Ermittlungen gegen O. und seinen Geschäftspartner ins Rollen gebracht hat, während des Ermittlungsverfahrens von der Staatsanwaltschaft Einsicht in die Ermittlungsakten bekommen hat. Strate geht offenbar davon aus, dass der Zeuge von Kripo-Ermittlern mit belastenden Dokumenten versorgt wurde: „Der Sonderstatus dieses Zeugen muss vor seiner Vernehmung aufgeklärt werden.“
WFV holt den Unterfranken-Pokal
In der Bayernliga sind sie dem Abstieg nahe, im Pokal nur noch zwei Siege vom Einzug in die ersten Hauptrunde des DFB-Pokals entfernt: Der Würzburger FV wurde gestern abend mit einem 2:1-Sieg beim Landesligisten Alemannia Haibach unterfränkischer Pokalsieger.
Doppel-Torschütze für die Blau-Weißen war der noch am vergangenen Freitag im Bayernliga-Heimspiel gegen Jahn Regensburg (1:3) von einigen WFV-Fans stark kritisierte ("Der trägt doch nur sein Trikot spazieren!") Mittelfeld-Regisseur Peter Deißenberger.
Hier Reinhard Peters Spielbericht von der WFV-Homepage:
"Es wurde die erwartet schwere Aufgabe am Hohen Kreuz in Haibach - doch am Ende setzte sich der v.a.konditonell stärkere Bayernligist durch.Die erste Halbzeit verlief recht ausgeglichen, nach einer knappen halben Stunde hatten Droszcz nach einer Wirsching-Flanke und Deißenberger mit einem 16-Meter-Schuss die Führung auf dem Fuß. Aber auch die Haibacher konnten einige sehenswerte Angriffe vortragen, die aber meist im Abschluss kläglich vergeben wurden oder in Torwart Scherbaum ihr Ende nahmen. Die größte Chance zur Führung vor der Pause hatte der wunderbar freigespielte Christoph Buchholz, aber sein Schuss aus 8 Metern konnte Keeper Diaconu mit dem Fuß klären.
Nach dem Wechsel hatten die Alemannen die dicke Führungschance, den platzierten Kopfball nach einer Ecke konnte Scherbaum gerade noch über die Latte spitzeln. Und Marco Trapp brachte es in der 52. Minute fertig, die Kugel aus 5 Metern in den Himmel zu jagen. 120 Sekunden später dann ein konzentriert vorgetragener Konter der Zellerauer, den Deißenberger mit einem platzierten Distanzschuss erfolgreich abschließen konnte.
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UL-Anhänger wegen Beleidigung verurteilt
Weil er in dem seit Jahren schwelenden Streit mit einem benachbarten Jagdpächter zu unlauteren Mittel gegriffen hat, soll der Geschäftsführer einer von der Glaubensgemeinschaft „Universelles Leben“ (UL) betriebenen Gesellschaft 1.000 Euro Geldstrafe bezahlen. Das Würzburger Amtsgericht verurteilte den 47-jährigen Landwirt wegen Beleidigung und Verstoß gegen das Kunst-Urhebergesetz zu 25 Tagessätzen von 40 Euro.
Die Auseinandersetzung dauert schon Jahre: Die UL-Anhänger sind Gegner der Jagd, aber in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Ländereien in Greußenheim (Kreis Würzburg) werden regelmäßig Jagden auf Wildschweine und anderes Getier veranstaltet. Besonders ein Jäger aus dem benachbarten Hettstadt hat sich den Unmut der UL-Anhänger zugezogen. Der 69-Jährige tritt regelmäßig in Presse und Fernsehen auf und hält dabei mit seiner Meinung über die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft nicht hinter dem Berg.
Nach einer Sendung im Bayerischen Fernsehen im vergangenen Sommer schlug einer der Geschäftsführer von „Gut Terranova“ zurück: In einem Flugblatt mit einer Auflage von mehr als 1.000 Stück, das in Greußenheim und Hettstadt verteilt wurde, setzte er sich in überdeutlichen Worten gegen die TV-Sendung zur Wehr. Dass er den unliebsamen Jäger dabei als „Schießer“ und „katholischen Inquisitionshelfer“ bezeichnete und ein Foto des 69-Jährigen daneben druckte, brachte den Landwirt jetzt vor Gericht.
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Thommy Lurz zum zweiten Mal "Sportler des Jahres"
Auch in diesem Jahr war die städtische Sportlerehrung im Ratssaal fest in der Hand der Würzburger Top-Schwimmer. Es war keine echte Überraschung: Zum zweiten Mal nach 2005 wurde der fünfmalige Weltmeister Thomas Lurz zum „Sportler des Jahres“ gekürt.
Dreimal in Serie kommt der erst vor fünf Jahren neu eingeführte „Sportler des Jahres“ damit aus der erfolgreichen Schwimmabteilung des SV 05 Würzburg. 2006 war es Annika Lurz, damals noch unter ihrem Mädchennamen Liebs, die die Trophäe mit nach Hausen nehmen durfte.
"Zwei Spitzensportler, die nie ihre Heimat vergessen“, sagte Oberbürgermeisterin Pia Beckmann über die beiden Ausnahmeschwimmer: „Wir sind richtig stolz, dass wir sie bei uns haben.“ Die Ehrung für Thomas Lurz ist mehr als verdient, schließlich hat der 27-Jährige im gesamten Jahr 2006 kein einziges Rennen verloren und jeweils zwei Titel bei den Welt- und den Europameisterschaften errungen.
Dafür erhielt der Langstreckler ebenso wie Schwägerin Annika für ihr EM-Silber die Ehrenplakette in Gold, die in diesem Jahr an sieben Sportler vergeben wurde. Aber auch bei der Verleihung von neun silbernen und 29 Bronze-Plaketten wurde einmal mehr die Vielfalt des Würzburger Spitzensports deutlich. Nicht so schön war es, dass ein gutes Viertel der Geehrten aus verschiedenen Gründen nicht persönlich anwesend war.
Ein Ausdauer-Sportler, der sich auch von einer Diabetes-Erkrankung nicht von Höchstleistungen abhalten lässt, erhielt als „Vorbildlicher Sportler 2006“ die Bronzestatue „Athena“. Helmut Hausmann von der Laufgemeinschaft Würzburg ist nicht nur Initiator und Mitbegünder des Deutschen Diabetiker-Sportverbandes. Der 59-jährige Vizepräsident des Deutschen Ultralauf-Verbandes hat auch erfolgreich am sechstägigen Wüstenlauf „Des Sables“ und am Ultra-Marathon im amerikanischen „Death Valley“ teilgenommen.
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Burim O. streitet Scheingeschäft ab
Im Betrugsprozess gegen den Hamburger Kiez-Investor Burim O. (43) und einen Bauunternehmer aus Schweinfurt vor dem Würzburger Landgericht haben beide Angeklagte am Montag die Tatvorwürfe zurückgewiesen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll Burim O. soll dem 65-jährigen Schweinfurter vor drei Jahren dabei geholfen haben, sich einen Kredit in Höhe von 10,7 Millionen Euro für den Bau einer Seniorenresidenz in Potsdam zu erschwindeln.
Das Darlehen wurde erst ausgezahlt, nachdem der Hamburger Geschäftsmann Mitte Juni 2004 – nach Auffassung der Anklagebehörde nur zum Schein – 33 Wohnungen in der geplanten Anlage gekauft hatte. Ihm wird Beihilfe zum Betrug zur Last gelegt. Der 43-Jährige soll dafür rund 350.000 Euro Provision kassiert haben. O. streitet ab, die Wohnungen nur zum Schein gekauft zu haben: „Ich wollte diese Immobilie haben. Ich bin heute noch von dem Projekt überzeugt.“ Auf die Aufhebung des Kaufvertrages habe er Ende Januar 2005 nur bestanden, weil keine Chance mehr bestand, das Altenheim fristgerecht für den von ihm geplanten Weiterverkauf fertig zu stellen.
Auch der Schweinfurter Bauunternehmer Horst B. hat jeglichen Betrugsvorsatz abgestritten. „Ich hatte zu keiner Zeit die Absicht, die Bank zu schädigen“, sagte der 65-Jährige. Beide angeklagte sitzen seit fast genau einem Jahr in Untersuchungshaft. Gegen Burim O., der 2006 bereits wegen Steuerhinterziehung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Hamburg eine weitere Anklage wegen Untreue und Konkursverschleppung erhoben. Und im Zusammenhang mit der Vergabe von Millionenkrediten der Volksbank Lauenburg ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck gegen den 43-Jährigen, einen seiner drei Brüder und ein gutes Dutzend weiterer Verdächtiger.
Der Würzburger Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.