Dachsanierung: Noch 2 Millionen Euro für das Strafjustizzentrum
Ende 2004 sind Staatsanwalt und die Strafabteilungen von Amts- und Landgericht Würzburg in ihr neues Strafjustizzentrum eingezogen, der Neubau hat 25 Millionen Euro gekostet. Jetzt kommen noch einmal gut 2 Millionen Euro dazu: Soviel kostet die Sanierung des undichten Glasdaches nach nicht einmal sechs Jahren Nutzungsdauer des Gebäudes.
„Relativ schlicht und ohne Schnickschnack“ sei das Gebäude in der Ottostraße in Würzburg im Inneren konzipiert, sagte die Architektin bei einem Rundgang durch das Strafjustizzentrum im Oktober 2004. Für das Dach hatte sich ihr Büro eine Konstruktion aus Stahlträgern und großen Glasscheiben ausgedacht. Da es sich um modernes Sonnenschutzglas handelte, sollten auch im Sommer „70 Prozent der Wärme-Energie“ draußen bleiben, versprach die Planerin.
Dass dieses Versprechen nicht annähernd eingehalten wurde, das weiß jeder, der einmal an einem heißen Sommertag in einem der Büros im 2. Stockwerk wie in einer Sauna saß. Doch nicht nur die Wärme dringt nahezu ungehindert ein: Von Beginn an ist das Dach undicht, selbst bei leichten Regenfällen tropft Wasser ins Gebäude. Zahlreiche Eimer direkt unter dem Dach, aber auch an vielen Stellen des Foyers sind an Regentagen ein alltägliches Bild im Strafjustizzentrum. Die Feuchtigkeit führte bereits zu Schäden an hölzernen Treppenstufen, Handläufen und Böden. Ständige teure Reparaturen waren die Folge.
(More)
Stellplatz-Zählung: Über 21.000 in der erweiterten Würzburger Innenstadt
Nach den Worten von Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) war es harte Arbeit für Schüler und Studenten: Die Stadt Würzburg hat die PKW-Stellplätze in der Innenstadt zählen lassen – und kam zu einem für die Verantwortlichen erstaunlichen Ergebnis: Rund 21.500 Stellplätze gibt es im erweiterten Innenstadtbereich. „Eine enorm hohe Zahl“, sagt Baureferent Christian Baumgart.
Es ist das erste Mal, dass die Stadt eine so genaue Erhebung hat durchführen lassen. Vorher waren nur die Stellplatzzahlen der Parkhäuser (über 3.750) und der Großparkplätze (über 1.600) genau bekannt. Jetzt wurde im so genannten „Bischofshut“ und den zentrumsnahen Statteilen Grombühl, Sanderau, Mainviertel und Äußere Pleich / Alter Hafen jeder einzelne Stellplatz erfasst. 42 Prozent der Stellplätze oder gut 10.000 sind bewirtschaftet, der Rest frei oder für Inhaber eines Anwohner-Parkausweises vorgesehen.
„Die Gesamtzahl kann sich durchaus sehen lassen“, so OB Rosenthal. Der Hintergrund der Aktion: „Jetzt haben wir eine objektive Grundlage. Dadurch werden im Stadtrat künftig sachlichere Diskussionen ohne Kampfgetümmel um einzelne Stellplätze möglich“, hofft Baumgart.
(More)
4. Würzburger Hafensommer: Besucherzahlen stabil
Auch wenn einige Besucher die Veranstaltung wegen des wenig sommerlichen Wetters der vergangenen drei Wochen scherzhaft als „Hafenherbst“ bezeichneten: Die Besucherzahlen beim 4. Würzburger Hafensommer blieben im Vergleich zum Vorjahr stabil. „Der Hafensommer ist immer noch ein kleines Pflänzchen, das von Jahr zu Jahr wächst und gedeiht“, so Würzburgs Kulturreferent Muchtar Al Ghusain bei seiner Bilanz am Sonntag.
Rund 11.000 Menschen kamen 2009 zu den Veranstaltungen auf die Hafentreppe zwischen Kulturspeicher und Heizkraftwerk. Dieses Jahr waren es zwar nur 9.500. Das lag aber daran, dass zum kostenlosen Abschlusskonzert am Sonntag aus Sicherheitsgründen nur knapp 1.500 Zuschauer zugelassen wurden. Im vergangenen Jahr drängten sich am letzten Abend gut 3.000 Menschen um das Hafenbecken.
(More)
Würzburger FV zuhause wieder in der Erfolgsspur - 2:0 gegen SpVgg Bayreuth
Dreimal auswärts knapp verloren, dreimal zuhause knapp gewonnen - so lautet die Bilanz des Würzburger FV seit gestern in der neuen Bayernliga-Saison. Mit neun Punkten nach sechs Spieltagen könnte man zufrieden sein, wäre nicht bei allen drei Auswärtsniederlagen mehr drin gewesen.
Besonders bitter war das 2:3 nach 2:0-Führung zur Pause am vergangenen Dienstag beim FC 05 Schweinfurt. Das haben die Zellerauer gestern vergessen gemacht: Im Heimspiel gegen die SpVgg Bayreuth waren sie die deutlich bessere Mannschaft und siegten am Ende verdient mit 2:0.
Hier der Spielbericht von der Homepage des Würzburger FV:
In einem intensiven Kampfspiel setzte sich der WFV letztlich verdient als Sieger durch.
Es dauerte ca. 10 Minuten, bis sich der Heimverein Vorteile im Spiel erarbeitete. Die Bayreuther standen allerdings kompakt in ihrer Abwehr und ließen wenig bis keine Möglichkeiten des WFV zu.
In der 36. Minute kam der Gästespieler Koßmann in halblinker Position zum Schuss, welchen Torhüter Jan-Peter Grunz jedoch glänzend parierte. Im Gegenzug vergab Tobias Riedner nach schönem Zuspiel von Markus Bauer unentschlossen den Führungstreffer. Kurz darauf verfehlte Pascal Rausch mit einem strammen Schuss knapp das Gästetor.
(More)
Messerstich gegen untreuen Ehemann war kein Mordversuch
Aus Verzweiflung und Wut über die Trennung hat eine 49-jährige Würzburgerin am 31. Oktober 2009 im Affekt mit dem Messer auf ihren Ehemann eingestochen und den 44-Jährigen schwer verletzt. Am Freitag wurde die Altenpflegerin vom Landgericht Würzburg wegen gefährlicher Körperverletzung zu 2 Jahren und 9 Monaten Gefängnis verurteilt.
Warum die Frau ein Küchenmesser in ihrer Handtasche versteckte, bevor sie sich nach dem Konsum von zwei Schoppen Wein von ihrer Schwiegertochter zur Wohnung ihres getrennt lebenden Mannes fahren ließ, das konnte auch in der zweitägigen Beweisaufnahme nicht endgültig geklärt werden. Die Angeklagte sprach von „Selbstschutz“ und davon, ihren Ehemann dazu zwingen zu wollen, ihr zuzuhören.
„Braucht man denn ein Messer, um sich Gehör zu verschaffen?“, fragte der Vorsitzende des Schwurgerichts. Am Tatort stellte sich die Situation dann auch anders dar: Gleich an der Wohnungstür stieß sie den 44-Jährigen zur Seite, um zu seiner Freundin vorzudringen, die sie zur Rede stellen wollte.
(More)
Großmaul gesteht Mordversuch
Weil er bei der Polizei unbedingt den starken Mann markieren und keine Schwäche zeigen wollte, sitzt ein 16-Jähriger aus Kitzingen seit Anfang Februar in Untersuchungshaft und seit Donnerstag auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft legt ihm einen Mordversuch zur Last, der ohne die Aussage des Schülers nie vor Gericht gekommen wäre.
Die beiden Vorführbeamten der Polizei sind angespannt, der Vorsitzende der Jugendkammer dagegen ganz ruhig: Direkt vor Richter Arno Hess steht der 16-Jährige, in der Hand das große Küchenmesser, mit dem er einem Freund, der ihn wegen gemeinsam begangener Einbrüche bei der Polizei angeschwärzt hatte, einen Denkzettel erteilen wollte. Das Messer hat Hess dem Jugendlichen in die Hand gedrückt, damit der die Szene nachspielen kann, die ihn am 3. Februar 2010 hinter Gitter gebracht hat.
„Es hat mich genervt, dass er mich verpetzt hat“, sagt der 16-Jährige. Er demonstriert, wie er mit links das Messer gezogen und es hinter seinem Rücken in die rechte Hand gewechselt hat. Ob er in diesem Augenblick wirklich zustechen wollte, das ist die zentrale Frage des Prozesses.
(More)
Würzburgs Ex-Generalmusikdirektor Jin Wang ab 2. November vor Gericht
Der ehemalige Würzburger Generalmusikdirektor (GMD) Jin Wang muss sich im Herbst wegen sexueller Nötigung vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft Würzburg am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, hat die 1. Strafkammer des Würzburger Landgerichts den Prozess auf den 2., 3. und 4. November 2010 terminiert.
Wang wird zur Last gelegt, sich im Mai 2007 einer damals 21-jährigen Musikstudentin in Würzburg intim genähert und sie zur Duldung sexueller Handlungen genötigt zu haben (wir berichteten ausführlich). Das Landgericht hatte die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen nicht hinreichendem Tatverdacht zunächst nicht zur Anklage zugelassen. Dagegen legte die Anklagebehörde mit Erfolg Beschwerde zum Oberlandesgericht (OLG) Bamberg ein.
Das OLG hob die Entscheidung des Landgerichts auf und eröffente das Verfahren vor der 1. Strafkammer. Die Bamberger Richter halten Wang für hinreichend verdächtig, eine sexuelle Nötigung begangen zu haben. Das von der Geschädigten in ihrer Zeugenaussage geschilderte Verhalten ist nach Ansicht des OLG „als Gewalt zur Erzwingung sexueller Handlungen zu werten“.
18-jähriger Messerstecher zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt
Ein 18-jähriger Gymnasiast muss nach einem grundlosen Messerstich gegen einen ihm völlig unbekannten Mann für vier Jahre in die Jugendstrafanstalt. Die Jugendkammer des Würzburger Landgerichts verurteilte den Heranwachsenden am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Jugendstrafe. Der Angeklagte hatte gestanden, in den frühen Morgenstunden des 7. Februar 2010 auf offener Straße in Würzburg einem 64-jährigen Mann im Vorbeilaufen grundlos sein Springmesser in den Bauch gestoßen zu haben.
Angeklagt war der 18-Jährige wegen versuchten Totschlags. Dieser Vorwurf hat sich aber nicht bestätigt: „Das ist der klassische Fall eines freiwilligen Rücktritts vom Totschlagsversuch“, so der Vorsitzende der Jugendkammer, Arno Hess. Er habe durch die brutale Messerattacke seinen „ganzen Frust“ nach einem Streit mit Freunden an dem 64-Jährigen ausgelassen, sagte der 18-Jährige, den demnächst ein weiteres Strafverfahren wegen räuberischer Erpressung erwartet. Das Opfer wurde durch den Stich am Darm verletzt und überlebte nach einer Notoperation.
Die Jugendkammer folgte mit ihrem Urteil dem Antrag von Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen. Verteidiger Konrad Scheckenbach (Würzburg) hatte drei Jahre Jugendstrafe gefordert und gleichzeitig Kritik am bayerischen Jugendstrafvollzug geäußert: Der Gymnasiast will die Zeit im Gefängnis nutzen, um sein Abitur nachholen. Dies sei aber in ganz Bayern - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - nicht möglich, sagte Scheckenbach.
Baum-Umzug in der Zellerau
Mit einem "Spatenstich" der besonderen Art haben am Montag die Vorbereitungen für ein großes Wohnbauprojekt der Würzburger Stadtbau GmbH im Stadtteil Zellerau begonnen. Sieben große Bäume, darunter fünf Linden, die seit den 1950er Jahren auf einem Grundstück in der Brunostraße standen, wurden durch eine Spezialfirma umgepflanzt.
Begonnen haben die Arbeiten mit einer gut 15 Meter hohen und über 15 Tonnen schweren Kastanie (unser Bild), die samt Wurzeln und Erdreich mit einem Durchmesser von drei Metern aus dem Boden gehoben wurde, um auf einem anderen Grundstück in etwa 200 Meter Entfernung völlig unbeschädigt wieder eingepflanzt zu werden.
Die spektakuläre Umzugsaktion mit einem Spezialfahrzeug dauerte etwa eine Stunde. In einem Jahr sollen die ausgelagerten Bäume, deren Wurzeln eine Pilzbehandlung erhalten, wieder an ihre ursprünglichen Standorte zurückkehren. Dort werden sie bessere Bedingungen als bisher vorfinden: Bisher standen sie auf großen Mengen Nachkriegs-Bauschutt.
"Eine Baugrube um die Bäume herum und der ständige Einsatz von Baumaschinen sind ein größeres Risiko als die Verpflanzung", so Stadtbau-Architekt Hubert Hoffmann. Unter dem Arbeitstitel "Neues Wohnen Brunostraße" errichtet die städtische Immobilien-Gesellschaft für etwa 20 Millionen Euro auf einem rund 10.0000 Quadratmeter großen Grundstück neun Stadthäuser mit 100 modernen Miet- und Eigentumswohnungen.
Beim Architektenwettbewerb hat laut Stadtbau-Chef Hans Sartoris der Entwurf gewonnen, "der am meisten auf den alten Baumbestand Rücksicht nimmt".
Dem Ehemann das Messer in den Bauch gestoßen
Die Anklage spricht von versuchtem Mord, die Angeklagte von einer angespannten Situation, in der sie "keinen klaren Gedanken fassen" konnte: Weil sie im Streit ihrem getrennt lebenden Ehemann ein Messer tief in den Bauch gestoßen hat, muss sich eine 49-jährige Altenpflegerin aus Würzburg seit Dienstag vor dem Schwurgericht verantworten.
Die Vorgeschichte: Seit Frühjahr 2009 lebten die Angeklagte und ihr 45 Jahre alter Ehemann getrennt, weil der Mann sich für eine andere Frau entschieden hatte, mit der er bereits seit 1999 mehrfach ein Verhältnis hatte. Die 42-jährige Zahnarzthelferin lässt heute kein gutes Haar mehr an dem Mann: "Ich war nur ein Sprungbrett für ihn, um von seiner Frau wegzukommen."
Die Angeklagte brauchte nach eigener Aussage lange, um sich mit der Trennung abzufinden. Doch dann kam am 25. Oktober 2009 eine SMS von der Nebenbuhlerin: "Dein Traummann ist wieder frei, er wollte mich doch nicht." Die neu erwachte Hoffnung der Angeklagten auf eine Rückkehr ihres Mannes war nicht von langer Dauer: Am 31. Oktober sagte er ein geplantes Zusammentreffen ab, weil er sich mit seiner Freundin aussprechen wollte.
(More)
Nautiland: Gedanken schweifen lassen und Ideen entwickeln
Der Beschluss des Stadtrats Mitte November war einstimmig: Das marode Nautiland soll am Standort saniert und zu einem „marktgerechten Familien- und Freizeitbad mit Sauna-Anlage“ umgebaut werden. Vor der Entscheidung über die Finanzierung und die Vergabe der Planungen sind jetzt die Bürger dran: In einer ersten „Bürgerplanwerkstatt“ wurden Ideen, Empfehlungen und Bedenken gesammelt.
Auf den ersten Blick waren es nur etwa 40 Bürger, die sich an der Veranstaltung am Freitagabend in der Franz-Oberthür-Schule beteiligten. Doch der Eindruck täuscht: Das Aktionsbündnis für den Erhalt von Nautiland und Eisbahn besteht aus Vertretern zahlreicher Vereine, Organisationen und Parteien, die Anwesenden dürfen daher getrost als Multiplikatoren gelten. Dass sie sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Zukunft des Nautiland-Bades beschäftigt haben, wurde gleich zu Beginn deutlich. Schon in den ersten Minuten wurden alle kritischen Fragen wie die Finanzierung des Ausbaus, die unbefriedigende Parkplatz-Situation oder die dringend notwendige Ausweitung des Angebots samt Marketing-Konzept angesprochen.
(More)
"Todesfahrerin von Ochsenfurt" muss nicht in die Psychiatrie
Eine 68-jährige Frau, die eine Rentnerin auf einem Supermarktparkplatz überfahren und getötet hat, muss nicht in die Psychiatrie. Die 2. Strafkammer des Würzburger Landgerichts hat jetzt entschieden, dass die Unterbringung der als „Todesfahrerin von Ochsenfurt“ bekannt gewordenen Frau in einer psychiatrischen Anstalt nicht angeordnet wird.
Wie ausführlich berichtet, wurde die 68-Jährige am 7. Februar 2008 wegen Körperverletzung mit Todesfolge rechtskräftig zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hat im Januar 2007 auf einem Supermarkt-Parkplatz in Ochsenfurt eine 84-jährige gehbehinderte Rentnerin absichtlich angefahren, mit ihrem schweren BMW überrollt und getötet, weil die Frau zu langsam die Straße überquerte. Im Ersturteil hatte das Würzburger Schwurgericht die Angeklagte als „für die Allgemeinheit gefährlich“ eingestuft und neben der Freiheitsstrafe ihre Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.
Der Bundesgerichtshof bestätigte nach Revision der Verteidigung den Schuldspruch und die Freiheitsstrafe, hob aber die Unterbringung auf, über die vom Landgericht Würzburg neu entschieden werden musste. Zu dem Prozess erschien die 68-Jährige als freie Frau: Ende Juni hatte sie zwei Drittel ihrer fünfjährigen Strafe abgesessen und wurde auf Bewährung entlassen. Die Strafaussetzung zur Bewährung beruhte auf einem aktuellen psychiatrischen Gutachten, in dem keine besondere Gefährlichkeit der Angeklagten mehr festgestellt wurde.
(More)
Motorrad-Gang-Mitglieder freigesprochen
Es muss eine Szene wie aus einem Hollywood-Actionstreifen gewesen sein, die sich an einem Augustnachmittag im vergangenen Jahr auf der A7 bei Estenfeld abgespielt hat: Eine Gruppe von Motorradfahrern stoppte aus bis heute unbekannten Gründen mitten auf der Autobahn einen LKW und den nachfolgenden Verkehr. Dann versuchte einer der Rocker, den LKW-Fahrer aus seinem Fahrzeug zu ziehen und schlug auf den Mann ein.
Drei Mitglieder der Motorrad-Gang mussten sich als mutmaßliche Täter des Überfalls wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung vor dem Würzburger Amtsgericht verantworten. Das Trio wurde freigesprochen. Zwei der Männer sollen für das Stoppen des nachfolgenden Verkehrs verantwortlich gewesen sein. Bei ihnen war der Freispruch aus Mangel an Beweisen eine klare Sache. Enger war die Entscheidung bei dem 35-Jährigen, der als mutmaßlicher Haupttäter auf der Anklagebank saß.
(More)
Frustrierter Reifenstecher kommt mit Weisungen davon
Mit Weisungen des Jugendrichters ist ein 20-jähriger Intensiv-Reifenstecher aus Würzburg davongekommen. Aus Frust und Wut über seine untreue Freundin und seine Probleme am Arbeitsplatz wurde der Bahn-Angestellte zum Straftäter und stach im vergangenen Herbst im Würzburger Stadtteil Aumühle bei zwei Gelegenheiten jeweils an 24 Autos teilweise alle Reifen aufgestochen. Außerdem hat er einen Motorroller beschädigt sowie ein Wohnmobil und einen PKW-Anhänger in Brand gesetzt. Von einer Polizeistreife erwischt wurde er in der Nacht vom 29. auf 30. Oktober 2009, als er mit 2,6 Promille Alkohol neben einem PKW auf dem Boden lag und versuchte, das Reifenventil aufzudrehen.
Danach saß der 20-Jährige knapp vier Wochen in Untersuchungshaft und absolvierte im Anschluss eine stationäre Alkoholtherapie. Entstanden war sein übergroßer Frust, nachdem seine Freundin ihn betrogen hatte. Am Arbeitsplatz war er außerdem das schwächste Glied, musste häufig die Wochenend-Dienste übernehmen und hatte so in kurzer Zeit über 400 Überstunden angehäuft. Zu einer der angeklagten Taten kam es, nachdem ihm kurzfristig zu Gunsten von Kollegen der Jahresurlaub gestrichen wurde.
(More)
Stadtrat schimpft: Frankenhalle wird fast 6 Millionen Euro teurer als angekündigt
Endgültig entschieden wird über die Zukunft der maroden Frankenhalle am Alten Hafen in Würzburg erst bei den Haushaltsberatungen im Spätherbst. Doch schon jetzt sorgte das ambitionierte Projekt der Stadtverwaltung wegen einer Kostensteigerung von deutlich über 50 Prozent für heftige Diskussionen im Stadtrat. Am Ende wurde mit 23:19 Stimmen eine Summe von 60.000 Euro genehmigt, mit der die Planung von Sanierung und Umbau der ehemaligen Viehauktionshalle weiter vorangetrieben werden kann.
Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Sanierungskosten für die Frankenhalle 9,5 Millionen Euro nicht überschreiten dürfen. Doch in der neuesten Beschlussvorlage standen andere Zahlen: 15,3 Millionen Euro und damit 5,8 Millionen mehr sollen Instandsetzung der Fassade und Innenausbau jetzt kosten. Ab Herbst 2013 ist die sanierte Halle als Ausweich-Spielstätte für das Mainfranken Theater vorgesehen. Dann soll das Theatergebäude zwei Spielzeiten lang ebenfalls von Grund auf saniert werden.
Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) warb im Stadtrat für das Projekt und erläuterte den Grund für die massive Kostensteigerung: Es habe sich herausgestellt, dass sich die Halle nach der Theaternutzung besser am Markt platzieren lasse, wenn man das Nutzungskonzept erweitere: „Es wird definitiv kein Projekt, das Gewinn abwirft. Aber wir brauchen eine gewisse Multifunktionalität“, so Rosenthal.
(More)
Mutige Bungee-Springer am Stadtstrand
Das Wetter war toll, das Ambiente auch: Zahlreiche mutige Männer und Frauen nutzten am Wochenende die Gelegenheit, vom Würzburger Stadtstrand aus über dem Main einen Bungee-Sprung zu absolvieren.
Vor der malerischen Kulisse von Festung, Käppele und Weinbergen wurden sie von einem großen Kran auf rund 55 Meter Höhe gehievt.
Von dort ließen sie sich, mit den Knöcheln am Bungee-Seil befestigt, in die Tiefe fallen.
Bei Weitem nicht alle, aber doch einige der mutigen Springer konnten als Höhepunkt ihres waghalsigen Sprunges teilweise mit Armen und Kopf ins kühle Wasser des Mains eintauchen.
Der Respekt und der Applaus der anderen Gäste des Stadtstrands war ihnen sicher.
Positive WM-Bilanz - Zusätzliche Steuereinnahmen für die Stadt
Nicht nur die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit ihrem Abschneiden in Südafrika zufrieden, auch die Stadt Würzburg hat eine positive Bilanz der Fußball-Weltmeisterschaft gezogen. „Alle Public-Viewing-Veranstaltungen sind problemlos verlaufen“, so Kommunalreferent Wolfgang Kleiner.
Verboten war unter anderem der Verkauf von Getränken in Glasflaschen und Gläsern bei WM-Übertragungen. Das „Papp-Becher-Gebot“ hat laut Kleiner dazu geführt, dass die Würzburger Stadtreiniger weniger als 4.000 Kilogramm Müll, das meiste davon Glasbruch, entsorgen mussten.
Bei der Weltmeisterschaft 2006 waren es noch rund 16.000 Kilogramm und damit viermal so viel. Positiver Effekt: Nur eine Person hat sich an den Scherben verletzt.
Kämmerer freut sich über zusätzliche Einnahmen - zweiter Nachtragshaushalt
Der Würzburger Stadtrat wird nach der Sommerpause Ende September zum zweiten Mal einen Nachtragshaushalt für das laufende Jahr beraten und dabei offenbar mehrere Millionen Euro zusätzliche Ausgaben beschließen können. Grund ist eine „erhebliche Erhöhung“ der städtischen Einnahmen aus der Gewerbe- und der Einkommenssteuer, die Stadtkämmerer Christian Schuchardt kürzlich im Stadtrat bekannt gab. Eine genaue Zahl wollte Schuchardt auch auf Nachfrage nicht nennen.
NACHTRAG: Aus Frust unbekannten Mann abgestochen
Frust nach einem Streit mit Freunden und Alkohol waren nach den Worten eines 18-Jährigen der Auslöser für eine unerklärliche Tat: Der Gymnasiast hat zum Auftakt seins Prozesses vor dem Würzburger Landgericht gestanden, einem 64-jährigen Mann im Vorbeilaufen ein Messer in den Bauch gestoßen zu haben. Angeklagt ist der Schüler wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.
„Ich habe zugestochen, wollte ihn aber nicht umbringen. Mein ganzer Frust hat sich entladen“, sagte der 18-Jährige, der seit der Tat vom 7. Februar 2010 in Untersuchungshaft sitzt. Seine Lehrer beschrieben ihn als intelligent und unauffällig, allerdgins soll er auch schon einmal eine Prügelei auf dem Schulhof mit seinem Handy gefilmt haben. Am Vorabend des unerklärlichen Messerstichs trank der Gymnasiast Whisky mit zwei Freunden, dabei kam es zu einem Streit. Davon will der Angeklagte so frustriert gewesen sein, dass er einem völlig unbekannten Mann in der Gattinger Straße in Würzburg das Messer in den Bauch stach.
(More)
VG Würzburg bestätigt Gewerbeuntersagung wegen Unzuverlässigkeit
Zu unzuverlässig für ein Gewerbe: Weil er bereits hohe Schulden beim Finanzamt und auch mehrere eidesstattliche Versicherungen abgegeben hat, wurde einem Mann aus Schollbrunn vom Landratsamt Main-Spessart jegliche selbstständige Tätigkeit untersagt. Diese Entscheidung hat nun auch das Würzburger Verwaltungsgericht bestätigt
Offenbar muss nicht nur der Kläger, der seine Anmeldung eines Gewerbes für "Dienstleistungen rund ums Haus" vor Gericht durchsetzen wollte, als unzuverlässig eingestuft werden. Auch sein Rechtsanwalt, der drei Wochen vor der Verhandlung fristgerecht die Ladung erhielt, fehlte am Mittwoch unentschuldigt. Vielleicht lag die Abwesenheit aber auch daran, dass die Klage ohnehin wenige bis keine Erfolgsaussichten hatte: Schon mit einem Eilantrag in gleicher Sache war der Kläger gescheitert. Immerhin: Mit einer Klagerücknahme hätte der offenbar völlig verschuldete Mann seine Verfahrenskosten reduzieren können.
(More)
Rosenthal: Raus aus den Wohnzimmern, Genossen!
Es war Stadtparteitag der WürzburgSPD, und Oberbürgermeister Georg Rosenthal ging mit seinen Genossen streng ins Gericht: "Wer nie aus seinem Wohnzimmer rauskommt, der kann von den Bürgern nicht kennengelernt werden", schrieb Rosenthal kürzlich den nur etwa 50 Sozialdemokraten ins Stammbuch, die den Weg in den Radlersaal in Heidingsfeld gefunden hatten.
Gemeint haben dürfte der OB freilich eher die, die nicht gekommen waren. "Ich wünsche mir, dass die Würzburger Sozialdemokraten mit ihren Ideen und Vorstellungen in die Öffentlichkeit gehen und sich der Diskussion stellen. Wer diesen Schritt nicht geht, kann nicht den nötigen Beitrag zur Stärkung der Partei leisten", so Rosenthal. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Bürgerwerkstätten vermisst der OB häufig seine Parteifreunde: "Dabei gibt es in dieser Stadt viele Themen, bei denen wir gefordert sind."
Auch im Würzburger Stadtrat würde sich Rosenthal häufiger volle Ränge wünschen: "Und zwar nicht nur, wenn es um ein paar Bäume geht. Wenn mehr Bürger die Diskussionen im Stadtrat verfolgen würden, würde das die Position der SPD nachhaltig stärken", ist sich Rosenthal sicher. Vorhaben und Herausforderungen gibt es genug im Oberzentrum. Dabei hat sich die Stadt in der Vergangenheit bei Verhandlungen mit Investoren nach den Worten des OB nicht immer als verlässlich erwiesen: "Wir sind für Vertragspartner ein stressiges Moment."
(More)