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Neuer Uni-Präsident: Politik der kleinen Schritte

2009-07-02 @ 17:35 in Lokales

Der Neue. Foto (c) P.WötzelDurch „viele kleine Schritte“ will der neue Präsident die Universität Würzburg in allen Bereichen nach vorne bringen. „Ich hoffe, nach sechs Jahren hat es sich dann in der Summe gelohnt“, sagte Professor Alfred Forchel bei einem Gespräch mit dem Würzburger Presseclub. Der 56-jährige Nanophysiker wurde Anfang Februar zum Nachfolger des amtierenden Uni-Präsidenten Axel Haase gewählt und wird sein Amt am 1. Oktober antreten.

Warum der 16-köpfige Hochschulrat Haase keine zweite Amtszeit gönnte und sich bereits im ersten Wahlgang für den Herausforderer Alfred Forchel entschied, darüber kann nur spekuliert werden. Insider gehen davon aus, dass das unbefriedigende Abschneiden der Alma Julia in der Endrunde der Exzellenz-Initiative eine Rolle spielte. Hinter vorgehaltener Hand wurde auch immer wieder Kritik an Haases Führungsstil und Personalpolitik laut.

Für den neuen Präsidenten ist das kein Thema mehr: „Ich bin angetreten, weil ich Dinge verbessern will.“ Mehr gibt es von ihm zu seiner Kandidatur nicht zu hören, er blickt lieber nach vorne. Vor allem im Bereich der Finanzierung durch Drittmittel und der „Kommunikation der Universität nach innen und nach außen“ sieht er viel Potenzial, das es in schwierigen Zeiten zu nutzen gilt.

Als Naturwissenschaftler ist Forchel zum Experten für die Einwerbung von Drittmitteln aus staatlichen Förderprogrammen und der Wirtschaft geworden. Schon als junger Doktorand habe er durch Drittmittel seine eigene Stelle finanziert: „Mit der Übung kam ein ganz vernünftiger Erfolg“, sagt der 56-Jährige. Den will er jetzt von den Natur- auf die Geisteswissenschaften übertragen. Erfahrene Drittmittel-Einwerber sollen den in diesem Bereich eher unerfahrenen Geisteswissenschaftler erkennen helfen, „dass das in einem gewissen Umfang Vorteile bringt.“

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Hochschulwahlen Würzburg: Grüne Hochschulgruppe als eindeutiger Sieger

2009-07-02 @ 16:32 in Lokales

Die offizielle Pressemittleilung der Universität, druckfrisch aus dem e-Mail-Fach:

Bei den diesjährigen Hochschulwahlen hat die Grüne Hochschulgruppe ihr bislang bestes Ergebnis erzielt: Im Studentischen Konvent stellt sie die Hälfte der direkt gewählten Mitglieder. Relativ gut war auch die Wahlbeteiligung der Studierenden mit einem Wert über 20 Prozent.

Alle zwei Jahre sind an Bayerns Hochschulen sämtliche Gruppen– Studierende, Professoren, wissenschaftliche und sonstige Mitarbeiter – zur Wahl aufgerufen. Sie entscheiden über die Zusammensetzung des Senats, des Studentischen Konvents, der Fakultäts- und der Fachschaftenräte. Das vorläufige Ergebnis sieht wie folgt aus:

Der Senat

Das – neben dem Hochschulrat – wichtigste Gremium der universitären Selbstverwaltung ist der Senat. Fünf der acht Mitglieder kommen aus den Reihen der Professoren. Aus der Medizinisch-Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Liste wurden gewählt: der Immunologe Thomas Hünig (17,9 Prozent), der Pflanzenwissenschaftler Markus Riederer (12,1 Prozent) und der Naturstoffchemiker Gerhard Bringmann (12,0 Prozent). Aus der Geisteswissenschaftlichen Liste wurden der Graezist Michael Erler (12,9 Prozent) und der Philosoph Karl-Heinz Lembeck mit 10,7 Prozent gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei den 340 wahlberechtigten Professoren mit rund 69 Prozent überraschend niedrig. Knapp 63 Prozent von ihnen entschieden sich für die Medizinisch-Mathematisch-Naturwissenschaftliche Liste, 37 Prozent für die Geisteswissenschaftler. Diese bekamen darum einen Sitz weniger.

Das Wahlergebnis der Studierenden

Jeweils einen Vertreter im Senat stellen die wissenschaftlichen und die sonstigen Beschäftigten sowie die Studierenden. Von den insgesamt 18.782 wahlberechtigten Studierenden gaben 3.793 ihre Stimmen ab (Wahlbeteiligung: 20,19 Prozent), gültig darunter waren 3749 Stimmen. Wahlsieger wurde die Liste der Grünen Hochschulgruppe GHG. Hinter ihrem Namen machten 1636 Studierende ihr Kreuz, was einem Anteil von 43,6 Prozent entspricht. Die Juso- und GEW-Hochschulgruppe holte 17,5 Prozent, die Liberalen 15,7 Prozent, der Ring Christlich Demokratischer Studierender (RCDS) 12,8 Prozent und die Unabhängige Hochschulgruppe gegen Studiengebühren 10,4 Prozent. In den Senat gewählt wurde die Psychologiestudentin Katharina Haß, die 1287 Stimmen erhielt.

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Mini-Stipendium für Studienanfänger mit guten Noten

2009-07-01 @ 12:59 in Lokales

Der neu gewählte Präsident der Universität Würzburg will ab dem Wintersemester einer kleinen Anzahl von Studienanfängern die Studiengebühr für das erste Semester mit Hilfe von Sponsoren finanzieren. „50 oder auch mehr“ könnten es werden, sagte Professor Alfred Forchel bei einem Gespräch mit dem Würzburger Presseclub am Montag.

Als Voraussetzung für das Mini-Stipendium nannte Forchel, der am 1. Oktober das Amt des Unipräsidenten übernimmt, einen Abitur-Notendurchschnitt von mindestens 1,5. Grundsätzlich hält der Physiker Studiengebühren für erforderlich, um die Rahmenbedingungen für die Studierenden zu verbessern: „Ich hoffe, dass sie uns noch lange erhalten bleiben.“

22-Jährige soll ihr Neugeborenes erstickt haben

2009-07-01 @ 08:58 in Juristisches

Aus Angst vor ihrem strengen Vater hat eine junge Frau ihre Schwangerschaft geheim gehalten und heimlich einen Sohn zur Welt gebracht. Kurz nach der Geburt war das Baby tot, die 22-jährige Mutter aus einer kleinen Gemeinde im unterfränkischen Main-Spessart-Kreis muss sich seit Dienstag wegen Totschlags vor dem Schwurgericht in Würzburg verantworten. Sie hat gestanden, den Neugeborenen wenige Minuten nach der Geburt in ein Handtuch gewickelt und dabei auch den Kopf bedeckt zu haben. Bei der Obduktion des Kindes wurden keine Verletzungen gefunden. Die Anklage geht davon aus, dass der Säugling unter dem Handtuch erstickt ist.

Ganz alleine brachte die Angeklagte, damals 21 Jahre alt, in den frühen Morgenstunden des 6. August 2008 ihren Sohn zur Welt. Im Badezimmer ihrer Einliegerwohnung im elterlichen Haus lag das Kind danach neben ihr auf dem Boden. „Es hat nicht geschrien und sich auch nicht bewegt“, so die Angeklagte. Mit einer Bastelschere durchtrennte sie die Nabelschnur, nahm den neugeborenen Knaben in den Arm. Der kleine Körper fühlte sich warm an, sagt die 22-Jährige. Eine Bewegung oder Reaktion habe sie nicht bemerkt: „Ich habe gedacht, ein Kind strampelt und schreit wie am Spieß, wenn es auf die Welt kommt.“

Mit der Situation überfordert, habe sie den Säugling warm halten wollen und deshalb in ein Handtuch gewickelt. Vor Gericht zeigte die 22-Jährige an einer Baby-Puppe, wie sie auch das Gesicht mit dem Handtuch bedeckte. Eine vernünftige Erklärung dafür hat sie nicht. „Wenn man es gut meint, deckt man ein Kind nicht so zu. Ihre Aussage ist für mich nicht stimmig“, betont der Vorsitzende Richter Lothar Schmitt. Doch die Angeklagte bleibt dabei: „Ich wusste es einfach nicht besser. Ich habe nicht daran gedacht, dass es erstickt.“

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Bund sagt 54 Millionen Euro für Frauenland-Straßenbahn zu

2009-07-01 @ 08:56 in Linie 6

Aus einer Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten Walter Kolbow:

Bei ihrem Besuch in Würzburg am 25. Juni 2009 war die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Karin Roth unter anderem auf den Würzburger Straßenbahnbau (Linie 6 zum Hubland) angesprochen worden. Heute konnte sie Walter Kolbow mitteilen, dass der Bund sich grundsätzlich bereit erklärt habe, dieses Projekt mit 54 Mio. Euro - das entspricht 60 % der zuwendungsfähigen Kosten - zu fördern. Rechtsgrundlage ist das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), mit dem der Bund Mittel zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden gewährt.

 

Clemens Lückemann: "Mit Freude das Verbrechen bekämpft"

2009-07-01 @ 08:49 in Juristisches, Lokales

Der neue "General".Lange Monate musste er auf seine Ernennung warten, vom heutigen Mittwoch an ist Clemens Lückemann neuer Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht (OLG) Bamberg und damit Dienstvorgesetzter aller Staatsanwälte im OLG-Bezirk. Zuvor zog der neue „General“ eine durchweg positive Bilanz seiner Zeit als Leiter der Würzburger Staatsanwaltschaft. Er blickt nach eigenen Worten zurück auf „sieben Jahre Strafverfolgung und Strafvollstreckung mit Nachdruck und mit Augenmaß“.

Markenzeichen der Würzburger Behörde sei es, „dass auch die Großen verfolgt werden“, so Lückemann. Das gilt insbesondere für Wirtschaftsstraftäter, für die die Staatsanwaltschaft Würzburg unterfrankenweit zuständig ist. Gerade bei den so genannten „Weiße-Kragen-Tätern“ gehe man in Würzburg nicht immer den anderswo häufig eingeschlagenen Weg mit Absprachen und Bewährungsstrafen.

Allein in diesem Jahr wurden bereits mehrere Anlagebetrüger zu Freiheitsstrafen von knapp vier Jahren oder mehr verurteilt. „Die Staatsanwaltschaft hat immer den längeren Atem. Spürbare Strafen sind bei Wirtschaftsstraftätern wichtig“, so Lückemann. Dabei habe die Anklagebehörde Verdächtige nicht „blindwütig verfolgt“, sondern stets die Wahrheit aufgeklärt. Dafür sprechen auch die aktuellen Zahlen: Weit mehr als die Hälfte aller Ermittlungsverfahren wurden im vergangenen Jahr eingestellt.

Zahlreiche schlagzeilenträchtige Ermittlungsverfahren und Strafprozesse fielen in die Amtszeit von Lückemann als Leitender Oberstaatsanwalt in Würzburg. Als spektakulärsten Fall seiner Würzburger Zeit nannte Lückemann den so genannten „Volkacher Foltermord“, bei dem der Täter seine Stiefmutter im Keller seines Hauses stundenlang brutal gefoltert und anschließend die Leiche zerstückelt hat.

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Piraten gründen unterfränkischen Bezirksverband

2009-07-01 @ 08:47 in Politik

Unterfränkische Piratenkapitäne. Foto (c) P.WötzelDie Piraten haben Unterfranken erreicht: Am Sonntag haben in Würzburg gut 50 Mitglieder der „Piratenpartei“ einen unterfränkischen Bezirksverband gegründet und den Bezirksvorstand gewählt. Und auch einen Würzburger Direktkandidaten für die Bundestagswahl haben die Piraten aufgestellt: Der 30-jährige Würzburger Markus Heurung braucht aber noch 200 Unterschriften aus dem Wahlkreis, um zur Wahl zugelassen zu werden.

Knapp zwei Stunden dauerte die Gründungsversammlung im Café Domain, viel über die politischen Inhalte der „Piratenpartei“ konnte man dabei nicht erfahren. „Steht doch alles im Internet“, meinte einer der gut 50 Teilnehmer aus ganz Unterfranken. Immerhin: „Wir kämpfen gegen eine Dame, die eine versteckte Diktatorin ist“, sagte Andreas Popp, der Vorsitzende des bayerischen Piraten-Landesverbandes, zum Auftakt der Versammlung.

750 Mitglieder haben die Piraten in Bayern, knapp hundert sind es in Unterfranken, die jetzt nach Oberbayern den zweiten Bezirksverband gegründet haben. Die von Popp erwähnte „Dame“ ist Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, auf deren Initiative der Bundestag kürzlich mit den Stimmen der Regierungskoalition das umstrittene „Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet“ beschlossen hat.

Für die „Piraten“ ist dieses Gesetz der Einstieg in die Zensur des Internets. Die Partei steht unter anderem für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und lehnt deshalb auch die geplante Vorratsdatenspeicherung ab.

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Würzburger Hauptbahnhof wird ab Herbst saniert

2009-07-01 @ 08:40 in Lokales

Im Herbst geht's hier los. Foto (c) P.WötzelDer Einstieg in den Umbau des Würzburger Hauptbahnhofs beginnt im Herbst: „Das ganze Empfangsgebäude wird neu gemacht", berichtete DB-Regionalbereichsleiter Günther Pichler vor Ort bei einem Besuch von Staatssekretärin Karin Roth (SPD) aus dem Bundesverkehrsministerium. Unmittelbar im Anschluss an die energetische Sanierung und Umgestaltung der Empfangshalle soll laut Pichler die Ertüchtigung der Verkehrsstation beginnen – Freigabe der erforderlichen Mittel vorausgesetzt.

„Ein gewisses Alter und einen gewissen Charme" bescheinigte Karin Roth dem Hauptbahnhof. Dass er endlich runderneuert und modernisiert werden muss, hat sich aber auch bis ins Verkehrsministerium nach Berlin herumgesprochen. „Nicht nur pünktliche Verbindungen, auch die Gebäude sind wichtig für die Attraktivität der Bahn. Sie muss im Servicebereich ihre Hausaufgaben machen", betonte die Staatssekretärin.

Wie berichtet, stehen für die energetische Sanierung des Empfangsgebäudes rund zwei Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Verfügung, die bis Ende 2011 ausgegeben sein müssen. Noch im Herbst sollen die Gewerke ausgeschrieben werden, Anfang 2010 die Arbeiten beginnen.

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Kundgebung gegen die Westumgehung: "Ein Projekt, das nichts bringt."

2009-06-27 @ 13:02 in Lokales, Politik

Westumgehungsgegner. Foto (c) P.WötzelEine geplante Resolution des Würzburger Stadtrats in Sachen der umstrittenen Würzburger Westumgehung hat am Donnerstag die Gegner der geplanten „B26 neu“ auf den Plan gerufen. Bei einer von den Grünen organisierten Kundgebung mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Toni Hofreiter auf dem Würzburger Marktplatz protestierten Abordnungen aus dem Main-Spessart-Kreis und dem Landkreis Würzburg gegen die Westumgehung.

Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) will am 2. Juli im Stadtrat über das Projekt diskutieren und die städtische Resolution „zur Unterstützung der westlichen Umfahrung“ erneuern. „Wir halten die Westumgehung nach wie vor ohne Wenn und Aber für notwendig“, so Rosenthal.

Die zahlreichen Gegner aus den von der Planung betroffenen Gemeinden wollen die 46 Kilometer lange vierspurige Straße verhindern. Martin Heilig, Bezirkvorsitzender der Grünen und 3. Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung“ sprach von manipulierten Verkehrszahlen, die dem Projekt zugrunde liegen. Es sei ein Mythos, dass die Stadt Würzburg durch die Westumgehung spürbar vom Durchgangsverkehr entlastet werde, so Heilig. Teilweise würden Stadtteile sogar stärker belastet als heute. Außerdem werde das Würzburger Trinkwasser und die Frischluftzufuhr des Würzburger Kessels beeinträchtigt.

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Würzburger Studenten bevorzugen Wohngemeinschaften und Wohnheime

2009-06-27 @ 12:58 in Lokales

Internationales Haus für 160 Studenten.Die geplante Erweiterung der Universität Würzburg beschäftigt auch das Würzburger Studentenwerk: Auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne „Leighton Barracks“, möglichst nahe am Hubland-Campus der Universität, will das Studentenwerk ein neues Wohnheim für bis zu 150 Studierende errichten. Ein bestehendes Wohnheim am Hubland soll saniert und um 50 Plätze erweitert werden. Um nicht am Bedarf vorbei zu planen, wurde eine Studie zum studentischen Wohnen in Würzburg erstellt. Das Ergebnis: Würzburger Studenten wollen am liebsten nahe der Innenstadt, preisgünstig und in einer Wohngemeinschaft wohnen.

Wohnraum für insgesamt 2.300 Studierende an Uni und Fachhochschule bietet das Studentenwerk in seinen neun Würzburger Wohnheimen an. Jeweils zu Beginn des Wintersemesters, wenn die meisten Abiturienten ihr Studium beginnen, ist der Ansturm auf Wohnheimplätze, WG-Zimmer und günstige Mietwohnungen groß. Dagegen stehen im laufenden Sommersemester zum ersten Mal seit langer Zeit 40 Wohneinheiten leer.

Um sich besser auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kundschaft einstellen zu können, haben Studenten des Geografischen Instituts der Universität im Auftrag des Studentenwerks knapp 1.000 Kommilitonen nach ihrer Wohnsituation befragt. Die Wohnheime des Studentenwerks landeten auf Platz zwei der Beliebtheitsskala. Nummer eins bei Würzburgs Studenten sind Wohngemeinschaften, 45 Prozent der Befragten leben in einer WG. Eine eigene Wohnung haben nur ein gutes Viertel der Studenten in Würzburg. Die Wohnkosten für Studierende liegen mit durchschnittlich 233 Euro Warmmiete pro Monat deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (266 Euro). Zum Vergleich: In München bezahlt der Durchschnitts-Student 336 Euro Miete. Der Preis ist für Studenten das wichtigste Kriterium bei der Wohnungssuche.

Nach der Studie ist die große Mehrzahl der Studenten mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Für den guten Notendurchschnitt von 2,1 sorgen vor allem Sicherheit, Sauberkeit und der ÖPNV in der Domstadt. Ein weiteres Ergebnis: Studierende bevorzugen Wohnquartiere in der Nähe der Innenstadt oder zumindest eines Stadtteilzentrums. „Es gibt eine Renaissance des urbanen Lebens bei den jungen Menschen“, hat Diplom-Geograf Daniel Schrödl festgestellt.

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NACHTRAG: Stadtrat befürwortet wie erwartet die Trasse "2c"

2009-06-27 @ 12:52 in Lokales, Linie 6

Die Würzburger Straßenbahn bekommt Zuwachs. Foto (c) P.Wötzel Die Detailplanung kann beginnen: Mit nur einer Gegenstimme hat sich der Würzburger Stadtrat am Montagnachmittag für die bereits im Vorfeld favorisierte Trasse für eine neue Straßenbahnlinie von der Innenstadt zum Universitätsgelände am Hubland ausgesprochen. Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) freute sich über das eindeutige Bekenntnis des Stadtrats zum ÖPNV-Ausbau: „Der Rückenwind für das Projekt ist enorm.“

Dass die Räte sich mit großer Mehrheit für die so genannte Trasse „2c“ aussprechen würden, war vorher klar. Nach einer mehrstündigen umfassenden Information über die wichtigsten Eckdaten und Aspekte des Projekts war die Abstimmung reine Formsache. Nur Uwe Dolata (ödp) stimmte gegen die längste und damit auch teuerste Trassenvariante. Nach dem erklärten Willen des Stadtrats wird die neue Straßenbahnlinie am Hauptbahnhof abfahren und auf bestehenden Gleisen ein kurzes Stück durch die Kaiserstraße zum Barbarossaplatz fahren.

Hier zweigt der neue Gleiskörper ab und führt durch die Theaterstraße zur Residenz. Bei der abgelehnten Trasse „2a“ wäre es an dieser Stelle geradeaus durch das historische Oeggtor weitergegangen. Die gewählte Variante biegt rechts ab und führt vor der Residenz vorbei durch Balthasar-Neumann-Promenade und Ottostraße am Würzburger Justizzentrum und der Neuen Universität vorbei zum Glacis.

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Beim Halbmarathon auf der Zielgeraden verhaftet

2009-06-27 @ 12:46 in Juristisches

Wegen Verstößen gegen das Gewaltschutzgesetz und Beleidigung war er bereits mehrfach vor Gericht. Jetzt wird gegen einen 39-jährigen Ex-Polizisten, der zuletzt im Kreis Würzburg wohnte, wegen „Störung der öffentlichen Ordnung durch Androhung von Straftaten“ ermittelt. Im Mai hat er der Würzburger Justiz einen „Amoklauf, Mord und Totschlag“ angedroht. Am Sonntag wurde der sportliche 39-Jährige als Teilnehmer des Halbmarathons in Stuttgart verhaftet.

„Im Endspurt von der Polizei gefasst“, titelte die Stuttgarter Zeitung am Montag und berichtete über den 39-Jährigen, der kurz vor dem Überqueren der Ziellinie des Halbmarathons von Polizisten aus einem Pulk von Läufern gezogen und festrgenommen wurde. Ein Polizist aus Böblingen nahm ebenfalls an dem Lauf teil, erkannte den 39-Jährigen und informierte seine Kollegen am Rand der Strecke. Mit Haftbefehl gesucht wurde der Mann, weil er gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Vom Landgericht Würzburg war er im Oktober 2007 nach einem erbitterten „Rosenkrieg“ gegen seine ehemalige Lebensgefährtin, eine Würzburger Anwältin, in zweiter Instanz zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden.

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Versuchte schwere Brandstiftung im Wohnblock

2009-06-27 @ 12:44 in Juristisches

Das Motiv blieb weitgehend ungeklärt, an der Tat selbst hatte das Amtsgericht keinerlei Zweifel: Weil er am 16. Dezember in einem Wohnblock in der Sanderau versuchte, ein Feuer zu legen, soll ein 25-jähriger Würzburger für drei Jahre und einen Monat ins Gefängnis.

Mit einem Geständnis hätte sich der Angeklagte sicherlich einige Monate Haft erspart: „Nach Aktenlage würde ich sie verurteilen“, sagte die Vorsitzende des Schöffengerichts zu Beginn. Der 25-Jährige musste nicht zum ersten Mal auf ihrer Anklagebank Platz nehmen, zuletzt hatte sie ihn zu einer sechsmonatigen Beäwhrungsstrafe verurteilt. Die sitzt der junge Mann seit Mitte Mai ab, nachdem die Bewährung widerrufen wurde. 37 Monate wegen versuchter schwerer Brandstiftung, Hausfriedensbruch und Diebstahl kamen jetzt dazu.

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Gut 75.000 beim "Umsonst & Draußen"

2009-06-23 @ 20:08 in Lokales

Aloha from Hell. Foto (c) P.WötzelDie Regenumhänge konnten fast bis zum Schluss in den Kisten bleiben: Gut 75.000 Besucher kamen am Wochenende zum 22. „Umsonst und Draußen“ (U+D) auf die Talavera. Nach zwei mageren Jahren mit fünfstelligen Defiziten wird das Musik- und Kulturfestival wohl wieder eine „schwarze Null“ schreiben.

Nach 21 Festival-Jahren hat Ralf Duggen schon alle denkbaren Wetterkapriolen erlebt. Kein Wunder, dass der U+D-Organisator am Sonntagnachmittag erst einmal einen kritischen Blick in den wolkenverhangenen Himmel richtete, ehe er eine positive Bilanz des Festivals zog: „Wir gehen von 75.000 Besuchern aus, wenn heute nicht noch ein Riesenschauer kommt.“

Es war kühl, es war windig, aber trotz vieler drohender dunkler Wolken hatte es bis zu diesem Zeitpunkt nur wenige Minuten geregnet. Die von Sponsor iWelt für die Besucher bereitgehaltenen Regenumhänge blieben bis Sonntagabend in den Kisten, und Ralf Duggen wagte sogar, auf ein kleines finanzielles Polster für das kommende Festival zu hoffen. Entscheidend dafür ist der Getränkeumsatz, deshalb wurden die Besucher wie immer streng kontrolliert. Wer mit eigenen Getränken erwischt wurde, flog konsequent vom Platz. Das bekam unter anderem ein Lehrer zu spüren, der einen Rucksack mit Getränken über den Zaun geworfen hatte.

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Sanierung der Marktgarage abgeschlossen

2009-06-23 @ 19:56 in Lokales

WVV-Geschäftsführer beim Interview. Foto (c) P.WötzelFast vier Jahre Bauzeit in fünf Abschnitten und Kosten von insgesamt 3,8 Millionen Euro: Bis auf einige Kleinigkeiten ist die Sanierung der Tiefgarage unter dem Würzburger Marktplatz abgeschlossen. Gestern wurde die „Marktgarage“ symbolisch neu eröffnet, sämtliche 560 Stellplätze in zwei Geschossen stehen jetzt wieder zur Verfügung.

Mit der Sanierung der in den 1960er Jahren erbauten Tiefgarage gingen auch einige städtebauliche Veränderungen einher. So wurde die Einfahrts-Spindel vor dem Hauptportal der Marienkapelle geschlossen und der Marktplatz vergrößert. Die Einfahrt erfolgt seit etwa einem Jahr unter dem Würzburger Rathaus hindurch (wir berichteten). Um die gleichzeitige Sanierung der Marktplatz-Oberfläche finanzieren zu können, entstand auf dem Unteren Markt der in der Bevölkerung immer noch umstrittene Forum-Bau der VR-Bank. „In ein paar Jahren wird man sich nicht mehr vorstellen können, wie es einmal war“, prognostizierte Thomas Schäfer, Geschäftsführer der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV).

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Sozialdemokraten wollen Haupt- und Realschule zusammenlegen

2009-06-23 @ 19:55 in Lokales, Politik

Leere Hauptschulen, teilweise überfüllte Realschulen: Mit der Zusammenlegung beider Schularten in einer so genannten „Sekundarstufe“ wollen die bayerischen Sozialdemokraten den Schülern im Freistaat eine wohnortnahe Bildung mit Qualität ermöglichen. „Dafür brauchen wir einen breiten gesellschaftlichen politischen Konsens“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann kürzlich in Würzburg.

Ein Beispiel für die schwierige Situation der Hauptschulen in Bayern erlebte der „Arbeitskreis Bildung, Jugend und Sport“ der Landtags-SPD bei einem Termin in Margetshöchheim: Die dortige Hauptschule hat in ihren sechs Jahrgangsstufen nur noch ingesamt 109 Schüler. Gleichzeitig besuchen 139 Jugendliche der 13.000-Einwohner-Gemeinde die völlig überfüllte Jakob-Stoll-Realschule in Würzburg. „Das liegt an der Qualität des Abschlusses. Die Eltern akzeptieren die Hauptschule nicht mehr“, so Pfaffmann, der zusammen mit seinen SPD-Kollegen aus dem Bildungsausschuss des Landtags auf Einladung von MdL Volkmar Halbleib auf „Bildungsreise“ in Würzburg war.

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NACHTRAG: Christopher Street Day in Würzburg

2009-06-23 @ 19:50 in Lokales, Politik

CSD-Demo auf der Domstraße. Foto (c) P.WötzelDas Motto lautet Toleranz und Akzeptanz: Über 500 Menschen sind am Samstag beim „Christopher Street Day“ in Würzburg für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transsexuellen auf die Straße gegangen. Dass es sich bei dem fröhlichen und von Samba-Rhythmen begleiteten Zug durch die Würzburger Innenstadt um eine politische Demonstration handelte, wurde erst beim Blick auf die Transparente und Plakate deutlich.

„Gleiches Recht für gleiche Liebe“ forderten die CSD-Teilnehmer unter anderem. Für Nichtfranken schwer verständlich: „Ardiggl drei – mier komme nei“ lautete der Slogan, der das Thema des diesjährigen Würzburger CSD zusammenfassen soll: Es geht um eine Erweiterung des Gleichheitsgebots in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes.

Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Identität diskriminiert werden, so die zentrale Forderung bei allen deutschen CSD-Veranstaltungen in diesem Jahr. Begonnen hatte der Würzburger CSD am Donnerstag mit einer Gala zum zehnjährigen Bestehen des bayerischen Landesverbandes des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland. Nach dem bunten Demonstrationszug durch die Innenstadt wurde am Samstag bei strahlendem Sonnenschein auf der Alten Mainbrücke gefeiert.

Der „Christopher Street Day“ erinnert an den Beginn der schwul-lesbischen Bürgerrechtsbewegung im Jahr 1969, als Schwule und Lesben sich in New York auf der Straße erstmals gegen Polizeiwillkür und Schikanen zur Wehr setzten.

"Leichtfertiger" Subventionsbetrug: 150 Tagessätze Geldstrafe

2009-06-23 @ 19:48 in Juristisches

Vier Verhandlungstage benötigte das Würzburger Amtsgericht, um in einem Fall des Subventionsbetrugs bei einer Marktheidenfelder Firma eine Entscheidung zu finden. Das Unternehmen hatte sich durch falsche Angaben in den Jahren 2001 und 2002 ein zinsbefreites Darlehen in Höhe von rund 250.000 Euro erschlichen. Am Montag wurde die ehemalige Seniorchefin und Geschäftsführerin der Firma wegen leichtfertigen Subventionsbetrugs zu 15.000 Euro Geldstrafe (150 Tagessätze von 100 Euro) verurteilt.

Dass ein Fall des Subventionsbetrugs vorlag, war von Anfang an klar. Zu klären hatte das Schöffengericht nur die Frage, wer die Verantwortung für die falschen Angaben trägt, die dazu führten, dass die Marktheidenfelder Firma von der Landesgewerbeanstalt in Nürnberg das Darlehen mit einem Zinsvorteil von über 44.000 Euro erhielt. Auf der Anklagebank saß die 56-jährige ehemalige Geschäftsführerin, die sich keiner Schuld bewusst ist: „Ich finde, dass ich dafür nicht verantwortlich gemacht werden“, betonte sie gestern noch einmal. Von den Pflichten einer Geschäftsführerin hatte freilich das Gericht eine andere Auffassung. Einen Vorsatz könne man ihr zwar nicht nachweisen, betonte der Vorsitzende des Schöffengerichts, Richter Jürgen Weber: „Es bleibt aber ein Fall des leichtfertigen Subventionsbetrugs.“

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Verfahren nach Amoklauf-Drohung wegen geringer Schuld eingestellt

2009-06-23 @ 19:47 in Juristisches

Als mutmaßlicher Trittbrettfahrer des Amoklaufs von Winnenden musste sich jetzt ein 18-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten. Das Verfahren wegen einer Amoklauf-Drohung an einer Würzburger Förderschule wurde nach der Beweisaufnahme wegen geringer Schuld eingestellt.

„Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. „Amoklauf – Die Waffen sind geladen!“ hatte ein bislang unbekannt gebliebener Schüler bereits fünf Tage nach den tragischen Geschehnissen in Winnenden im März in eine Fensterbank der Schule geritzt. Wenige Tage später soll der Angeklagte auf dem Schulhof geäußert haben, er werde sich Schusswaffen besorgen und Lehrer töten. Die Drohung verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Schülern und kam auch den Lehrern zu Ohren, die die Polizei informierten. Der Angeklagte kann sich nicht mehr genau an den Tag erinnern: “Ich glaube, ich habe es nicht gesagt“, gab er vor Gericht zu Protokoll.

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Marathon-Prozess dauert schon 17 Jahre

2009-06-23 @ 19:46 in Juristisches

Der ursprüngliche Kläger ist bereits verstorben, sein Sohn führt den Rechtsstreit weiter: Seit 17 Jahren kämpft eine Familie aus Gnodtstadt (Kreis Kitzingen) vor dem Landgericht Würzburg um Schadensersatz wegen eines nichtigen Bebauungsplans. 8.800 Euro hat der Kläger bisher erhalten – von der Bundesrepublik Deutschland, die vom Europäischen Gerichtshof wegen „überlanger Verfahrensdauer“ zur Zahlung verdonnert wurde.

Der Marathonstreit begann im Jahr 1974, als die heute zu Marktbreit gehörende Gemeinde Gnodtstadt ein Neubaugebiet direkt neben dem Hof der Kläger-Familie auswies. Der Vater des heutigen Klägers zog vor Gericht und hatte Erfolg: Der Bebauungsplan wurde 1981 für nichtig erklärt. Allerdings waren bis dahin bereits Häuer gebaut worden, die Bestandsschutz genießen. Deshalb forderte der Vater des Klägers Schadensersatz, der ihm 1985 vom Oberlandesgericht Bamberg auch grundsätzlich zugesprochen wurde.

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